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13.05.2011

02:29 Uhr

Europaabgeordneter

Elmar Brok fürchtet das Zerbröseln der EU

Dänemark Rückkehr zu Grenzkontrollen hat in Deutschland teilweise heftige Reaktionen ausgelöst. Der Europaabgeordnete Elmar Brok nennt es "dänischen Wahnsinn" und befürchtet nun einen Zerfall der EU.

CDU-Europaabgeordneter, Elmar Brok. Quelle: PR

CDU-Europaabgeordneter, Elmar Brok.

HalleDer CDU-Europaabgeordnete Elmar Brok hat sich angesichts der Debatten um den Euro und der Wiedereinführung von Grenzkontrollen durch Dänemark besorgt über die Zukunft der Europäischen Union geäußert. „Ich mache mir große Sorgen um Europa, weil die Gefahr besteht, dass alles zerbröselt, was geschaffen wurde“, sagte er der in Halle erscheinenden „Mitteldeutschen Zeitung“ (Freitag).

Er sprach von einem „dänischen Wahnsinn“, der das Thema innere Sicherheit als Hebel benutze, obwohl sich die Sicherheitslage gar nicht verschlechtert habe. „Ich würde es für richtig halten, wenn die EU-Kommission den Mut fände, solche Länder beim Europäischen Gerichtshof zu verklagen“, sagte Brok. „Wenn wir hier schleichende Prozesse zulassen, dann gibt es kein Ende“, warnte er.

Von

dpa

Kommentare (5)

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Fehlkonstruktion-Euro

13.05.2011, 03:34 Uhr

Die europäische Währungsunion ist gescheitert, nur will es keiner der verantwortlichen EUromantikern zugeben.
Viele Fachleute haben schon vor der Euro Einführung gewarnt.
Der Fehler ist die Einheitswährung Euro selber!
Eine einheitliche Währung für Volkswirtschaften mit so unterschiedlicher Produktivität, Ausrichtung, Leistungs- fähigkeit und bereitschaft ist ökonomisch gröbster Unsinn.
Eine Währung hat die wichtige Funktion, Ungleichgewichte in den Außenbilanzen zwischen einzelnen Volkswirtschaften auszugleichen. Der Euro vernichtet dieses Basiselement. Deshalb muß die Anpassung über die Realwirtschaft, sprich Löhne und Preise, erfolgen. Die Folge sind Rezession, wegbrechen der Staatseinahmen, abhängigkeit der schwächeren Ländern von permanenten! Transferleistungen.
Die EU Diktaturwährung TEuro, versklavt die freien Völker Europas, indem sie die einen zu Almosenempfängern degradiert und die anderen ausplündert.
Der Euro ist ein frankensteinsches Monstrum, welches nur durch die Politik und unvorstellbare Mengen an Subventionen, siehe ESM, künstlich am Leben erhalten wird.
Und dies alles zu Lasten des Steuerzahlers!
Ein freies und gesundes Europa und auch Deutschland braucht keine Währungsunion!!
Die Verletzung geltenden Rechts mit dem Bruch des Lissabon Vertrages gegen das "No Bail Out" Gesetz Art. 125 AEUV (früher Art. 103 EG) zeigt das wahre Gesicht der EU, die Recht beugt und Gesetze bricht und ändert wie es für sie gerade zweckmäßig ist.
Über die mafiösen Strukturen innerhalb der EU die Korruption möglich machen (z. B. Ex-Ösi Bundeskanzler Wolfgang Schüssel ! und andere bereits überführte und zurückgetretene ** Verbrecher) wollen wir hier erst gar nicht reden.
Die EU ist eine despotische, undemokratische, ja diktatorische Organisationen; ohne jegliche demokratische Legitimierung der Bürger welche von dieser zur Erreichung eigenster Interessen ausgebeutet werden. Der Rettungsschirm ist Augenwischerei, er hilft den Ländern leider nicht wie man sieht!

Ondoron

13.05.2011, 07:26 Uhr

Zuallererst: Ich bin Europäer, aus tiefster Überzeugung. Und ich kenne mich in der Geschichte gut aus.
Aber Europa ist mit dem Euro auf dem Holzweg. Er kann nicht funktionieren. Ein "politisches Projekt" ohne Grundlage zerstört alles. Die Grundlage für den Euro wären die "Vereinigten Staaten von Europa" - die will aber niemand. Ich auch nicht. Und der Grund ist ganz einfach: Europa ist Vielfalt in Kultur, Charakteren, Mentalitäten und Lebensweisen, und genau das möchte ich erhalten und nicht einem technokratischen Superstaat opfern. Den Euro als Zwangshebel für einen Einigungsprozess zu nehmen ist eben vor allem eins: ZWANG! Und das ist Diktatur, auch wenn diese euphemistisch verklärt wird. Freiheit ist das wichtigste Gut. Jeder soll so leben, wie er will. Auch die Griechen. Aber genau dazu passt keine gemeinsame Währung. Und langsam schwant das den Eurotechnokraten. Sie haben das Spiel verloren, denn die Bevölkerung wird nicht mitmachen - die Eurokraten sagen natürlich, weil sie "dumm" ist. Und es gibt natürlich genug Verblendete, die in Gedankenmustern aus dem 19. Jahrhundert von einer europäischen Großmacht träumen, die es mit den USA und China aufnehmen könnte. Das ist einfach nur lachhaft! Und aufnehmen in welcher Hinsicht? Europa kann nur wirtschaftlich triumphieren, und das kann es nur, wenn es den Wettbewerb in Europa stärkt, aber nicht mit gleichmacherischen "politischen Projekten", die unweigerlich in die EUSSR führen. Die derzeitigen Eliten sind verbraucht, sie haben nicht die Kraft, einen Schritt zurückzugehen und ein Europa der Vielfalt und Toleranz zuzulassen. Lieber schwadronieren sie dann von Schuld, Krieg und Frieden. Das ist jämmerlich, gedankenlos, kontraproduktiv und in meinen Augen dumm!

Gerichtshof-fuer-EU

13.05.2011, 09:19 Uhr

„Ich würde es für richtig halten, wenn die EU-Kommission den Mut fände, solche Länder beim Europäischen Gerichtshof zu verklagen“. Vorher sollte der ach so unabhängige Gerichtshof noch über den Vertragsbruch 2010 entscheiden. Da wird EU-Recht gebeugt, Verträge gebrochen, um das Experiment Euro auf Kosten der Steuerzahler zu erhalten. Die Dänen tragen dem Willen ihrer Bürger Rechnung und sind (noch) ein souveräner Staat, Die Eurokraten befürchten wohl Machtverlust, weil sie nationale Parlamente entmachten wollen. Ich sehe eher EU-Euro-Wahnsinn als dänischen. Gäbe es in Europa freie Volksabstimmungen über EU und Euro, würde Brok nicht mehr da sitzen, wo er jetzt sitzt. Übrigens, ich hoffe Sie behalten Recht.

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