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08.07.2014

16:51 Uhr

EVP-Fraktionschef im EU-Parlament

Weber fordert EU-Migrationskommissar

ExklusivEVP-Fraktionschef Manfred Weber sieht Einwanderung für die Zukunft als große Herausforderung: „Wenn Europa nicht präventiv tätig wird, droht es später einen hohen Preis zahlen zu müssen.“

EVP-Fraktionschef Manfred Weber: „Europa muss den Schlepperbanden das Handwerk legen und versuchen.“ dpa

EVP-Fraktionschef Manfred Weber: „Europa muss den Schlepperbanden das Handwerk legen und versuchen.“

BrüsselAngesichts immer neuer Rekordstände bei den Flüchtlingen aus Afrika nach Europa, fordert der Fraktionschef der Europäischen Volkspartei, Manfred Weber (CSU), die EU zum Handeln auf. „Wenn Europa nicht präventiv tätig wird, droht es später einen hohen Preis zahlen zu müssen“, sagte Weber dem Handelsblatt. „Die Flüchtlingsströme gehen ganz Europa an. Die Zahlen über die Dimension, die auf uns zukommen wird, sind beängstigend. Das sind sich Experten weitgehend einig.“ Angesichts der Krise habe sich Europa während der vergangenen Jahre vor allem um sich selbst gekümmert. Nun sei es an der Zeit, sich wieder mehr der Außenwelt zuzuwenden.

„Europa muss den Schlepperbanden das Handwerk legen und versuchen, in den Herkunftsländern vernünftige Zukunftsperspektiven zu schaffen. Das kann auch bedeuten, dass Länder Handelsprivilegien bekommen, wenn sie zum Beispiel Flüchtlinge wieder bei sich aufnehmen. Derlei auszuhandeln könnte eine Aufgabe für einen Migrationskommissar sein“, betonte Weber. Er appellierte an die Mitgliedstaaten, die Grenzschutzagentur Frontex finanziell noch besser auszustatten. Zudem müsse Europa die Selbstverpflichtungen bei der Entwicklungshilfe erfüllen: „Europa muss echte Partnerschaften aufbauen.“

Skeptisch zeigt sich Weber bei der Frage nach mehr legal gesteuerter Einwanderung. „Dadurch, dass man die Zuwanderungsmöglichkeiten für die Menschen aus Afrika und Asien, ausweitet, wird man nicht Probleme in den Herkunftsländern lösen. Darum aber muss es gehen. Mehr legale Zuwanderung, jenseits von Hochqualifizierten, wird vor allem in Europa angesichts der hohen Arbeitslosenzahlen für Probleme sorgen. Angesichts der fragmentierten Arbeitsmärkte muss die Steuerung legaler Zuwanderung in nationaler Hand bleiben.“

Von

lud

Kommentare (2)

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Herr Peter Spiegel

08.07.2014, 18:10 Uhr

"Die Retterindustrie" ist schlimmer als die Schlepper
und braucht von daher ihren eigenen Migrationskommissar.
Weiter so, das Ende des EU-Ghettos ist in Sicht.

Herr Billyjo Zanker

08.07.2014, 20:13 Uhr

„Europa muss den Schlepperbanden das Handwerk legen und versuchen.“

Welch ein schreiender Unsinn, wer hat denn die Schlepperbanden zu ihrer zunehmender „Tätigkeit“ ermuntert und zu erhöhten Aktivitäten angespornt?
Es waren doch die EU-Plitiker, indem sie alle zum größten Teil Wirtschaftsflüchtlinge, die übers Mittelmeer kommen, in die EU holen und aufnehmen wollen/sollen.
Aus seeuntüchtigen Booten retten, ja, aber umgehend oder Zeitnaher Überprüfung sofort zurück begleiten, da bei sollte die EU Italien schon unterstützen. Denn je mehr hier ankommen z.Z. zurück geschickt wird keiner je höher ist die Zahl der Nachkommenden.

Es entwickelt sich da ein nicht mehr zu beherrschendes Problem für ganz Europa und nicht nur für einzelne Staaten des Kontinents. Ein zu massives aufeinander treffen von so verschiedenen Kulturen und die finanziellen Belastungen der einzelnen Staaten kann und muß im Chaos enden. Da bleibt die Frage wer der Verlierer dann ist, die neu Ankommenden wohl kaum, denn die haben nichts zu verlieren.

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