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23.12.2013

08:59 Uhr

Europäer 2014 stärker gefordert

Afrika bleibt der Krisenkontinent

Krisen und Konflikte in Afrika werden auch 2014 die UN und die Ex-Kolonialmacht Frankreich beschäftigen. Paris fordert von den Europäern mehr Engagement. Unruhen und Unsicherheiten fördern den Flüchtlingsstrom.

In Ostafrika müssen jetzt auch die Nachbarländer büßen, die zur Bekämpfung der Dschihadisten Soldaten nach Somalia entsandt haben. dpa

In Ostafrika müssen jetzt auch die Nachbarländer büßen, die zur Bekämpfung der Dschihadisten Soldaten nach Somalia entsandt haben.

Kapstadt/Addis AbebaAfrikas Führer lieben den Slogan „Afrikanische Lösungen für afrikanische Probleme“. Auch auf der 50-Jahr-Feier der Afrikanischen Union (AU) im Mai wurde immer wieder der Wille zu wirklicher Unabhängigkeit und Selbstbestimmung auf dem Kontinent betont. Aber Bürgerkriege in Mali und in der Zentralafrikanischen Republik konfrontierten Afrika sehr schnell mit der Realität. Nur dank des Eingreifens französischer Truppen konnte Mali stabilisiert werden; auch in Zentralafrika konzentrieren sich alle Hoffnungen auf die ehemalige Kolonialmacht.

Paris hat in den vergangenen Jahren schon mehrfach bewiesen, dass es Chaos und endloses Blutvergießen in Afrika verhindern will - nun aber verlangt Frankreichs Präsident François Hollande mehr Einsatz der europäischen Partner auf dem Krisenkontinent, zumindest finanziell. Denn auch 2014 sind die Perspektiven für Afrika düster. Zwar frohlocken Weltbank und manche Ökonomen über Stabilisierung, starkes Wirtschaftswachstum und neue Mittelklasse in Afrika. Auch ist die Zahl demokratischer Staaten gewachsen.

Aber der Boom basiert oft nur auf den Export von Rohstoffen. Eine enorm hohe Geburtenrate belastet jede Entwicklung. Schließlich wird in vielen Teilen des Kontinents gekämpft, vielerorts glimmen Krisen, drohen Kämpfe. Berichte aus Somalia oder Nigeria signalisieren auch, dass angesichts Afrikas Leiden der Strom von Flüchtlingen nach Europa anhalten wird.

Woran Frankreich krankt

Wettbewerbsfähigkeit

In Frankreich sticht die ungünstige Entwicklung der Wettbewerbsfähigkeit hervor. Auch deshalb ist der Weltmarktanteil des Exportsektors des Landes deutlich gesunken; die Leistungsbilanz hat sich seit Beginn der Währungsunion kontinuierlich verschlechtert– von einem Überschuss von 2,6 Prozent des Bruttoinlandsprodukts zu einem Defizit von zuletzt etwa 2 Prozent. Im Durchschnitt der zurückliegenden drei Jahre hat Frankreich damit das höchste Leistungsbilanzdefizit aller Kernländer aufgewiesen. Im „Global Competitiveness Report 2012-2013“ belegt Frankreich damit nur Rang 21 von insgesamt 144 Ländern. Im Jahr 2010 wurde es mit Rang 15 noch deutlich besser bewertet.

Quelle: Frühjahrsgutachten der führenden deutschen Wirtschaftsforschungsinstitute; Commerzbank

Lohnstückkosten

Die Lohnstückkosten sind seit 1999 um 30 Prozent gestiegen. Die Lage heute: Während eine Arbeitsstunde deutsche Arbeitgeber 30,40 Euro kostet, fallen westlich des Rheins 34,20 Euro an. Typisch für den Niedergang sind die Autobauer. „Hier verdichten sich die Probleme Frankreichs“, sagt Commerzbank-Chefökonom Jörg Krämer. Das Land produziere 40 Prozent weniger Kraftfahrzeuge als 2005, Deutschland dagegen 15 Prozent mehr.

Arbeitslosigkeit

Die wirtschaftliche Entwicklung lässt kaum eine deutliche Reduzierung der Arbeitslosigkeit und der öffentlichen Verschuldung erwarten. Die Arbeitslosigkeit dürfte auf einem hohen Niveau jenseits von 10 Prozent verharren.

Staatsverschuldung

Noch wird die Schuldentragfähigkeit von den Anlegern nicht in Frage gestellt. Die öffentliche Verschuldung Frankreichs hat sich aber seit der Großen Rezession deutlich erhöht. Zwischen 2008 und 2012 stieg die Schuldenstandsquote um rund 25 Prozentpunkte auf über 90 Prozent. Im Jahr 2012 lag die Defizitquote weiterhin deutlich oberhalb von 3 Prozent, und auch für das Jahr 2013 wird eine diesen Wert überschreitende Quote erwartet. Damit steigt die öffentliche Verschuldung weiter.

Private Verschuldung

Die private Verschuldung ist in Frankreich weniger stark gestiegen und liegt auf einem deutlich geringeren Niveau als z. B. in Irland, Spanien und Portugal. Dennoch ist Frankreich das einzige der ausgewählten Länder, in dem die private Verschuldung auch seit 2009 noch merklich zunimmt.

Verlust von Weltmarktanteilen

Große Probleme bestehen im externen Sektor. Der überdurchschnittlich starke Verlust von Weltmarktanteilen ist in Kombination mit trendmäßig steigenden Leistungsbilanzdefiziten besorgniserregend. Dies dürfte nicht allein auf Veränderungen der preislichen Wettbewerbsfähigkeit zurückzuführen sein; diese hatte sich zwischen 2000 und 2008 permanent verschlechtert, verbesserte sich seitdem aber. Insbesondere Frankreichs Exportwirtschaft ist es nicht gelungen, vom ökonomischen Aufschwung der Schwellenländer zu profitieren, sondern sie hängt nach wie vor von den Märkten im Euroraum ab.

Kaum ein Monat war 2013 ohne neue Schreckensmeldungen. Kurz vor Weihnachten macht ein alt bekanntes Krisenland wieder Schlagzeilen: Im erst 2011 nach jahrzehntelangem Blutvergießen unabhängig gewordenen Südsudan brodelt ein Machtkampf zwischen Präsident Salva Kiir und seinem im Juli entlassenen Ex-Vize Riek Machar. Die blutigen Unruhen haben sich von der Hauptstadt Juba auf andere Landesteile ausgeweitet - Experten warnen bereits vor einem neuen Bürgerkrieg, während die gebeutelte Bevölkerung in Panik die Flucht ergreift.

Weitere Brutgebiete für blutige Massaker bleiben Nigeria und Somalia. Zwar bekämpfen die Regierungen in Abuja und Mogadischu die Islamisten der Boko Haram beziehungsweise der Al-Shabaab-Miliz auf heimischem Boden mit recht großem Erfolg. Aber Bombenanschläge sind in beiden Ländern noch immer an der Tagesordnung. 2013 haben die Attacken allein in Nigeria laut UN-Zahlen mehr als 1200 Opfer gefordert - und ein Ende der Extremistengewalt ist nicht in Sicht.

Kommentare (1)

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Frank3

23.12.2013, 21:11 Uhr

Ja ! Wer Verstand hat , hat verstanden und sieht Nicht Lösung nur im Schleusen öffnen , für Noch billigere Arbeitskräfte in Konkurrenz . . .
Ursache ist das ausbeuten und Keine Sozialrechte durch uns in Stich gelassen !! Weil Nicht als Menschen mit ihnen reden sondern nur am überleben halten mit Füttern aber Nicht Recht auf BGE um nicht so viele Kinder . . . , mit Verstand . . . VERSTAND FEHLT BEI . . . ?

Frank Frädrich verraten

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