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07.11.2011

22:51 Uhr

Eurokrise

Griechen einigen sich auf Übergangsregierung

Die Verhandlungen über die Bildung einer griechischen Übergangsregierung sind abgeschlossen. Die Parteien hätten sich geeinigt. Das Ergebnis soll laut Medienberichten jedoch erst am Dienstag bekannt gegeben werden.

Die griechische Flagge vor dem Parlamentsgebäude in Athen. Reuters

Die griechische Flagge vor dem Parlamentsgebäude in Athen.

In Griechenland haben sich die Parteien auf die Bildung einer neuen Regierung verständigt. Die Gespräche seien positiv verlaufen, teilte Regierungssprecher Ilias Mosialos am Montagabend der Nachrichtenagentur dpa mit. Einzelheiten nannte er nicht. Das staatliche Fernsehen NET berichtete, das Ergebnis solle erst am Dienstag bekanntgegeben werden.

Griechische Medien hatten zunächst von Komplikationen bei der Einigung auf einen neuen Ministerpräsidenten berichtet. So fordere der aussichtsreichste Kandidat, der ehemalige Vizepräsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Lucas Papademos, weitreichende Befugnisse und lehne eine reine Expertenregierung ab. Einige griechische Medien berichteten sogar, die Parteien seien auf der Suche nach einem neuen Kandidaten für das Amt des Regierungschefs. Im Gespräch sei der Europäische Bürgerbeauftragte Nikiforos Diamandouros. Griechische Medien mutmaßten zudem am Abend, neuer Ministerpräsident könnte Panagiotis Roumeliotis werden. Er ist
bislang ständiger Vertreter Griechenlands beim Internationalen Währungsfonds (IWF). Er sei auf dem Weg aus Washington nach Athen.

Ein weiteres Zeichen, dass der politische Wirrwar in Athen zu Ende gehen könnte, kam aus dem Büro des Interims-Ministerpräsidenten Giorgos Papandreou. Dieses teilte am Abend mit, dass am Dienstag um die Mittagszeit der griechische Ministerrat tagen werde. Griechische Medien vermuteten, Papandreou werde dabei auch offiziell zurücktreten und den Weg für die Bildung einer neuen Regierung freimachen.

Papademos, der am späten Nachmittag aus den USA kommend in Athen eingetroffen war, soll eine längere Amtszeit gefordert haben. Am Vorabend hatten die sozialistische PASOK und die konservative ND
vereinbart, die Übergangsregierung solle nur bis Mitte Februar amtieren.

In Griechenland soll eine Regierung der nationalen Einheit gebildet werden, um die beim jüngsten Eurogipfel Ende Oktober gefassten Beschlüsse zur Rettung des Landes umzusetzen. Ministerpräsident Papandreou hatte vor einer Woche mit der Ankündigung für Aufregung gesorgt, die Griechen in einer Volksabstimmung über die Gipfelbeschlüsse abstimmen zu lassen. Unter internationalem Druck nahm er inzwischen Abstand von dem Vorhaben und kündigte an, zu Gunsten einer Einheitsregierung auf sein Amt zu verzichten.

Kommentare (4)

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Wutbuerger

07.11.2011, 20:58 Uhr

"Am Sonntag sei in einem Telefonat seine Bereitschaft vorgefühlt worden und seitdem habe es keinen Kontakt gegeben, sagte Diamandouro am Montag der Nachrichtenagentur Reuters"

Man sollte irische Call-Center nicht allzu ernst nehmen. Ich hebe seit Jahren nicht mehr ab.

fondsberater

07.11.2011, 21:39 Uhr

was ist da eigentlich so schlimm? Griechen raus - und endlich Schluß mit diser neverending story, die sowieso viel zu teuer ist. Allein ich zweifle an der Wahrnehmungfähigkeit von Murksel und ihrem ständig begleitendem Rollstuhlfahrer; die blenden jeden Verstand, Verpflichtung ihres Eides, jedwede bindende Verträge einfach aus. Deren heilige Kuh heißt Euro und Europa. Ist es dafür notwendig Gold und Währungsreserven zu opfern? Ist die Selbstaufgabe nationaler Interessen - speziell der deutschen gewünscht, gefordert oder notwendig? Incl. Grundgesetzänderung?
Meine Meinung: wir werden verladen, verkauft, verramscht, betrogen, belogen und von der führenden Politikerclique schlicht und ergreifend ignoriert - das wird und muß sich ändern! Revolution liegt in der Luft

demokratiefreund

08.11.2011, 03:05 Uhr

Ganz Europa geht gerade einer gewaltigen Entdemokratisieruns- und Spekulationswelle, die von den Amis gegen den Euro ausgeht auf den Leim. Für die nächsten 30 Jahre wird man uns dann erzählen, spart nur fleissig, denn sonst geht es Euch wie den Griechen und man kann mit dieser Drohung die Bürger dahin lenken, wohin man sie haben will. Italien ist dasnächste Ziel. Ich mag Berlusconi zwar nicht, aber Italien hat den höchsten Primärüberschuss der Eurozone, von 2002 bis heute ist die Verschuldung zum BIP von 114% auf 120% angestiegen, während in dieser Zeit sich das Defizit der USA verdoppelt hat. Das Staatsvermögen Italiens ist in der gesamten Eurozone mit am höchsten und es gibt hohes Privatvermögen. Italien wird schlecht geredet und ist das nächste Ziel der angelsächsichen Finanzmafia aus London und New York. Schon vergessen? Die Finanzkrise nahm in den USA ihren Ausgang, weil die Amis unglaublichen Finanzierungsbedarf haben. Nach platzen der Immoblase holen Sie sich jetzt das Geld der Chinesen, indem sie die Eurozone schlechtreden, obwohl diese trotz aller Probleme im Vergleich zu den Amis der Einäugige unter den Blinden ist. Die Amis waren schon immer Marketingfachleute und sie wissen, wie man den Leuten etwas einredet. Man nehme einfach wie im Fall Irak offensichtliche Problemfelder (Saddam) eines Landes und denunziere es dann (Massenvernichtungswaffen). Wenn alle Welt dann auf den Leim gegangen ist wird zugeschlagen. Die Occupy-Bewegung sollte statt vor den Banken vor den Botschaften der USA weltweit stattfinden.

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