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14.05.2011

14:56 Uhr

Ewald Nowotny

"Griechenland braucht Zeit"

ExklusivÖsterreichs Notenbankchef mahnt zur Geduld: Ewald Nowotny spricht sich für eine langsame und vorsichtige Erweiterung der Euro-Zone aus - Griechenland indes bräuchte Zeit, um seine Probleme zu lösen.

Ewald Nowotny ist EZB-Ratsmitglied und Chef der Österreichischen Nationalbank (ÖNB). Quelle: Reuters

Ewald Nowotny ist EZB-Ratsmitglied und Chef der Österreichischen Nationalbank (ÖNB).

DüsseldorfDie wirtschaftlichen Probleme Griechenlands werden die Euro-Zone noch länger beschäftigen.„Griechenland steht vor einer sehr langfristigen Aufgabe“, sagt Ewald Nowotny, EZB-Ratsmitglied und Chef der Österreichischen Nationalbank (ÖNB), im Gespräch mit dem Handelsblatt. Nowotny mahnt die anderen Euro-Mitgliedsstaaten zur Geduld, Griechenland könne seine Probleme nicht von heute auf morgen in den Griff bekommen. Das Land habe seine internationale Wettbewerbsfähigkeit über einen längeren Zeitraum von mehreren Jahren verloren. Die Korrektur „braucht entsprechend auch wieder Zeit“.

Grundsätzlich hält es Nowotny für möglich, dass Griechenland seine Probleme mit einem harten Sparkurs, mit Hilfen von außen und ohne Umschuldung in den Griff bekommt. Nowotny rät den Griechen, auf jeden Fall in der Euro-Zone zu bleiben. „Ein Ausstieg wäre ökonomischer Unsinn“, betont er. Kämen die ersten Gerüchte über einen möglichen Ausstieg würde die griechische Bevölkerung die Banken stürmen und so einen Zusammenbruch des Bankensystems auslösen. Eine neue griechische Währung würde gegenüber dem Euro dramatisch abwerten und so zu einem höheren Schuldenstand des Landes führen.

Österreichs Notenbank-Chef spricht sich zudem für eine langsame und vorsichtige Erweiterung der Euro-Zone aus. Die Maastricht-Kriterien wie öffentliche Schulden und Inflation reichten nicht aus, um später ein erfolgreiches Mitgliedsland der Euro-Zone zu werden. „Wir müssen uns auch sehr genau realwirtschaftliche Kriterien ansehen, um eine größere Homogenität in der Euro-Zone zu erreichen“, unterstreicht Nowotny. Die meisten osteuropäischen Mitgliedsländer der EU müssen den Euro noch einführen.

Kommentare (3)

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Account gelöscht!

14.05.2011, 17:34 Uhr


Nowotny kennt die Zahlen östereichischer Kreditvergabe an seine Balkannachbarn. Sollte der Euro vibrieren, geraten unsere "vielschichtigen Bank-Muy-Amigos der ungezuegelten Kreditvergabe" nicht nur unter Bluthochdruck. Ansonsten: Nebelkerzengeschwaffel, um die eigentliche Krise zumindest kurzfristig zu schoenigen. Kreditvergabe oestereichischen Banken sprengt mehrfach Haushalt Alpenrepublik und wuerde, sollte die "Papiere" mit Realwert Bewertung finden, mglw. weiteren Rettungsschirm erfordern. Hütchenspielertaktik.

Morchel

15.05.2011, 10:25 Uhr

Alles gesagt dem ist nichts hinzuzufügen.

Account gelöscht!

15.05.2011, 16:28 Uhr

Zeit können wir den Griechen geben, so viel sie wollen, nur unser Geld sollten wir für uns behalten, vor allem das, was auch wir nicht haben!

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