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07.04.2014

10:54 Uhr

EVP-Spitzenkandidat

Juncker will keine Eurobonds

Jean-Claude Juncker hält von den einst von ihm vorgeschlagenen Eurobonds nicht mehr viel. Zumindest vorerst soll es keine europäischen Anleihen geben. Erst in vielen Jahren könne Europa bereit sein für gemeinsame Bonds.

Jean-Claude Juncker, Spitzenkandidat der konservativen Europäischen Volkspartei (EVP) bei der anstehenden Europawahl. Reuters

Jean-Claude Juncker, Spitzenkandidat der konservativen Europäischen Volkspartei (EVP) bei der anstehenden Europawahl.

PassauDer Spitzenkandidat der konservativen Europäischen Volkspartei (EVP) bei der anstehenden Europawahl, Jean-Claude Juncker, hat den einst von ihm vorgeschlagenen Eurobonds zur Entschärfung der Schuldenkrise eine befristete Absage erteilt. Sollte er zum nächsten EU-Kommissionspräsidenten aufsteigen, dann würden „in den nächsten fünf Jahren“ in Europa „keine Schulden gemeinsam bedient“, sagte der frühere luxemburgische Ministerpräsident der „Passauer Neuen Presse“ (Montagsausgabe).

Juncker hatte auf dem Höhepunkt der Krise selbst den Vorschlag auf den Tisch gelegt, durch Eurobonds einen Teil der nationalen Schulden unter den Eurostaaten zu vergemeinschaften. So sollten Länder unter massivem Druck der Finanzmärkte von der Rückendeckung besser situierter Staaten mit höherer Kreditwürdigkeit profitieren und so wieder an billigeres Geld kommen. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) gehört zu den entschiedenen Gegnern des Vorschlags.

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Ganz begraben will Juncker die Idee gemeinsamer Anleihen aber nicht. „Eurobonds machen in zehn, 15, 20 Jahren Sinn, wenn wir zu einer stärkeren Koordinierung und Harmonisierung der Wirtschafts- und Fiskalpolitik in Europa gekommen sind“, sagte er der „Passauer Neuen Presse“. Solange es keine europäische Zuständigkeit für weite Teile nationaler Finanzpolitik gebe, seien Eurobonds kein einsetzbares Mittel. „Ich lehne sie nicht grundsätzlich ab - aber die Voraussetzungen dafür sind zur Zeit nicht vorhanden, und das wird noch lange Jahre so bleiben.“

Die EVP hat Juncker für die Europawahl am 25. Mai auf ihren Schild gehoben, er ist damit auch der Kandidat von CDU und CSU. Die europäischen Sozialdemokraten schicken den bisherigen EU-Parlamentspräsidenten Martin Schulz (SPD) ins Rennen. Einer von beiden könnte zum nächsten Präsidenten der EU-Kommission bestimmt werden.

Von

afp

Kommentare (12)

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Account gelöscht!

07.04.2014, 11:27 Uhr

Der Mann ist im Wahlkampf. Wer soll an solche Versprechen glauben, wenn schon schriftliche Verträge (Maastricht!) gebrochen wurden? Aus dem Versprechen wird dann schnell ein Versprecher. Eine Begründung findet sich schon.

Account gelöscht!

07.04.2014, 11:30 Uhr

wie wäre es erstmal überall Volks Abstimmungen zu erheben bevor man "alles zusammenlegt".. anscheinend eilen die Parteien den Bürgeen wieder mal voraus, und die kommende krise hat dann keiner sehen "können", wie man Lehmann auch nicht kommen sah, oder das GR debakel...^^

Account gelöscht!

07.04.2014, 11:46 Uhr

Purer Populismus!
Nach der Wahl wird es dann "alternativlos"!
Es ist schon eine grenzenlose Frechheit, mit welcher Selbstverständlichkeit hier vorsätzlich den Wählern in's Gesicht gelogen wird!
Es gehört endlich ein Gesetz her, das vorsätzlichen Wahlbetrug unter Strafe stellt!

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