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12.05.2014

15:31 Uhr

Europawahl-Serie, Teil 1

Der Hang zum Elitären schadet Europa

VonKaterina Pekárek

Was empfinden junge Menschen, wenn sie an Europa denken? Was wollen sie ändern, wann geht ihnen die EU auf die Nerven? Handelsblatt Online will's genau wissen. Heute antwortet Kateřina Pekárek (29) aus Tschechien.

Kateřina Pekárek ist 29 Jahre alt und kommt aus Tschechien.

Kateřina Pekárek ist 29 Jahre alt und kommt aus Tschechien.

Was empfinden junge Menschen, wenn sie an Europa denken? Was wollen sie ändern, wann geht ihnen die EU auf die Nerven und warum gehen sie trotzdem zur Europawahl? Das wollte Handelsblatt Online wissen. In einer Serie beantworten uns Mitglieder des FutureLab Europe, einem Programm, das besonders engagierten jungen Europäern eine Stimme in der Debatte über Europas Zukunft gibt, diese Fragen. Denn Anfang macht heute Kateřina Pekárek (29) aus Tschechien.

Europa bedeutet für mich...

... Heimat und Sicherheit. Ich fühle mich nicht als Tschechin, sondern als Europäerin aus Prag, derzeit in Berlin lebend. Wenn ich innerhalb Europas unterwegs bin, habe ich nicht das Gefühl, jeweils in ein neues Land zu kommen, sondern lediglich in eine andere Region desselben.

In den vergangenen Jahren habe ich in verschiedenen Ländern Europas gelebt und zweifelsohne von jedem profitiert und neue Erfahrungen gesammelt, aber schon ein Bett, ein Kühlschrank und eine Dusche haben ausgereicht, damit ich mich dort zu Hause gefühlt habe.

Es ist sehr angenehm, dass die Dinge mehr oder weniger auf denselben Prinzipien basieren, unabhängig davon, wo man sich in Europa aufhält: die Arbeitsbedingungen sind angemessen, es gibt Kranken- und Sozialversicherungen, Standards für den Verbraucherschutz, gute Schulen, mehr oder weniger funktionierende Verwaltungen und Gerichtsbarkeiten, für das Wohlergehen und die Sicherheit ist gesorgt – um im Leben klar zu kommen, müssen diese elementaren menschlichen Grundbedürfnisse erfüllt sein.

Europa ist für mich der kleinste gemeinsame Nenner an Erfahrungen, die wir alle teilen – gute wie schlechte, eine gemeinsame Geschichte inklusive Kriege, Terror und Hunger aber auch weltanschauliche und kulturelle Errungenschaften. Meiner Ansicht nach haben die Länder Europas eine ähnliche Entwicklung durchgemacht, wodurch wir ein ähnliches Verständnis vom Wert menschlichen Lebens, der Würde und der Arbeit haben, das weltweit einzigartig ist. Das gefällt mir an Europa und deswegen fühlt es sich wie Heimat an.

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