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13.05.2014

16:37 Uhr

Europawahl-Serie, Teil 2

„Es ist eine Schande, dass so viele nicht wählen“

VonNoora Lampinen

Was empfinden junge Menschen, wenn sie an Europa denken? Was wollen sie ändern, wann geht ihnen die EU auf die Nerven? Handelsblatt Online will's genau wissen. Heute antwortet Noora Lampinen (26) aus Finnland.

Noora Lampinen ist 26 Jahre alt und kommt aus Finnland.

Noora Lampinen ist 26 Jahre alt und kommt aus Finnland.

Was empfinden junge Menschen, wenn sie an Europa denken? Was wollen sie ändern, wann geht ihnen die EU auf die Nerven und warum gehen sie trotzdem zur Europawahl? Das wollte Handelsblatt Online wissen. In einer Serie beantworten uns Mitglieder des FutureLab Europe, einem Programm, das besonders engagierten jungen Europäern eine Stimme in der Debatte über Europas Zukunft gibt, diese Fragen. Heute antwortet Noora Lampinen (26) aus Finnland.

Europa ist für mich ...

... mehr als ein Kontinent, eine Flagge oder eine Union – Europa ist Heimat und bietet viele Chancen. Ich war in der glücklichen Lage, in mehreren europäischen Staaten leben, reisen, studieren und arbeiten zu dürfen. Ich habe eine Reihe europäischer Hauptstädte kennengelernt: Ich bin in Stockholm geboren, habe in Helsinki studiert, in Paris einen Ferienjob und in Dublin ein Praktikum an der Botschaft gemacht, ich war Erasmusstudentin in Madrid und derzeit lebe ich in Brüssel. Dadurch bin ich in der glücklichen Lage, Menschen aus verschiedenen Kulturen und von unterschiedlicher Herkunft kennengelernt zu haben.

Für mich stellen die Menschen, die Möglichkeiten und die Besonderheiten jeder Region Europa dar. Als kleines Kind habe ich mit meinen Eltern außerhalb Europas, in Amerika, gelebt und von der anderen Seite des Atlantiks auf Europa geblickt. Aus dem Blickwinkel eines Amerikaners sind europäische Ländern klein und für sich allein genommen recht unbedeutend. Als Prinzessin Diana gestorben ist, hat der Angestellte im Supermarkt meiner Mutter sein Beileid ausgesprochen. Nachdem wir wieder nach Finnland zurückgekehrt waren, reiste ein Bekannter unseres ehemaligen amerikanischen Nachbarn nach Paris. Er ging davon aus, dass wir kurz seinen Bekannten treffen könnten, da es von Helsinki nach Paris ja nicht weit sei.


Da Finnland innerhalb Europas ein bisschen isoliert ist, gefällt es mir besonders, auf dem Kontinent zu leben, wo man ohne anzuhalten von Land zu Land fahren kann. An Ostern bin ich von Brüssel in die Alpen gefahren und auf französischen, italienischen und schweizerischen Pisten Skigefahren – ohne dass ich einmal meinen Pass oder meine Aufenthaltsgenehmigung hätte zeigen müssen.

Gleichwohl macht mich der Aufenthalt im so genannten Herzen von Europa empfänglicher für die Besonderheiten meines Heimatlandes und meiner Kultur.

Kommentare (20)

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13.05.2014, 16:54 Uhr

Es ist eine Schande, dass überhaupt so viele Bürger wählen! So lange das EU-Parlament gar nichts zu melden hat, weder Initiativen durchzusetzen noch den diktierenden Bürokratismus parlamentarisch zu kontrollieren, ist der Weg zur Wahlurne unnütz. Die nicht vom Bürger legitimierte Kommission bedeutet für den Wunsch der Bürger nach Mitbestimmung übelste Diktatur. Nein, diese EU will ich so nicht. Es braucht Alternativen!

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13.05.2014, 16:57 Uhr

Zitat: Noora Lampinen, 26 Jahre alt, aus Finnland, arbeitet im Büro der Allianz der Liberalen und Demokraten für Europa (ALDE) in Brüssel und studiert Politikwissenschaften an der Freien Universität von Brüssel.

War das jetzt die Bewerbung für einen Funktionärsjob bei der EU-Kommission?

Und bezüglich „Es ist eine Schande, dass die Möglichkeit zu wählen nicht von vielen Europäern genutzt wird und dass die Wahlbeteiligung stetig zurückgegangen ist.“: Nichtwählen ist auch ein (bewusstes) Statement und nicht weniger hoch zu bewerten wie wählen zu gehen.

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13.05.2014, 17:20 Uhr

Es ist eine Schande, dass abgehalfterte Politiker nach Brüssel für ein fettes Salär abgeschoben werden. Es ist eine Schande, dass Brüssel immer mehr zu einem Selbstbedienungsladen auf Kosten des Steuerzahlers verkommt.

Apropos Selbstbedienung und "Tagegelder": Ich füge interessante Artikel bei.
http://www.welt.de/debatte/henryk-m-broder/article127902587/Ueppiges-Tagegeld-stellt-Schulz-Versprechen-infrage.html

http://www.swr.de/report/presse/eu-tagegeld/-/id=1197424/did=13302262/nid=1197424/gc8skf/index.html

http://www.pi-news.net/2014/05/report-mainz-eu-parlamentspraesident-martin-schulz-kassierte-zu-unrecht-sitzungsgelder/

http://www.youtube.com/watch?v=l0VUSdVf_bo

Jou, jou, jou, jou, jou! Da ist man doch ein "überzeugter" Europäer.

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