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24.05.2014

09:04 Uhr

Europawahl

Italien und Spanien kämpfen mit Migration

Hunderttausende Menschen in Nordafrika warten darauf, in Europa Zuflucht zu suchen. Doch die Länder an den EU-Außengrenzen können die Flüchtlingsströme kaum noch bewältigen – ein polarisierendes Thema vor der Europawahl.

Spanische Exklave

Afrikanische Flüchtlinge dringen in Spanien ein

Spanische Exklave: Afrikanische Flüchtlinge dringen in Spanien ein

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Lampedusa/ MelillaKaum ein Tag vergeht im Mittelmeer ohne Notrufe von heillos mit Flüchtlingen überfüllten Booten. Abgelegt haben sie an nordafrikanischen Küsten, und sie müssen nur in die Nähe italienischer Gewässer rund um die Insel Lampedusa gelangen.

Seitdem Rom eine strikte militärische Überwachung zu Wasser und aus der Luft aufgenommen hat, um damit neue Schiffstragödien zu verhindern, machen sich die Menschen verstärkt auf - und auch der blutige Bürgerkrieg in Syrien lässt diese Welle anschwellen.

In Spanien konzentriert sich der Zustrom illegaler Immigranten derzeit auf die Exklaven Ceuta und Melilla. Immer wieder versuchen Hunderte Afrikaner, von marokkanischem Gebiet aus in Massenanstürmen die Grenzzäune der spanischen Städte an der nordafrikanischen Küste zu überwinden. Seit Anfang des Jahres gelangten auf diese Weise rund 1300 Flüchtlinge auf spanisches Gebiet. Viele von ihnen zogen sich dabei blutige Verletzungen zu.

Die Hauptlast des Ansturms trägt allerdings Italien. Im Oktober stellte Rom die Aktion Mare Nostrum (Unser Meer) auf, nachdem bei zwei Schiffsunfällen Hunderte Migranten ums Leben gekommen waren.

Marine-Schiffe und die Küstenwache nahmen seitdem bereits mehr als 28.000 Migranten an Bord. Nach Lampedusa, einst Anlaufstelle, können sie nicht mehr gebracht werden, das marode Lager dort ist seit längerem geschlossen. Also verteilt die Marine sie auf der Insel Sizilien, auf Catania, Augusta, Porto Empedocle, Pozzallo.

„Wir haben keinen Platz mehr, auch die Bevölkerung vor Ort ist verärgert über die anhaltende Ankunft Fremder“, schlug der Chef der Abteilung für Migration und Grenzpolizei im Innenministerium in Rom, Giovanni Pinto, unlängst Alarm. Sein Minister Angelino Alfano ruft bald täglich nach stärkerer europäischer Unterstützung, weil die Aufnahmelager zu kollabieren drohten. Immer wieder werden da auch abenteuerlich anmutende Zahlen genannt - 800.000 Migranten warteten derzeit in Nordafrika nur darauf, übersetzen zu können.

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