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11.07.2011

15:12 Uhr

Eurozone

Finanzminister kämpfen gegen Italiens Vertrauenskrise

Die Eurozone muss sich entgegen ihrer Planung nicht nur mit dem Pleitekandidaten Griechenland, sondern nun auch mit Italien befassen. Eine Ausweitung des Rettungsschirms sei jedoch unnötig, ist sich Schäuble sicher.

Eine italienische Ein-Euro-Münze vor den Nationalfarben. Quelle: dpa

Eine italienische Ein-Euro-Münze vor den Nationalfarben.

BrüsselBundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) hat Rufen nach einer Verdoppelung des Rettungsschirms für das angeschlagene Italien eine kategorische Absage erteilt. Das seien „die üblichen Gerüchte, die von wem auch immer gestreut werden. Sie haben mit der Realität nichts zu tun“, sagte Schäuble am Montag vor einem Treffen der Euro-Finanzminister in Brüssel.

Die Zeitung „Die Welt“ hatte am Montag berichtet, die Europäische Zentralbank fordere eine Aufstockung des Schirms auf 1,5 Milliarden Euro. Dies sei nötig, um die Ansteckungsgefahr in der Schuldenkrise einzudämmen. Eine Stimmung, die an den Märkten geteilt wird. „Mit Italien würde die Schuldenkrise eine neue Dimension erreichen“, sagte ein Händler. „Niemand möchte sich ausmalen, was passiert, wenn die drittgrößte Volkswirtschaft Europas tatsächlich ins Straucheln gerät.“ Analysten gehen davon aus, dass der aktuelle Rettungsschirm mit 750 Milliarden bei weitem nicht ausreicht, sollte das Mittelmeerland zum Krisenfall werden.

Das Italien bald Hilfe der Europartner benötigen könnte, hält Schäuble jedoch für unwahrscheinlich. Der Entwurf von Finanzminister Giulio Tremonti für die Haushaltssanierung sei „sehr überzeugend“, so Schäuble. „Ich habe gar keinen Zweifel, dass Italien die richtigen Entscheidungen trifft.“ Auch die Rettung Griechenlands sei auf gutem Wege. Über das zweite Hilfspaket werde „zügig aber ohne Hektik“ verhandelt, sagte der Minister.

Würde es nach Deutschland gehen, dann wäre das Paket schon in der vergangenen Woche verabschiedet worden. „Aber es waren nicht alle soweit.“ Damit bezog sich Schäuble auf die Beteiligung des Privatsektors. In der Eurogruppe wird noch über die genauen Modalitäten für die Mithaftung von Banken und Versicherungen verhandelt.

An den Märkten verfängt die Beruhigungstaktik der Finanzminister jedoch noch nicht. „Es wird mehr und mehr an den Märkten gespielt, dass Italien das nächste Griechenland sein könnte“, sagt Helaba-Devisenanalyst Ulrich Wortberg.

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Kommentare (8)

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Selbstzerstoerung_des_Marktes

11.07.2011, 15:49 Uhr

Wenn rings um Deutschland alle Staaten der Eurozone nacheinander in die Knie gehen und sparen müssen, wenn die USA kurz vor Exitus stehen und damit auch die Chinesen ihre US-Anleihen in den Wind schiessen können, wie lange wird das German Wirtschaftswunder dann noch andauern ?

Elektriker_aus_Berlin

11.07.2011, 15:50 Uhr

Die Wurzel allen Übels ist meiner Meinung nach,daß die
westlichen Industrieländer ihren Unterdrückungs, Überwachungs-und Beeinflussungsapparat in den letzten Jahrzehnten zu perfekt ausgebaut haben.Zusätzlich dazu,alles das wurde auf Pump gemacht.
Die Politiker glauben doch mittlerweile,daß das Volk eine
Art veschrobene Gemeinschaft ist,das von nix eine Ahnung hat,und nur zum melken da ist.
Die schalten und walten so selbstherrlich,wie es sich nicht der schlechteste Kaiser hätte erlaubt.

Account gelöscht!

11.07.2011, 15:57 Uhr

Der weltweit führenden Versicherungsmakler Aon prognostistiert nun schon für Griechenland die reale Gefahr eines Bürgerkrieges. Und dies, obwohl das Land bereits massive finanzielle Unterstützung durch die Rettungsschirme erfährt. Wer hier nicht langsam aufwacht und einsieht, dass der Euro und seine schwachsinnige Ideologie von einem zwangs-geeinten Europa ins Chaos führt, der gehört am Ende des Weges vor ein ordentliches und rechtstaatliches Gericht, denn er missachtet wissentlich geltende Gesetze und zudem den Willen der großen Mehrheit der Bürger Europas. Aufhören mit diesem Irrsinn! Der jetzige Weg treibt uns in wirtschaftliche Chaos, untergräbt den Frieden der Völker in Europa und endet in Weimar II. Schluss!!!

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