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06.06.2014

08:08 Uhr

Europas Rechte

Ukip verfehlt Sitz im britischen Parlament

Die EU-feindliche Ukip ist bei einer Nachwahl knapp an ihrem ersten Sitz im britischen Parlament vorbeigerutscht. Die Tories konnten sich in Newark knapp gegen die Rechtspopulisten behaupten.

Ukip-Chef Nigel Farage: Farages Rechtspopulisten haben Rückenwind aus der Europawahl vor zwei Wochen, als sie in Großbritannien mit 28 Prozent der Stimmen stärkste Kraft wurden. Reuters

Ukip-Chef Nigel Farage: Farages Rechtspopulisten haben Rückenwind aus der Europawahl vor zwei Wochen, als sie in Großbritannien mit 28 Prozent der Stimmen stärkste Kraft wurden.

LondonDie EU-feindliche britische Partei Ukip hat bei einer Nachwahl ihren ersten Sitz im nationalen Parlament knapp verfehlt. In der Ortschaft Newark fand am Donnerstag eine Nachwahl für das Unterhaus in London statt, doch konnte sich Robert Jenrick von den konservativen regierenden Tories mit 7403 Stimmen Vorsprung vor dem Ukip-Kandidaten Roger Helmer behaupten.

Ukip-Chef Nigel Farage räumte die Niederlage am Freitagmorgen ein, zeigte sich aber erfreut über das Abschneiden seines Kandidaten noch vor der größten Oppositionspartei Labour. Im Sender Sky sprach er vom bislang besten Ergebnis bei einer Nachwahl. „Wir haben es gut gemacht.“

Was die Briten an der EU stört

Nationale Identität

Als ehemalige Weltmacht ist Großbritanniens Politik noch immer auf Führung ausgelegt. London ist gewohnt, die Linie vorzugeben, statt sich mühsam auf die Suche nach Kompromissen zu begeben. Die Briten reagieren allergisch auf jegliche Vorschriften aus Brüssel.

Londoner City

Die Londoner City ist trotz massiven Schrumpfkurses noch immer die Lebensader der britischen Wirtschaft. Großbritannien fühlt sich von Regulierungen, die in Brüssel ersonnen wurden, aber die City treffen, regelrecht bedroht.

Soziales und Arbeitsmarkt

Auch in der Sozial- und Arbeitsmarktpolitik wollen sich die Briten nicht von Brüssel herein reden lassen. Eine gemeinsame EU-weite Arbeitszeitrichtlinie hat beispielsweise für heftigen Streit gesorgt.

EU-Bürokratie

Die Euroskeptiker unter den Briten halten die Bürokratie in Brüssel für ein wesentliches Wachstumshemmnis. Anti-Europäer in London glauben, dass Großbritannien bilaterale Handelsabkommen mit aufstrebenden Handelspartnern in aller Welt viel schneller aushandeln könne als der Block der 27. Die Euroskeptiker fordern auch, dass der Sitz des Europaparlaments in Straßburg abgeschafft wird und die Abgeordneten nur noch in Brüssel tagen.

Medien

Die britische Presse ist fast durchgehend europafeindlich und prägt das Bild der EU auf der Insel. Das hat politische Wirkung. „Ich muss meinen Kollegen in Brüssel dauernd sagen, sie sollen nicht den 'Daily Express' lesen“, zitierte mal die „Financial Times“ einen britischen Minister.

Farages Rechtspopulisten haben enormen Rückenwind aus der Europawahl vor zwei Wochen, als sie in Großbritannien mit 28 Prozent der Stimmen stärkste Kraft wurden. Im neuen EU-Parlament sitzen 24 Ukip-Abgeordnete, fast doppelt so viele wie zuvor.

Von

afp

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

06.06.2014, 12:13 Uhr

(gegen die Rechtspopulisten)
Liebe Redaktion was sind den Rechtspopulisten??
Seit ihr dan Mittepopulisten?

Account gelöscht!

06.06.2014, 13:31 Uhr

Verfehlten knapp? Hat irgend jemand die Auszählung überwacht?

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