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27.05.2015

13:41 Uhr

Euro-Zone

Spanien wünscht sich mehr Macht für die EZB

In einem Forderungskatalog dringt Spanien auf ein erweitertes Mandat für die EZB – kritisiert die Bank aber auch für ihre bisherige Geldpolitik. Das Land wünscht sich einen gemeinsamen Haushalt für die gesamte Euro-Zone.

Spaniens Ministerpräsident Mariano Rajoy wünscht sich in einem Forderungskatalog an die EU mehr Macht für die EZB und eine stärkere wirtschaftliche Integration der Euro-Zone. AFP

Gemeinsamer Haushalt und Haftungsunion

Spaniens Ministerpräsident Mariano Rajoy wünscht sich in einem Forderungskatalog an die EU mehr Macht für die EZB und eine stärkere wirtschaftliche Integration der Euro-Zone.

MadridSpanien dringt einem Medienbericht zufolge auf eine stärkere wirtschaftliche Integration der Euro-Zone und ein erweitertes Mandat für die EZB. Ministerpräsident Mariano Rajoy habe einen entsprechenden Forderungskatalog an die zuständigen europäische Institutionen geschickt, berichtete die Madrider Zeitung „El Pais“ am Mittwoch.

In einem Reuters vorliegenden achtseitigen Schreiben fordert der Regierungschef einen gemeinsamen Haushalt für die Euro-Zone und mittelfristig eine Haftungsunion. Diese soll durch die Ausgabe gemeinsamer Anleihen (Eurobonds) besiegelt werden. Rajoy fordert außerdem, dass sich die Mobilität auf dem Arbeitsmarkt in Europa verbessern müsse. In den Jahren 2017 bis 2019 müssten die Weichen für eine politische Union gestellt werden. Rajoy verbindet seine Vorschläge mit Kritik an der Europäischen Zentralbank (EZB), deren geldpolitische Ausrichtung sich in den vergangenen Jahren für bestimmte Mitgliedstaaten als ungeeignet erwiesen habe.

Die Gewinner des EZB-Krisenkurses

Aktionäre

Seit Jahren ist das extrem billige Geld der Notenbanken wichtigster Schmierstoff der Börsen. Im Juni hievte eine EZB-Zinssenkung den Dax erstmals über 10.000 Punkte.

Banken

Für sie ist Zentralbankgeld günstig wie nie. Zudem entlastet die EZB über den Kauf von Kreditpaketen. Das soll Freiräume für neue Kredite schaffen und die Konjunktur ankurbeln.

Bundesfinanzminister

Zeitweise verdiente Deutschland mit der Aufnahme neuer Schulden Geld, weil Investoren negative Zinsen für Staatspapiere in Kauf nahmen. Letztlich profitieren davon auch die Steuerzahler.

Konsum

Auch wegen der mickrigen Sparzinsen sitzt Verbrauchern das Geld locker. Das freut Einzelhändler und hilft der Konjunktur.

Kreditnehmer

Auch wenn Banken die rekordniedrigen Leitzinsen von derzeit 0,05 Prozent nicht 1:1 an Kunden weitergeben – selten war es so günstig, die eigenen vier Wände oder eine neue Fabrikhalle zu finanzieren. Laut FMH-Finanzberatung sank der Effektivzins für Baugeld mit zehnjähriger Laufzeit von rund 4,9 Prozent im November des Krisenjahres 2008 auf rund 1,9 Prozent im November 2014.

Krisenstaaten

Die EZB kauft für sie Zeit, um Reformen umzusetzen.

Sie habe einer exzessiven Verschuldung in einigen Ländern Vorschub geleistet. Das Mandat der Währungshüter müsse daher neben der Förderung stabiler Preise auch ein konkretes Ziel umfassen: Die Zentralbank solle dazu beitragen, dass es nicht zu wirtschaftlichen Ungleichgewichten zwischen den Staaten komme. Derzeit liegen beispielsweise Welten zwischen dem deutschen und dem spanischen Jobmarkt: Die Arbeitslosenquote lag laut der europäischen Statistikbehörde im März hierzulande bei 4,7 Prozent, in Spanien bei 23 Prozent.

Von

rtr

Kommentare (6)

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Herr Paul Rimmele

27.05.2015, 14:34 Uhr

Was will dieser Hornochse?
1. Deutsches Geld,
2. deutsche Haftungszusage,
3. Zugriff auf die Deutschen Steuereinnahmen.

Löst die Eurozone endlich auf, die degenrierten Pfeiffen vermehrten sich mit unheimlicher
Geschwindigkeit und Mutti und Wolfgang wissen nicht mehr ein noch aus; die sehnen sich
regelrecht in den Ruhestand.

Herr Peter Spiegel

27.05.2015, 14:37 Uhr

In den Jahren 2017 bis 2019 müssten die Weichen für eine politische Union gestellt werden"
Ich will doch nicht hoffen, daß es die EU und den Euro dann noch gibt.

Frau Nelly Sachse

27.05.2015, 14:45 Uhr

Der ist ja rührend. Er wünscht sich dies und jenes, alles unter dem Deckmäntelchen mehr Integration. Soll heißen: die solventen Staaten der EU sollen für die hausge-machten wirtschaftlichen Probleme und Schulden seines Landes herhalten. Da wird er mit Sicherheit einige Länder finden, die ihm beipflichten wie Italien, Frankreich,etc.
Wie die nördlichen Länder zu diesen Vorschlägen stehen, sei dahingestellt. Bei Merkel, die bekannt dafür ist, daß sie ihr Fähnchen gerne nach dem Wind dreht, rennt
er vielleicht sogar offene Türen ein.

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