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13.01.2010

11:33 Uhr

Euro-Zone

Borissow will zügigen Beitritt für Bulgarien

VonMathias Brüggmann

Bulgarien sei reif für den Euro, sagte der Regierungschef Bojko Borissow. Das jüngste und ärmste EU-Mitglied will die Gemeinschaftswährung zügig einführen und deshalb bis Monatsende das Beitrittsgesuch zur Euro-Zone einreichen. Das Land an der Donau gilt als einziger EU-Staat, der 2010 einen ausgeglichenen Haushalt erreichen könnte.

Bulgariens Regierungschef Borissow will den Euro zügig einführen. Quelle: dpa

Bulgariens Regierungschef Borissow will den Euro zügig einführen.

BERLIN. Ungeachtet wachsender Sorgen vor Staatsbankrotten und Rekordschulden in der Euro-Zone will Bulgarien zügig die europäische Gemeinschaftswährung einführen. Sofias Regierungschef Bojko Borissow will noch bis Monatsende das Gesuch zum Beitritt zur Euro-Zone einreichen. Der Schritt habe für Bulgarien außenpolitisch Top-Priorität, sagte Borissow in Sofia. Das jüngste und ärmste EU-Mitglied sei reif für den Euro, doch wegen wachsender Probleme einiger Euro-Staaten wie Griechenland und Irland könnte eine "Erweiterungs-Müdigkeit" eingetreten sein, sagte Borissow dem "Wall Street Journal".

2013 aber solle die Gemeinschaftswährung Bulgariens Lew ablösen, deshalb wolle er bis Ende Januar den Beitritt zum Wechselkursmechanismus WKM II, einer Vorstufe der Euro-Einführung, beantragen. Borissow bekräftigte sein Anliegen mit dem Argument, der Schwarzmeerstaat brauche weder Stützungskredite des Internationalen Währungsfonds (IWF) noch die internationalen Kapitalmärkte zum Stopfen gigantischer Haushaltslöcher. Vielmehr gilt das Donau-Anrainerland als einziger EU-Staat, der auch 2010 einen ausgeglichenen Staatsetat erreichen könnte. Bulgarien wies lange Haushaltsüberschüsse aus. 2009 betrug das Etatdefizit inmitten der weltweiten Wirtschaftskrise dann 0,8 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP).

Sofia fährt strikten Sparkurs

Der erst voriges Jahr gewählte Borissow will Gehälter und Pensionen für die Staatsbediensteten einfrieren, Investitionsvorhaben kürzen und die Tabaksteuer erhöhen, um so 15 Prozent des Budgets einzusparen und im laufenden Jahr wieder einen ausgeglichenen Haushalt zu erreichen. Allerdings wolle er noch dieses Jahr die Mehrwertsteuer senken. Auch gerät Bulgariens Wirtschaft immer stärker unter Druck, vor allem die Bauindustrie klagt über fast vollständig fehlende Aufträge. "Die Krise verschärft sich in diesem Jahr noch, bevor es 2011 eine Chance auf Erholung gibt", meint der Sofioter Analyst Krassimir Angarski. Bulgariens Lew ist seit Juli 1999 an die Deutsche Mark und seit Euro-Einführung an die Gemeinschaftswährung gekoppelt.

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