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26.06.2012

22:44 Uhr

Eurokrise

Spaniens Neuverschuldung gefährdet die Sparziele

Spaniens rasante Neuverschuldung könnte die Sparziele des Landes gefährden. Schon im Mai lag das Haushaltsdefizit nur knapp unter der Vorgabe fürs Gesamtjahr.

Spanische Euro-Münzen. Die Neuverschuldung des Landes gefährdet die ehrgeizigen Sparziele. dpa

Spanische Euro-Münzen. Die Neuverschuldung des Landes gefährdet die ehrgeizigen Sparziele.

MadridDie rasante Neuverschuldung in Spanien gefährdet die Sparziele des hoch verschuldeten Euro-Landes. Bereits Ende Mai lag das Haushaltsdefizit bei 3,4 Prozent der Wirtschaftsleistung und damit nur knapp unter der Vorgabe von 3,5 Prozent für das Gesamtjahr, wie aus Daten des Finanzministeriums am Dienstag hervorging. Vorgezogene Zahlungen über fast neun Milliarden Euro an die Regionen hätten die Verschuldung bis Ende Mai auf 36,4 Milliarden Euro ansteigen lassen. Ohne die jährlichen Geldtransfers läge das Defizit der Regierung zufolge bei 2,38 Prozent der Wirtschaftsleistung.

In das Defizit der Zentralregierung werden Sozialleistungen und die Haushalte der 17 Regionalregierungen allerdings nicht mit eingerechnet. Diese Posten laufen aber in das Gesamt-Defizit mit ein, mit dem sich Spanien bei der EU verantworten muss. 2011 lag diese Kennziffer bei 8,9 Prozent. Spanien steht unter Druck der Euro-Partner und der Finanzmärkte, die Zahl in diesem Jahr auf 5,3 Prozent zu senken.

Ministerpräsident Mariano Rajoy hat bereits Steuererhöhungen und Ausgabenkürzungen im Volumen von rund 45 Milliarden Euro angekündigt. Doch weil die Wirtschaft bereits in der Rezession steckt, halten manche Experten die harten Einschnitte für kontraproduktiv. Die schwache Wirtschaftsentwicklung schlägt sich bereits in den Kassen des Staates wieder: So sanken die Einnahmen aus der Mehrwertsteuer von Januar bis Mai um rund zehn Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, wie das Finanzministerium mitteilte. Die Regierung erwägt, einzelne Produkte und Dienstleistungen höher zu besteuern.

Spanien hat EU-Hilfen für seinen maroden Bankensektor beantragt und gerät an den Finanzmärkten immer stärker unter Druck. Bei der ersten Auktion von Staatspapieren nach dem Hilfsantrag verdreifachten sich die Zinsen für Dreimonatspapiere verglichen mit der jüngsten Auktion im Mai nahezu. Die Ratingagentur Moody's wertete als Folge der jüngsten Ereignisse die Kreditwürdigkeit von 28 spanischen Banken teils massiv ab.

Von

rtr

Kommentare (3)

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Claudia

26.06.2012, 23:17 Uhr

EU-Hilfen und Sparziele scheinen nicht die Lösung für das europäische Problem zu sein.Der Euro funtioniert nur mit einer politischen Einheit Europas oder als zweite Handelswährung neben den alten Landeswährungen. Wahrscheinlich wäre es einfacher die alten Währungen wieder zeitgleich einzuführen und den Euro als Handelswährung und Barometer für den Euroraum zu belassen.

whisky

26.06.2012, 23:19 Uhr

Die Neoliberalen kapierens nicht. Falsche Diagnose und deshalb falsche Medizin in immer höheren Dosen. Ergebnis siehe unten. Trotz höherer Steuersätze weniger Einnahmen und ab gehts in die Rezession bzw. Depression. Es sind halt die Rezepte, die vor ca. 80 Jahren auch schon nicht funktioniert haben.
"Ministerpräsident Mariano Rajoy hat bereits Steuererhöhungen und Ausgabenkürzungen im Volumen von rund 45 Milliarden Euro angekündigt. Doch weil die Wirtschaft bereits in der Rezession steckt, halten manche Experten die harten Einschnitte für kontraproduktiv. Die schwache Wirtschaftsentwicklung schlägt sich bereits in den Kassen des Staates wieder: So sanken die Einnahmen aus der Mehrwertsteuer von Januar bis Mai um rund zehn Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, wie das Finanzministerium mitteilte."

anacondafucker

27.06.2012, 04:55 Uhr

Hat jemand schon mal, außer Gurken, Tomaten und Wein ein Produkt `made in spain`gesehen?
Immobilien, Autobahnen,Kreisverkehre,Flughäfen und Hochgeschwindigkeitstrassen produzieren nichts!
(...)
Spanien wird im globalen Konkurrenzdruck untergehen und in den Status eines Dritte-Weltlandes zurückfallen, da hilft kein Tricksen und Verschönern der Zahlen.
Und von wegen gutausgebildete Jugendliche und Fachkräfte!
(...)

Alles andere sind Europaträumereien von Politikern und deren schönschreibenden Medien, die fern jeglicher Realität
ihren Phantastereien freien Lauf lassen.
Ein Südamerikaner!
+++ Beitrag von der Redaktion editiert +++

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