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14.01.2015

13:47 Uhr

Europas „Antiterror-Zar“

Im Schneckentempo gegen den Terrorismus

Gilles de Kerchove arbeitet mit sechs Mitarbeitern und geringsten Mitteln, entscheiden kann er praktisch nichts. Der Kampf gegen den Terrorismus auf EU-Ebene liegt in seinen Händen – an Ideen mangelt es ihm nicht.

Nur mit einer verstärkten Überwachung sei dem Terrorismus laut EU-Koordinator Gilles de Kerchove nicht beizukommen. AFP

Nur mit einer verstärkten Überwachung sei dem Terrorismus laut EU-Koordinator Gilles de Kerchove nicht beizukommen.

BrüsselSeit sieben Jahren ist Gilles de Kerchove Antiterror-Koordinator der Europäischen Union. Die Anschläge von Paris lassen erneut Forderungen laut werden, in Europa abgestimmt gegen den Terrorismus vorzugehen. Doch die EU bewegt sich im Schneckentempo, auch weil die Mitgliedstaaten eifersüchtig ihre Kompetenzen im Bereich der inneren Sicherheit verteidigen.

Der Rechtsprofessor de Kerchove arbeitet seinerseits mit geringsten Mitteln und braucht vor allem zwei Tugenden: Beharrlichkeit und Geduld. Das Büro des Belgiers ist in den endlosen Gängen eines Brüsseler EU-Gebäudes ohne Hilfe ortskundiger Mitarbeiter kaum zu finden. Es unterscheidet sich vom Zuschnitt her nicht von den Räumen davor und danach. An der Tür steht schlicht „Gilles de Kerchove“. Auf dem Boden liegen Zeitschriftenstapel, im Regal stehen Erinnerungsbilder mit Politikern, an der Wand hängt ein Säbel.

In den USA, wo de Kerchove einen Juraabschluss an der Eliteuniversität Yale gemacht hat, wird er heute als „Europas Antiterror-Zar“ bezeichnet. In gewisser Weise ist er das, aber in einer ganz anderen Dimension, als sich viele seiner Gesprächspartner vorstellen können. Das US-Pendant von de Kerchoves Dienststelle, das National Counterterrorism Center (NCTC), hat über 500 Mitarbeiter. Der EU-Antiterror-Beauftragte hat sechs: Drei Berater, zwei Sekretärinnen und einen Sprecher.

De Kerchove kann vorschlagen, werben und argumentieren – entscheiden kann er praktisch nichts. Zwar ist die innere Sicherheit seit dem Lissabon-Vertrag eine geteilte Kompetenz der EU und der Mitgliedsländern. Der Kampf gegen den Terrorismus bleibe aber zu mehr als 80 Prozent in der Verantwortung der Mitgliedstaaten, sagt der 58-Jährige.

Nachdem er 2007 sein Amt angetreten hatte, musste er kämpfen, um von den nationalen Stellen ernst genommen zu werden. Es habe ihn drei Jahre gekostet, ein Gespräch mit dem Leiter des britischen Inlandsgeheimdienstes MI5 zu bekommen, erzählte er vor einem Jahr bei einer Anhörung im Londoner Parlament.

Kommentare (5)

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Account gelöscht!

14.01.2015, 14:25 Uhr


. Der Kampf gegen den Terrorismus auf EU-Ebene liegt in seinen Händen – an Ideen mangelt es ihm nicht.


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In der Badesaison...

kommen da zuerst die Badegäste ...und dann erst der Bademeister ??????????????????????????????????????????

Warum begreift die EU nicht dass man am Terrorismus im voraus sein muss ????????????????????????????????????????????

Wenn ein Haus brennt....Moment ich muss erst eine Feuerwehr bilden ????????????????????????????????????????????????


Guten morgen EU...auch schon aufgewacht ??????????????




Herr Dr. Michael Klein

14.01.2015, 15:24 Uhr

Droht jetzt der Überwachungsterror durch die Staatsmafia?

In seiner Analyse "10 Strategien der Manipulation" zeigt der französische Autor Sylvain Timst auf satirische Weise, wie eine Gesellschaft manipuliert werden kann, ohne dass eine kritische Masse an Menschen in dieser Gesellschaft dies realisiert.

In einer Zeit in der viele Bürger von der "plötzlich" anwachsenden Brisanz politischer und wirtschaftlicher Verwerfungen überrascht sind, ist es besonders wertvoll, Timsits Einsichten zu verinnerlichen.

S. Timsit zeigt auf, wie das System beeinflusst wird und welche Informationen wir für relevant halten. Da Information immer zu Wahrnehmung führt und Wahrnehmung die Grundlage jeden Handelns ist.

Erzeuge Probleme und liefere die Lösung.

Diese Methode wird die "Problem-Reaktion-Lösung" genannt.
Es wird ein Problem bzw. eine Situation geschaffen, um eine Reaktion bei den Empfängern auszulösen, die danach eine präventive Vorgehensweise erwarten. Verbreite Gewalt oder zettle blutige Angriffe an, damit die Gesellschaft eine Verschärfung der Rechtsnormen und Gesetze auf Kosten der eigenen Freiheit akzeptiert.

Die wahren Hintergründe dieses Mordanschlags müssen ermittelt werden. Es ist aber auffällig, dass jetzt schon wieder – wie auch am 11.September 2011 – angeblich ein Pass im Auto "gefunden" wurde, der auf die "richtige" Spur von Ai Kaida-Kämpfern führte.

Kann man das glauben?

Handelt es sich um einen Anschlag unter falscher Flagge?

Wer steckt wirklich hinter dem Anschlag?

Will man mit solchen Mordanschlägen nur die Gesellschaft spalten und die Freiheitsrechte abschaffen?

Herr Dr. Michael Klein

14.01.2015, 15:25 Uhr

Zwei "islamistische" Brüder verüben angeblich einen Anschlag, fliehen im Auto, liefern sich eine Schießerei mit der Polizei.

Die Medien haben ihr Urteil schon gefällt: Die beiden flüchtigen Brüder Sharif, 32, und Said, 34, Kouachi seien "Massenmörder", hieß es am 9.01. in einem Bericht von N24.

Am 7.01. sollen die beiden die Redaktion der französischen Satirezeitschrift Charlie Hebdo überfallen und dabei 12 Menschen erschossen haben.


Vom Tatort in der Charlie-Hebdo-Redaktion gibt es keine forensischen Informationen!

Über den gesamten Ort des Geschehens herrscht Stillschweigen: Keine Erkenntnisse, keine Obduktionsberichte der Opfer - nichts!

Über die Tatortarbeit und Spurensicherung dringt nichts nach außen.

Findet sie überhaupt statt?

Wird ein Prozess stattfinden?

Darf man solche Fragen im neuen Mittelalter nach dem 11.9. überhaupt stellen, oder liefert man sich damit ebenfalls dem Lynchmob aus Medien und Staat aus?

Wie sagte doch Frankreichs Innenminister Bernard Cazeneuve: "Es läuft ein Einsatz, um die Verantwortlichen des feigen Attentats vor zwei Tagen zu NEUTRALISIEREN" (tagesschau.de, 9.1.2015).

Mit anderen Worten geht es um die Todesstrafe ohne Urteil!

Das beweist, dass die "Sicherheitsbehörden" genau das tun, was sie anderen vorwerfen.

Die einzige Verbindung zwischen dem Anschlag und den beiden Brüdern scheint auch Tage nach der Tat lediglich der Ausweis zu sein, der in einem Fluchtauto angeblich "vergessen" wurde.

Die Toten dürfen ohne Urteil als schuldig gelten. Im Fall der angeblichen Charlie-Hebdo-Killer ist die Sache sogar noch einfacher. Denn auch Angehörige, die sich beschweren könnten, gibt es in diesem Fall nicht. Jedenfalls keine Eltern: Vater und Mutter von Said und Sharif Kouachi sind schon lange tot, die beiden wuchsen in Kinderheimen auf.

Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte bleiben Sie sachlich.

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