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15.05.2012

20:28 Uhr

Eurokrise

EU will mehr Krisenvorsorge in Bankenbranche

Die europäischen Banken müssen sich auf strenge Krisenvorsorge gefasst machen. Die EU-Abgeordneten wollen vor allem für Großbanken die Latte bei der Absicherung gegen Verluste höher legen.

Bankentürme in Frankfurt am Main. dpa

Bankentürme in Frankfurt am Main.

BrüsselIn Europa müssen sich die Banken auf eine strengere Krisenvorsorge einstellen als international geplant. Sowohl die EU-Staaten als auch das Europäische Parlament beschlossen, den Gesetzentwurf zu höheren Eigenkapitalanforderungen zu verschärfen. Auf Drängen Großbritanniens und Schwedens einigten sich die EU-Finanzminister am Dienstag in Brüssel darauf, dass nationale Aufseher die weltweit gültigen Quoten durch eigene ergänzen dürfen. Die EU-Abgeordneten wollen vor allem für Großbanken die Latte bei der Absicherung gegen Verluste höher legen.

Parlament und Mitgliedstaaten können nun die Verhandlungen über das Gesetzespaket beginnen, mit dem die schärferen internationalen Eigenkapitalregeln (Basel III) in europäisches Recht umgesetzt werden. Die neuen Regeln für 8300 Banken in der EU sollen Anfang 2013 in Kraft treten. Die Banken werden damit gezwungen, ihre Kreditrisiken künftig mit viel mehr Eigenkapital abzusichern als bisher. Damit sollen Bankenpleiten und staatliche Rettungsaktionen für Geldhäuser verhindert werden. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble nannte den mühsam erzielten Kompromiss der Minister ein sehr gutes Ergebnis. „Ich hoffe, dass sich eine solche Krise nicht wieder ereignet.“

Großbritannien und Schweden hatten die Optionen auf nationale Verschärfungen der globalen Standards durchgesetzt. Sie wollen aufziehende Krisen im Bankensektor damit besser verhindern. Die unter dem Schlagwort "Basel III" bekannten Regeln verlangen von den Banken, bis 2019 die Quote des harten Kernkapitals zur Deckung möglicher Verluste auf sieben von derzeit zwei Prozent anzuheben. Sie müssen in Höhe dieses Anteils - gemessen an ihren offenen Forderungen - eigene Bankaktien beiseitelegen oder Gewinne einbehalten.

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