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10.01.2013

14:46 Uhr

Eurogruppe

Französin wird Bankenaufsicht führen

In etwa einem Jahr soll die neue Bankenaufsicht ihre Arbeit aufnehmen. Eurogruppenchef Jean-Claude Juncker hat als Leiterin eine „französische Repräsentantin“ verkündet. Die Gerüchteküche brodelt.

Eurogruppenchef Jean-Claude Juncker bei einer Pressekonferenz. Die neue Bankenaufsicht soll von einer Französin geleitet werden. Reuters

Eurogruppenchef Jean-Claude Juncker bei einer Pressekonferenz. Die neue Bankenaufsicht soll von einer Französin geleitet werden.

BrüsselDie neue europäische Bankenaufsicht soll von einer Französin geführt werden. Als Leiterin der neuen Behörde, die im März 2014 arbeitsbereit sein soll, werde eine "französische Repräsentantin" ernannt, teilte Eurogruppenchef Jean-Claude Juncker am Donnerstag in Brüssel mit. Dort wurde gemutmaßt, dass es sich um Danièle Nouy handele, die derzeit Generalsekretärin der Aufsichtsbehörde der französischen Zentralbank ist.

Aus mit dem Vorgang vertrauten Quellen verlautete, die Regierung in Paris habe die Besetzung des neuen Chefpostens für sich reklamiert. Es handele sich um eine Gegenleistung für ihre Zustimmung zu einer Ernennung des niederländischen Finanzministers Jeroen Dijsselbloem zum neuen Eurogruppenchef.

Skandale in der EU-Kommission

März 1999

Ein von „fünf Weisen“ ausgearbeiteter „Bericht über Betrug, Missmanagement und Vetternwirtschaft“ besiegelt das Schicksal der Santer-Kommission. In dem Papier werden fast die Hälfte der 20 Kommissare mit Korruptionsvorwürfen in Verbindung gebracht. Am 16. März treten Santer und sein gesamtes Kollegium zurück.

1999

Mehrere Mitglieder der von dem Luxemburger Jacques Santer geführten EU-Kommission müssen sich einem Misstrauensvotum im Europäischen Parlament wegen möglicher Betrugsaffären stellen. Interne Ermittlungen richten sich auch gegen die deutsche Kommissarin Monika Wulf-Mathies und die Französin Edith Cresson.

März 1999

Ein von „fünf Weisen“ ausgearbeiteter „Bericht über Betrug, Missmanagement und Vetternwirtschaft“ besiegelt das Schicksal der Santer-Kommission. In dem Papier werden fast die Hälfte der 20 Kommissare mit Korruptionsvorwürfen in Verbindung gebracht. Am 16. März treten Santer und sein gesamtes Kollegium zurück.

Juli 2003

Der für Personal und Verwaltung zuständige Kommissar Neil Kinnock entlässt den Direktor des EU-Statistikamts Eurostat. Gegen drei Eurostat-Beamte werden Disziplinarverfahren wegen Doppelabrechnungen und undurchsichtiger Auftragsvergaben eingeleitet. Staatsanwälte und die EU-Betrugsbekämpfungsbehörde Olaf ermitteln.

Februar 2010

Die designierte EU-Kommissarin Rumjana Schelewa aus Bulgarien stößt wegen dubioser Geschäfte auf massiven Widerstand bei den Abgeordneten des Europaparlaments. Schelewa gibt auf. Bulgarien schickt als Ersatzkandidatin Kristalina Georgiewa, die bis heute in der EU-Kommission für internationale Zusammenarbeit und Katastrophenhilfe zuständig ist.

16. Oktober 2012

Nach Betrugsvorwürfen tritt EU-Gesundheitskommissar John Dalli mit sofortiger Wirkung zurück. Die EU-Anti-Betrugsbehörde Olaf hatte gegen Dalli ermittelt. Die Vorwürfe drehten sich um eine mögliche Einflussnahme der Industrie auf die geplante EU-Tabakgesetzgebung, für die Dalli als Gesundheits- und Verbraucherschutzkommissar zuständig ist. Der 64-Jährige weist alle Anschuldigungen zurück.

Die neue Bankenaufsicht soll die großen und somit für das gesamte Finanzsystem wichtigen Banken - mit einer Bilanzsumme von mehr als 30 Milliarden Euro oder einer Bilanzsumme von mehr als 20 Prozent der Wirtschaftskraft ihres Heimatlandes - direkt kontrollieren. Sie soll bei der Europäischen Zentralbank (EZB) angesiedelt werden und verhindern, dass Banken von nationalen Aufsichtsbehörden nicht streng genug kontrolliert werden und dann durch Finanzprobleme Staaten oder das gesamte europäische Finanzsystem in Schwierigkeiten bringen.

Von

afp

Kommentare (12)

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Numismatiker

10.01.2013, 14:54 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

Rene

10.01.2013, 15:17 Uhr

Die Frauenquote ist doch etwas Gutes ;-)

Rene

10.01.2013, 15:18 Uhr

Ich weiß, dass man große Banken braucht, die auch für großvolumige Projekte Darlehen vergeben können, ohne dass ein Clusterrisiko entsteht.
Aber mit den lokalen (kleineren) Banken habe ich ganz gut Erfahrungen gemacht.

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