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31.07.2015

13:31 Uhr

Euro-Zone

Zahl der Arbeitslosen leicht gestiegen

Die Arbeitslosenquote der Euro-Zone bleibt zwar konstant, doch die Zahl der Menschen ohne Job ist leicht angestiegen. Schwierig bleibt die Lage in Südeuropa, wo extrem hohe Jugendarbeitslosigkeit herrscht.

EU-weit sind 4,7 Millionen junge Menschen ohne Arbeit. dpa

Jugendarbeitslosigkeit in Spanien

EU-weit sind 4,7 Millionen junge Menschen ohne Arbeit.

LuxemburgMehr Arbeitslose im Euroraum: Die Zahl der Männer und Frauen ohne Job ist im Juni gegenüber dem Vormonat um 31.000 Personen auf 17,756 Millionen gestiegen. Dieser erste Zuwachs seit September vergangenen Jahres ist vor allem auf den Anstieg der Arbeitslosenzahl in Italien zurückzuführen.

Die Arbeitslosenquote von 11,1 Prozent blieb in den 19 Ländern mit der Gemeinschaftswährung aber unverändert, wie das Europäische Statistikamt Eurostat am Freitag in Luxemburg mitteilte. Die Quote verharrt damit weiter auf dem niedrigsten Stand seit mehr als drei Jahren.

Die höchsten Quoten verzeichnete erneut das krisengeschüttelte Griechenland mit 25,6 Prozent nach jüngsten Daten vom April, gefolgt von Spanien mit 22,5 Prozent im Juni. Im Jahresverlauf zeichnet sich für diese Länder allerdings eine Verbesserung ab: So ist die Quote in Griechenland zwischen April 2014 und April 2015 um 1,4 Prozentpunkte gesunken. In Spanien fiel der Anteil der Arbeitslosen an der Erwerbsbevölkerung seit Juni 2014 sogar um zwei Prozentpunkte.

In Portugal fiel die Quote um 1,9 Punkte auf 12,4 Prozent. Einen Anstieg von 12,5 auf 12,7 Prozent gab es hingegen zwischen Mai und Juni in Italien – in absoluten Zahlen wuchs die Zahl der Arbeitslosen dort innerhalb eines Monats um 55.000. Eine Wende zum Besseren sei aber kurzfristig möglich, kommentierte die ING-Bank, da die Unternehmen Einstellungen planten. Auch die wirtschaftliche Lage deute nicht auf weitere Zuwächse im Jahresverlauf hin.

Deutschland hatte im Juni mit 4,7 Prozent erneut die niedrigste Arbeitslosenquote in der gesamten EU – und lag damit auch deutlich unter den USA, für die Eurostat eine Quote von 5,3 Prozent angab.Die Bundesagentur für Arbeit hatte am Vortag zwar eine Quote von 6,3 Prozent gemeldet – allerdings beziehen sich die Daten auf den Juli und die Berechnungsmethoden der Nürnberger und Luxemburger Statistiker unterscheiden sich. Die zweitniedrigste Quote hatte laut Eurostat Tschechien mit 4,9 Prozent. In beiden Ländern gab es eine Verbesserung im Jahresverlauf.

Jugendarbeitslosigkeit in Krisenländern Europas

Frankreich

Die Perspektivlosigkeit von jungen Menschen ohne Job gilt in Frankreich als eine der größten Gefahren für den sozialen Zusammenhalt. Die Arbeitslosenquote der unter 25-Jährigen lag zuletzt (Juni) bei 22,4 Prozent. Die Regierung von Präsident François Hollande finanziert mit Milliardenbeträgen Eingliederungsprogramme sowie sogenannte „Zukunftsarbeitsplätze“ für gering qualifizierte Jugendliche. Zudem wurde das System sogenannter „Generationenverträge“ geschaffen. Es bietet kleinen Unternehmen finanzielle Anreize, die sich gleichzeitig für den Nachwuchs und für alte Arbeitnehmer einsetzen.

Griechenland

Nach Angaben vom Mai sind in Griechenland 53,1 Prozent der unter 25-Jährigen ohne Job. Im Vorjahr waren es 59,6 Prozent. Die leichte Verbesserung liegt nach Angaben der Gewerkschaft des privaten Bereichs am boomenden Tourismus. In Griechenland sollen nach den Worten von Regierungschef Antonis Samaras in den kommenden Monaten 145.000 neue Arbeitsplätze geschaffen werden. Sie sollen mit Hilfe von EU-Mitteln und dem für 2014 erwarteten zaghaften Wirtschaftswachstum entstehen. In den nächsten Monaten sollen 600 Millionen Euro EU-Subventionen für neue Jobs – vornehmlich Ausbildungsplätze – nach Griechenland fließen.

Italien

43,7 Prozent der jungen Italiener sind arbeitslos, Schüler und Studierende nicht eingerechnet. Das nationale Statistikamt Italiens (Istat) sieht die Jugendlichen als „am stärksten von der Krise betroffen“. Der sozialdemokratische Regierungschef Matteo Renzi bemüht sich – bisher erfolglos – um eine Entspannung der Lage. Zeitarbeitsverträge sollen leichter verlängert, der Kündigungsschutz in den ersten drei Jahren ausgesetzt werden. So – und mit Steuererleichterungen – möchte er die Arbeitgeber entlasten. Durch EU-Gelder, 1,5 Milliarden in den kommenden zwei Jahren, erhofft sich Renzi eine bessere Grundlage zur Bekämpfung von Jugendarbeitslosigkeit.

Spanien

Die Arbeitslosenquote beträgt in Spanien bei den unter 25-Jährigen 53,5 Prozent. Schon seit Jahren bezeichnen spanische Politiker aller Parteien die hohe Jugendarbeitslosigkeit als eines der größten Probleme. Dennoch geschah relativ wenig, um das Problem zu lösen. Die Regierung beschloss im Juli Hilfen für Unternehmer, die junge Leute einstellen. Politiker aus Deutschland warben in Spanien für eine Übernahme des deutschen Systems der dualen Berufsausbildung. Die Traditionen des spanischen Bildungssystem verhinderten jedoch, dass diese Idee sich in größerem Umfang durchsetzen konnte.

Besonders schwierig bleibt die Lage nach wie vor für junge Menschen in Südeuropa. In Griechenland hatten im April 53,2 Prozent der Männer und Frauen unter 25 Jahren keinen Job, in Spanien waren es im Juni 49,2 Prozent und in Italien 44,2 Prozent. In Deutschland lag die Quote bei 7,1 Prozent.

Im Schnitt aller Euro-Staaten lag sie bei 22,5 Prozent. Diese Werte sind aber nicht unmittelbar vergleichbar mit der Gesamtquote: Studenten ohne Job werden ausgeklammert, das verkleinert die Bezugsgruppe. Dadurch fällt jeder einzelne Arbeitslose mehr ins Gewicht.

Ingesamt waren im Juni 3,18 Millionen junge Menschen im Euroraum ohne Job, das waren 225.000 weniger als vor einem Jahr. In allen 28 EU-Ländern waren im Juni 23,296 Millionen Menschen arbeitslos, das entspricht einer unveränderten Quote von 9,6 Prozent.

Kommentare (3)

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Account gelöscht!

31.07.2015, 13:16 Uhr

WANN war in der Realität die Arbeitslosigkeit je in den letzten 24 Monaten im EU-Bereich wirklich gesenkt worden ???

TRICKS...wie in Deutschland bei Hartz4...für einen einzigen Tag ( Stichtag ) fallen ein paar tausende aus der statistik und bezug raus...ein einziger Tag später korrigiert man den fehler und für den Bezieher hat sich nichts geändert ABER DIE STATISTIK IST GEFÄLSCHT WORDEN zu Gunsten eines Imiges dass niemals der realität entspricht.

ABER ES SIND DEUTSCHE...also kann man nicht schimpfen auf kriminäle und Trickreiche Ausländische Nationen ?

EUROPA wird bis ins Jahr 2013 KEINERLEI AUFSCHWUNG ERLEBEN...

BIS 2013 WIRD SICH EUROPA ZURÜCK IN DIE STEINZEIT ZURÜCK ENTWICKELN !

In EUROPA HAT KEINE MACHER!!! NUR REDNER, die über Gott und die Welt reden ABER SO UNFÄHIG SIOND WIE EIN KLEINKIND DASS DAS LAUFEN ERST LERNEN MUSS.

Und 500 MILLIONEN EUROPÄER ?

500 MILLIONEN EUROPÄER LASST EUCH GESAGT SEIN :

" WER VON DÜMMERE (oder auch unfähigere ) ALS SICH SELBST FÜHREN LÄSST,

IST DÜMMER ALS DIE DÜMMERE DIE EINEN FÜHREN ! "

Herr Tom Schmidt

31.07.2015, 13:30 Uhr

Ja Herr Santos,

bis 2013! Genau!

Frau Margrit Steer

31.07.2015, 15:04 Uhr

Wer als Arbeitsloer z. B. in einer Weiterbildung ist, fällt aus der Statistik und gilt nicht mehr als arbeitslos.
Wer mit 58 arbeitslos wird, wird gezwungen, zu unterschreiben, dass er an einem Job nicht mehr interessiert ist (auch wenn er es ist) und fällt auch aus der Statistik.
Bei den Arbeitslosenzahlen wird gelogen, dass sich der Balken bricht

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