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15.12.2011

19:00 Uhr

Europäische Union

Ischinger fordert Vollendung des Binnenmarkts

ExklusivDer Vorsitzende der Münchener Sicherheitskonferenz, Wolfgang Ischinger, fordert von der Bundesregierung eine Initiative zur Vollendung des Binnenmarkts in Europa. Die EU müsse mit einer Stimme sprechen.

Wolfgang Ischinger fordert die Vollendung des europäischen Binnenmarkts. dapd

Wolfgang Ischinger fordert die Vollendung des europäischen Binnenmarkts.

DüsseldorfDie Euro-Zone muss die Schuldenkrise hinter sich bringen, und die EU muss den Weg der politischen Integration entschlossen fortsetzen. Das fordert der Vorsitzende der Münchener Sicherheitskonferenz, Wolfgang Ischinger, in einem Beitrag für das Handelsblatt (Freitagsausgabe). "Was sich mit dem Ziel der Fiskalunion in der Euro-Zone jetzt hoffentlich durchsetzen wird, muss auch politisch und sicherheitspolitisch für die ganze EU gelten: Gemeinsam sind wir stärker", schreibt Ischinger. "Und Gehör werden wir nur finden, wenn wir mit einer Stimme sprechen. Deshalb muss Großbritannien aktives Vollmitglied der EU bleiben."

Jetzt seien kreative Ideen gefragt. Mit dem historischen Beschluss, eine Fiskalunion für die Euro-Zone anzustreben, habe der Brüsseler EU-Gipfel einen wichtigen Schritt getan. Doch es werden noch viele weitere Schritte folgen müssen. "Denn bei der europäischen Integration geht es um mehr als den Euro, die europäischen Haushalte oder die Stabilitätskriterien, so wichtig diese sind. Es geht im wahrsten Sinne des Wortes ums Ganze."

Wenn Europa nicht auf der weltpolitischen Bühne zunehmend marginalisiert werden wolle, müsse einiges geschehen: Berlin sollte gemeinsam mit dem EU-Gründungsmitglied Italien eine Initiative zur Vollendung des Binnenmarkts starten. Mit London, Paris, Warschau und Rom könnte Berlin eine längst überfällige Initiative zur Stärkung der europäischen militärischen Handlungsfähigkeit starten. Und Berlin sollte endlich den "aussichtslosen Wettbewerb um einen permanenten Sitz im Uno-Sicherheitsrat aufgeben".

Eine solche kluge Geste stünde der neuen europäischen Zentralmacht Deutschland politisch gut zu Gesicht. Das sei ein realistischer Akt außenpolitischer Selbstbescheidung und gleichzeitig ein starkes und klares Bekenntnis zu mehr Europa, so Ischinger. "Wenn wir nur wollen, können wir den Bau einer politisch kraftvolleren und finanziell gesünderen EU vorantreiben. Das ist die Chance der Krise."

Von

cr

Kommentare (2)

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Harald_Muenzhardt

15.12.2011, 23:08 Uhr

"Wenn Europa nicht auf der weltpolitischen Bühne zunehmend marginalisiert werden wolle...könnte Berlin eine längst überfällige Initiative zur Stärkung der europäischen militärischen Handlungsfähigkeit starten"

Was denn, so ein simples Problemchen der Währungsautonomie der Europäischen Länder durch noch mehr Machtgetöse zu unterdrücken statt zu lösen?
Nee, Herr Ischinger, solch eine verkorkste "Vollendung" widerspricht meinem gesunden Menschenverstand!
Ich als Berliner wünsche mir eine Volksabstimmung zum eingebrockten Europa-Desaster.

Harald Münzhardt
Berlin

Gast44

17.12.2011, 19:43 Uhr

Wikipedia sagt: "Die Münchner Sicherheitskonferenz... ist seit 1962 ein Treffen von internationalen Sicherheitspolitikern, Militärs und Rüstungsindustriellen.
Die Konferenz ist privat organisiert und somit keine offizielle Regierungsveranstaltung."

Aha!! Diese Leute interessiert einzig und allein ihre Rüstungsgeschäfte, die natürlich durch eine europäische Regierung erleichtert würden.
Widerliche Lobbyisten!

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