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06.11.2011

15:21 Uhr

Eurokrise

Kanada ist gegen IWF-Hilfen für Europa

VonDonata Riedel

ExklusivFür den kanadischen Finanzminister ist der IWF dazu da, finanzschwachen Staaten in der Not zu helfen. Europas Länder seien für diese Hilfen aber zu reich. Zur Bewältigung der Eurokrise empfahl er die USA als Vorbild.

Der kanadische Finanzminister Jim Flaherty. Reuters

Der kanadische Finanzminister Jim Flaherty.

DüsseldorfDer kanadische Finanzminister Jim Flaherty lehnt umfangreiche Hilfen des IWF zur Bewältigung der Eurokrise strikt ab. „Der IWF ist dazu da, finanzschwachen Staaten in Notlagen beizustehen. Die Euro-Staaten jedoch sind relativ reich“, sagte er dem Handelsblatt. „Die stärkeren Staaten in Europa müssen die Mittel für die Finanzierung der Eurozone bereitstellen“, forderte er. Es sei vor allem in jenen Staaten, die einen höheren Schuldenstand haben als die meisten europäischen Staaten, wie Japan und die USA, sehr schwer, der Bevölkerung zu erklären, warum sie Mittel für einen Fonds in Europa bereitstellen sollten, meinte er. 

Zur Bewältigung der Eurokrise empfahl er die USA als Vorbild: Während der Bankenkrise habe die US-Regierung überwältigend viel Geld für die Bankenkapitalisierung bereitgestellt und dieses inzwischen mit Zinsen zurückbekommen. „Wenn ich die Europäische Situation damit vergleiche, würde ich sagen: Ihr müsst nicht die exakte Summe nennen, die vielleicht benötigt wird“, sagte Flaherty. „Aber: überwältigt das Problem mit der Bereitstellung von mehr Mitteln als ihr jemals brauchen werdet“, empfahl er. So bekäme Europa die Ansteckungsgefahren unter Kontrolle.

Kommentare (19)

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06.11.2011, 15:29 Uhr

Das Konzept gefällt mir. :-) Der Kanadier ist ein echter Experte.

mari

06.11.2011, 15:44 Uhr

Griechenland, Portugal und auch Irland sind definitiv finanzschwache Staaten geworden. Im übrigen ist es auch nicht nachvollziehbar, warum deutsche Steuerzahler und Sozialsystem für die Schuldenstaaten aufkommen müssen.

Es ist klar zu erkennen: Amerikanern, Briten und Kanadiern geht es darum, die gut durch die Krisen gekommenen europäischen Staaten zu schwächen. DE beteiligt sich über den EFSF und über den IWF.

Da es den EFSF schon gibt und somit Europa seinen Extra-Beitrag geleistet hat, muss der IWF eben jetzt die Lücken füllen.

PikAs

06.11.2011, 15:54 Uhr

Es zeigt sich immer wieder, der Euro als Kunstprodukt taugt keinen Pfifferling. Richtig erkannt: wieso sollen andere Länder diese Währung retten?
Wieso soll D den halben Euroraum retten?
Gegen alle Verträge und Gesetze wurde seitens der Politik gehandelt - aber Klein Lieschen wird sofort bestraft, wenn sie nur falsch parkt.

Hinter dem Euro steht nur ein Hühnerhaufen der Politik. Die Bevölkerungen wollen das nicht mittragen. Wieso auch?
Wir wurden nicht mal gefragt, ob wir diese künstliche Währung haben wollen. Warum also sollten wir sie verteidigen?

Die Mentalitäten und die Wirtschaft der europaischen Länder ist viel zu verschieden, um das unter einen Hut zu bringen. Uns allen ging es vor dem Euro besser. Einige Länder haben einige Jahre von unserem Geld profitiert, während in Deutschland die Gehälter dank Inflation geschrumpft sind. Wieso sollen wir das weiter finanzieren wollen???

Profiteure des Euro waren und sind die Hochfinanz, die Großindustrie und die daran partizipierenden Politiker. Gibt es doch mittlerweile viel mehr Unsinn zu verwalten, als vorher.

Mir reicht es. Ich will ein Europa der Vaterländer mit jeweil eigener Währung und eigener Verantwortlichkeit. Ich will keine Transferunion (die wir schon haben). Ich bin gegen den ESM und gegen die "Dauerrettungen".

Eine Währung, welche schon so oft gerettet wurde, ist in meinen Augen keine Währung!

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