Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

13.09.2011

09:22 Uhr

Eurokrise

Berlusconi sucht Finanzhilfe in China

Italien hofft auf Rückendeckung aus China: Rom bat das kommunistische Regime, italienische Anleihen im großen Stil aufzukaufen und Italien gegen eine Infektion mit dem Griechenland-Virus zu wappnen. Die Märkte reagieren.

Italiens Premier Silvio Berlusconi bei einem Parteitreffen in Rom. Reuters

Italiens Premier Silvio Berlusconi bei einem Parteitreffen in Rom.

RomItalien hat nach einem Bericht der Wirtschaftszeitung „Financial Times“ China um den Ankauf von Staatsanleihen im großen Stil gebeten. Wie das Blatt am Montag auf seiner Internetseite unter Berufung auf italienische Regierungskreise berichtete, traf sich eine vom Chef der China Investment Corp. angeführte Delegation in der vergangenen Woche unter anderen mit Finanzminister Giulio Tremonti in Rom.

Das italienische Finanzministerium bestätigte das Treffen, machte zum Inhalt der Gespräche aber keine Angaben. Kreisen zufolge gehörten zur chinesischen Delegation der Chef der China Investment Corp. sowie für Investitionen und Rentenmärkte zuständige Regierungsvertreter. Das chinesische Außenministerium erklärte am Dienstag, die Regierung in Peking vertraue Europa bei der Bewältigung der Schuldenkrise. Die Volksrepublik hoffe, dass Europa die chinesischen Investitionen in der Region bewahren kann.

Die Meldung sorgte an der Wall Street kurz vor Handelsschluss für Gewinne bei den wichtigsten Indizes . Auch die japanische Börse gewann. Der Euro legte deutlich zu. Italien ist hoch verschuldet und steht unter internationalem Druck, Reformen auf den Weg zu bringen.

China hatte im April signalisiert, verstärkt Schulden der unter Druck geratenen Euro-Länder aufkaufen zu wollen. Genaue Zahlen sind nicht bekannt. Die Volksrepublik hatte aber angegeben, Milliarden in Euro-Staatsanleihen investiert zu haben. Weil schätzungsweise ein Viertel der chinesischen Währungsreserven in Euro-Anleihen investiert sind, haben chinesische Politiker wiederholt ihre Unterstützung für die von der Schuldenkrise gebeutelte Währungsregion bekundet.

Von

rtr

Kommentare (17)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Kronecker

13.09.2011, 07:47 Uhr

Vor ein paar Jahren wurde man noch vom Verfassungsschutz interviewt, wenn man chinesischen Wissenschaftlern den Scientific American zukommen ließ. Heute leben wir davon. Es muss verdammt schlecht um Europa stehen.

Neutral

13.09.2011, 07:54 Uhr

Na ja...zumindest wurde diese positive Nachricht von Gestern nicht unterschlagen. Diese hatte die Boersen weltweit bewegt, doch das HB wuerdigte dies bis heute frueh nicht. Da wird lieber die "Kakophonie" herausgestellt. Auch it der Beitrag des HB nicht ganz richtig, den Kernpunkt der Besprechungen waren, dass China an Investments, Beteiligungen in der italienschen Industrie interessiert sei. Bond-Aufkaeufe seien nicht Thema der Besprechungen gewesen. Also, immer schoen bei der Wahrheit bleiben - gell!

smily-xy

13.09.2011, 09:45 Uhr

Da ruft ein Verbrecher (Korruption...) einen anderen Verbrecher (Menschenverachtung, Folter, Mord...) zu Hilfe. Da wird es bald heissen: die Geister, die ich rief, die werd ich nicht mehr los. Hat man immer noch nicht begriffen, dass die chinesischen Staatsoberhäupter keine Gutmenschen sind?

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×