Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

21.08.2012

17:49 Uhr

Europäische Privatgesellschaft

Brüssel will Europa-GmbH ohne Deutschland einführen

VonMichael Brächer

ExklusivDie EU-Kommission erwägt, die sogenannte Europa-GmbH auch ohne deutsche Beteiligung einzuführen. EU-Binnenmarktkommissar Michel Barnier prüft „verschiedene Wege, das Vorhaben voranzubringen“.

Michel Barnier prüft, ob sich die sogenannte Europa-GmbH auch ohne deutsche Beteiligung einführen lässt. dapd

Michel Barnier prüft, ob sich die sogenannte Europa-GmbH auch ohne deutsche Beteiligung einführen lässt.

BrüsselDie EU-Kommission erwägt, die sogenannte Europa-GmbH auch ohne deutsche Beteiligung einzuführen. EU-Binnenmarktkommissar Michel Barnier prüft „verschiedene Wege, das Vorhaben voranzubringen“, sagte ein Sprecher dem Handelsblatt (Mittwochausgabe) in Brüssel. Barnier ziehe dabei „auch die sogenannte verstärkte Zusammenarbeit“ in Betracht. Im vergangenen Jahr hatte die Bundesrepublik einen Richtlinienentwurf der Kommission zur Schaffung der Europäischen Privatgesellschaft (SPE) im Ministerrat blockiert.

Das Verfahren der verstärkten Zusammenarbeit erlaubt es einer Gruppe von Mitgliedsstaaten, gemeinsame Regeln einzuführen, ohne dass andere EU-Mitglieder daran mitwirken. Deutschland bliebe bei der Einführung der Europäischen Privatgesellschaft also außen vor. Der EU-Parlamentarier Klaus-Heiner Lehne (CDU) sagte dem Handelsblatt, Deutschland drohe „eine Blamage“.

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) zeigt sich vom Säbelrasseln der Kommission wenig beeindruckt. Der DGB sieht die betriebliche Mitbestimmung durch die neue Gesellschaftsform ohnehin gefährdet. „Unsere Einwände gegen die SPE bestehen weiterhin“, sagte DGB-Vorstand Dietmar Hexel. Die Drohung der Kommission, die neue Europa-GmbH nur in bestimmten Ländern einzuführen, dürfe die Bundesregierung nicht dazu verleiten, einzuknicken.

Derzeit müssen deutsche Mittelständler, die im Ausland tätig sind, in jedem Land eigene Tochtergesellschaften in der landestypischen Rechtsform gründen. Die Europäische Privatgesellschaft soll dies durch einheitliche Regeln vereinfachen. Ein entsprechender Vorstoß aus Brüssel war auch am Widerstand der Bundesregierung gescheitert, die vor allem die Mitbestimmung der Arbeitnehmer gefährdet sieht.

Kommentare (14)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

21.08.2012, 18:16 Uhr

"Derzeit müssen deutsche Mittelständler, die im Ausland tätig sind, in jedem Land eigene Tochtergesellschaften in der landestypischen Rechtsform gründen. Die Europäische Privatgesellschaft soll dies durch einheitliche Regeln vereinfachen. Ein entsprechender Vorstoß aus Brüssel war auch am Widerstand der Bundesregierung gescheitert, die vor allem die Mitbestimmung der Arbeitnehmer gefährdet sieht."

Selten so gelacht. Alles was jeher aus Brüssel kam hat noch nicht einmal irgend etwas vereinfacht. Wie kann es sonst sein, das Deutschland zum Beispiel beim Berliner Flughafen oder beim Nürburgring erst einmal in Brüssel nachfragen muss, ob mit deutschen Steuergeldern nachfinanziert werden darf? Nehmt dem Brüsseler Haufen das Geld weg, dann normalisiert sich auch die Regulierungswut.


Logos21

21.08.2012, 18:20 Uhr

meine volle Zustimmung !

Europa GmbH ? Nein Danke !

Wir haben schon genug zu leiden unter Politikern die nicht mal das mit der Deutschland GmbH gebacken bekommen

Account gelöscht!

21.08.2012, 18:23 Uhr

erinnere mich noch an den satz "das es luxus wäre mit dem euro innenpolitik zu machen"... was denn sonst, oder waren das die ersten boten der geplanten diktatur?

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×