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19.04.2014

17:14 Uhr

Europawahl

Wie Brüssel Bremen antreibt

Mancher denkt bei EU an Überregulierung, andere fragen sich, was Brüssel den Menschen wirklich bringt. In Bremen reicht ein Spaziergang in die Überseestadt, um Europa konkret zu erleben.

Das Wahrzeichen von Bremen: die Bremer Stadtmusikanten. dpa

Das Wahrzeichen von Bremen: die Bremer Stadtmusikanten.

BremenDer „Landmark Tower“ an der Weser ragt mit seinen 20 Stockwerken wie ein Zeigefinger in den Himmel, der auf eines der größten Städtebauprojekte in Europa hinweisen will. In Bremens Überseestadt entsteht in einem ausgedienten Hafenviertel in Sichtweite des Doms ein ganz neuer Stadtteil. In vielen Teilen des Projekts steckt die Europäische Union mit drin, ohne dass EU extra draufsteht. Die Promenade entlang des alten Europahafens ist mit Geld aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung EFRE finanziert. In den Flanierweg am Wasser und den noch nicht fertigen Überseepark fließen mehr als acht Millionen Euro, die Hälfte davon aus Brüssel.

Vor allem direkt entlang der Weser entstehen Hunderte Wohnungen. In 450 Unternehmen sollen einmal bis zu 9000 Menschen arbeiten, oft in innovativen und von der EU geförderten Projekten. Viele historische Speichergebäude auf dem insgesamt 300 Hektar großen Gelände - das ist fast doppelt so groß wie die Hamburger Außenalster - wurden umgebaut und bieten heute Platz für Restaurants, eine Hochschule, Museen und Sammlungen, Büros und Werkstätten.

Konjunkturaussichten für die Euro-Länder

Spanien

Spanien könnte 2014 wieder um ein Prozent wachsen. Die Arbeitslosigkeit soll jedoch mit 25,7 Prozent hoch bleiben. Das Haushaltsdefizit wird auf 5,8 Prozent der Wirtschaftsleistung geschätzt.

Frankreich

Frankreichs Wachstum dürfte 2014 mit 1,0 Prozent unter dem Durchschnitt der Euro-Zone bleiben. Die Arbeitslosigkeit soll auf elf Prozent steigen.

Griechenland

Die griechische Wirtschaft soll 2014 erstmals seit sechs Jahren wieder um 0,6 Prozent wachsen. Trotz der erwarteten Besserung dürfte die Arbeitslosigkeit mit 26 Prozent vergleichsweise hoch bleiben. Bei der Verschuldung werden 177 Prozent der Wirtschaftsleistung erwartet.

Italien

Italiens Wirtschaft soll 2014 um 0,6 Prozent wachsen. Die Arbeitslosigkeit dürfte hingegen auf einen Rekord von 12,6 Prozent klettern. Der Schuldenstand bleibt hartnäckig hoch: 2015 soll er mit 132,4 Prozent des Bruttoinlandsprodukts leicht unter dem diesjährigen Niveau liegen.

Zypern

Um 4,8 Prozent soll das Bruttoinlandsprodukt einbrechen. Die Arbeitslosigkeit dürfte auf den Rekordwert von 19,2 Prozent steigen.

Portugal

Für Portugal erwartet die EU-Kommission 2014 ein Wachstum von 0,8 Prozent. 2015 soll die Arbeitslosenquote mit 16,5 Prozent einen Tick unter den diesjährigen Wert fallen. Der Schuldenstand dürfte nach dem Rekordwert von 129,4 Prozent im vorigen Jahr bis 2015 wieder auf 125,8 Prozent zurückgehen.

Irland

Irlands Wirtschaft dürfte 2014 mit 1,8 Prozent deutlich stärker wachsen als der gesamte Währungsraum. Bis 2015 soll die Arbeitslosenquote auf 11,2 Prozent fallen, nachdem sie 2013 noch bei 13,1 Prozent lag. Das Defizit soll 2015 auf 4,3 Prozent sinken.

Quelle

EU-Kommission

Bremens Wirtschaftssenator Martin Günthner (SPD) weiß genau, wie sehr das vom Strukturwandel stark betroffene, aus den Städten Bremen und Bremerhaven bestehende Land auf Geld aus Brüssel angewiesen ist. Ein Projekt wie die Überseestadt treibe Wirtschafts- und Stadtentwicklung gleichermaßen. „Ohne EFRE wäre dies nicht so möglich gewesen“, sagt er. „Die Überseestadt ist auch im europäischen Maßstab ein Projekt, das beispielhaft für eine sinnvolle Verwendung der Mittel aus dem europäischen Regionalfonds steht.“

Wer als Tourist oder Einheimischer durch Bremen spaziert, stößt an vielen Ecken auf Brüsseler Mitfinanzierung: Erholung bietet ein neuer Park am Weserwehr, zahlreiche Stadtteile erhielten Hilfen für ihre Entwicklung und rund um die Universität bekamen viele Forschungseinrichtungen Startunterstützung.

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

22.04.2014, 15:51 Uhr

Also in diesem Beitrag vermisse ich die Aussage, wo denn eigentlich das Geld für die durch die EU geförderten Projekt herkommt. Objektiv ist es ja so, dass Deutschland, in diesem Fall das Land Bremen,sich nur einen Teil der Steuermittel zurückholt, die wir nach Brüssel jedes Jahr überweisen. In 2012 haben wir 11,95 Mrd. € mehr an die EU gezahlt, wie wir als Förderung von Einzelprojekten zurück bekommen haben. Also es ist unser eigenes Geld was wir z.B. in Bremen verbraten und nicht etwa eine gütige Zuwendung der EU wie dieser Betrag im Handelsblatt wohl vermitteln will.

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