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21.04.2016

12:26 Uhr

Eurostat

Griechisches Defizit verdoppelt sich

Griechenlands Haushaltsdefizit ist im vergangenen Jahr auf 7,2 Prozent gestiegen. Das ist doppelt soviel wie im Vorjahr. Dagegen gab es insgesamt in der Euro-Zone eine Verbesserung. Das gilt vor allem für Deutschland.

Das griechische Haushaltsdefizit lag 2015 bei 3,2 Prozent des Bruttoinlandsproduktes. Klammert man die Mittel für die Banken-Rekapitalisierung nicht aus, lag das griechische Defizit allerdings bei 7,2 Prozent, eine Verdopplung des Vorjahreswertes. dpa

Europas Krisenland

Das griechische Haushaltsdefizit lag 2015 bei 3,2 Prozent des Bruttoinlandsproduktes. Klammert man die Mittel für die Banken-Rekapitalisierung nicht aus, lag das griechische Defizit allerdings bei 7,2 Prozent, eine Verdopplung des Vorjahreswertes.

BrüsselGriechenland bewegt sich beim Haushaltsdefizit auf die europäische Vorgabe von drei Prozent der Wirtschaftsleistung zu. Bereinigt um Einmalhilfen für Hellas-Banken ermittelte die europäische Statistikbehörde Eurostat für das vergangene Jahr einen Fehlbetrag von 3,2 Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP). Klammert man die Mittel für die Banken-Rekapitalisierung nicht aus, lag das griechische Defizit allerdings bei 7,2 Prozent, eine Verdopplung des Vorjahreswertes.

Der Fehlbetrag in den Haushalten der Euro-Länder ging vergangenes Jahr insgesamt auf 2,1 Prozent des BIP von zuvor 2,6 Prozent zurück. In der EU verzeichnete die Behörde einen Defizitwert von 2,4 Prozent nach 3,0 Prozent im Jahr 2014. Der gesamte Schuldenstand im Euro-Raum erreiche danach 90,7 Prozent des BIP nach 92 Prozent im Jahr zuvor. In der EU lag der Wert bei 85,2 Prozent. Hier sind eigentlich nur 60 Prozent erlaubt.

Deutschland wies laut Eurostat 2015 einen Überschuss von 0,7 Prozent der Wirtschaftsleistung aus, nachdem es 2014 noch 0,3 Prozent waren. Die Schuldenstandsquote erreichte 71,2 Prozent nach zuvor 74,7 Prozent.

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Erlaubt ist ein Fehlbetrag von drei Prozent, mit der EU abgesprochen waren vier – doch liegt das spanische Haushaltsdefizit mit rund fünf Prozent deutlich über beiden Vorgaben. Die EU fordert einen härteren Sparkurs.

Spanien und Portugal verfehlten die mit den EU-Finanzministern verabredeten Abbauziele bei den staatlichen Haushaltsdefiziten im vergangenen Jahr deutlich. Für Spanien nannte Eurostat einen Fehlbetrag von 5,1 Prozent der Jahreswirtschaftsleistung im Jahre 2015 nach 5,9 Prozent im Jahr zuvor. Dieser verminderte Wert lag sowohl über den letzten EU-Prognosen wie auch oberhalb der Zielvorgabe der EU-Finanzminister, die auf 4,2 Prozent festgelegt worden war.

Für Portugal wiesen die Eurostat-Zahlen einen Rückgang des Defizits auf 4,4 Prozent nach 7,2 Prozent im Jahr 2014 aus. Bereinigt um Einmalzahlungen für Hilfen an die portugiesische Banken beläuft sich das Minus auf 2,8 Prozent. Dem Land war aber eine noch drastischer Defizit-Rückführung auf 2,5 Prozent vorgegeben worden, was ihm den Ausstieg aus dem EU-Verfahren wegen eines überhöhten Defizits erlaubt hätte. Die neuen Defizit-Zahlen liegen auch oberhalb der letzten Schätzungen der EU-Kommission, die bei minus 4,2 Prozent lag.

Die beiden Länder hatten in den vergangenen Jahren eine tiefe Finanz- und Wirtschaftskrise durchlaufen. Sie drohen nach den aktuellen Defizitzahlen nun wieder unter verstärkten Spar-Druck der EU-Kommission und der EU-Finanzminister zu kommen.

Von

rtr

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