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10.11.2011

17:31 Uhr

Eurokrise

Die EZB als letzte Rettung

Die große Angst der Europäer ist Realität geworden: Italien hat sich angesteckt, weitere Schwergewichte zittern. Der Euro-Rettungsschirm ist zu klein, der Ruf nach der einzig wirklich effektiven Finanzfeuerwehr wird laut.

Das Euro-Logo vor der Europäischen Zentralbank (EZB). dpa

Das Euro-Logo vor der Europäischen Zentralbank (EZB).

Düsseldorf/FrankfurtDer Blick auf den italienischen Schuldenberg von 1,9 Billionen Euro jagt den Finanzexperten Angst ein. Wie soll sich ein Rettungsschirm mit einem Volumen von derzeit 440 Milliarden Euro gegen die Gefahr stemmen, dass Italien fällt und die Finanzkrise immer weiter um sich greift? „Jetzt kann nur noch die EZB helfen“, bringt Thomas Mayer, Chefvolkswirt der Deutschen Bank, die Forderungen vieler Politiker, Investoren und Ökonomen auch aus Deutschland auf den Punkt.

„Es geht um das Überleben der  Währungsunion“,  argumentiert Mayer. Und er hat ein konkretes Einssatzszenario entwickelt. Er plädiert dafür, dass die EZB zunächst eine Obergrenze für die Rendite zehnjähriger italienischer Staatsanleihen setzt – und dass sie dann verspricht, diese Grenze mit unbegrenzten Mitteln zu verteidigen. Im Gegenzug müsse sich Italien verpflichten, eine konsequente Sparpolitik und tiefgreifende Strukturreformen umzusetzen. Dann, da ist sich Mayer sicher, würden auch die deutschen Mitglieder im Zentralbankrat zustimmen.

Erik Nielsen, Chefvolkswirt der italienischen Bank Unicredit, schlägt vor, diese Zinsobergrenze für italienische Anleihen für zwei Jahre auf vier Prozent zu setzen. Das gebe der neuen Regierung der Post-Berlusconi-Ära Zeit, ihre Reformen umzusetzen und werde den Käufern von Staatsanleihen neues Vertrauen einflößen.

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„Die Hauptzutat, die fehlt, um das Vertrauen zurückzubringen, ist eine klare Stellungnahme der EZB, dass sie im Fall der Fälle jeden Euro-Staat gegen irrationale Marktpanik schützen wird“, sagt auch Holger Schmieding, Chefvolkswirt der Berenberg Bank.

Kommentare (56)

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Account gelöscht!

10.11.2011, 17:40 Uhr

Meine Güte. Was für ein Zirkus.

Account gelöscht!

10.11.2011, 17:41 Uhr

Oh ja, die Obergrenze für die Rendite zehnjähriger italienischer Staatsanleihen auf 4 Prozent setzen für 100 Jahre, endlich die Lösung, ich freue mich so, das flößt mir unbegrenztes Vertrauen ein, ich eile, ich will kaufen, her damit ...... ääähhhhhhh - Hahahahahahahahhaaaaaahhhhhhh ..
ich krieg' keine Luft mehr vor Lachen ......

R.Rath

10.11.2011, 17:54 Uhr

Das Rezept hat vorgestern schon Herr Rürup aus dem Hut gezaubert, deshalb wird es heute nicht besser. Wer sich auf diese Weise eskamotierend betätigt unterschätzt die Marktkräfte, die sich nicht auf diese billige Weise hinters Licht locken lassen, ganz abgesehen davon dass man jede seriöse Geldpolitik in Zukunft in der Pfeife rauchen kann.

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