Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

11.11.2012

14:06 Uhr

Ex-CIA-Chef

Geliebte von Petraeus stellte anscheinend Sicherheitsrisiko dar

Offiziell hat Ex-CIA-Chef David Petraeus sein Amt wegen einer Affäre zurückgegeben. Laut US-Medien steckt dahinter aber mehr: Seine Geliebte könnte Zugang zu sicherheitsrelevanten Informationen gehabt haben.

Paula Broadwell zeigt am 15.Januar 2012 die von ihr verfasste Biografie von CIA-Chef David Petraeus. Broadwell soll eine Affäre mit dem 60-Jährigen gehabt haben. dapd

Paula Broadwell zeigt am 15.Januar 2012 die von ihr verfasste Biografie von CIA-Chef David Petraeus. Broadwell soll eine Affäre mit dem 60-Jährigen gehabt haben.

WashingtonDer hoch dekorierte Ex-General David Petraeus ist nach nur einem Jahr am Freitag als Chef des US-Geheimdienstes CIA zurückgetreten. Als Grund hatte der 60-Jährige eine außereheliche Affäre genannt. Doch der Rücktritt könnte nicht allein aus moralischen Gründen erfolgt sein. Wie US-Medien berichten, hatte das FBI bereits im Vorfeld des Rücktritts ein Auge auf die Affäre. Und auch CIA-intern habe man befürchtet, dass die Geliebte, Patraeus Biografin, die 20 Jahre jüngeren Paula Broadwell, zu umfangreichen Zugang zu CIA-Informationen gehabt habe.

Wie die „Washington Post“ in ihrer Online-Ausgabe meldet, habe die Untersuchung des FBI damit begonnen, dass eine Frau, die Petraeus nahe steht, eine Droh-E-Mail erhalten habe. Die Frau sei so erschrocken darüber gewesen, dass sie sich hilfesuchend an das FBI gewendet habe, hieß es. Die Ermittler hätten zunächst gefürchtet, dass auch Petraeus eigene E-Mails gefährdet gewesen seien. Das „Wall Street Journal“ berichtete zudem, dass Broadwell oder jemand aus ihrem Umfeld versucht hatte, auf den Account des US-Geheimdienstchefs zuzugreifen. Dies hätte ein hohes nationales Sicherheitsrisiko dargestellt.

David Petraeus: Der Kriegsheld und Agentenchef fällt tief

David Petraeus

Der Kriegsheld und Agentenchef fällt tief

Er war ein „General-Wunderkind“. Er rettete den Irakkrieg, verhinderte eine Katastrophe in Afghanistan. Mit Petraeus verliert Präsident Barack Obama einen wichtigen Mitstreiter im Kampf gegen Al-Kaida und andere Terrorgruppen.

Obama ging in seiner Erklärung am Freitag nicht auf die Gründe für den Rücktritt ein. Experten werteten das Ausscheiden von Petraeus so kurz nach Obamas Wiederwahl als einen schweren Schlag für den Präsidenten. Petraeus war auch als Kandidat für ein Ministeramt in der neuen Regierung gehandelt worden. Als kommissarischer Nachfolger bei der CIA wurde Petraeus bisheriger Stellvertreter Michael Morell benannt.

„Nach über 37 Ehejahren habe ich ein extrem schlechtes Urteilsvermögen gezeigt, indem ich eine außereheliche Beziehung unterhielt“, schrieb der General an seine Mitarbeiter. „Ein solches Verhalten ist nicht zu rechtfertigen, weder als Ehemann noch als der Leiter einer Organisation wie unserer.“

Petraeus gilt als Amerikas berühmtester lebender General. Er hatte im Irakkrieg die 101. Luftlandedivision nach Bagdad geführt und die US-Truppen im Irak befehligt. Später übernahm er das Oberkommando in Afghanistan. Seine Ernennung zum CIA-Chef im September 2011 wurde auch von den Republikanern unterstützt.

Kommentare (12)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

spacewalker

11.11.2012, 14:44 Uhr

Hallo liebes Handelsblatt,
in ihrer Titelzeile verwenden sie das Wort "scheinbar", aus den weiteren Ausführungen des Verfassers ergibt sich aber , daß die Dame nicht "scheinbar", sondern "anscheinend" ein Sicherheitsrisiko darstellt. Diese beiden so ähnlich klingenden Worte drücken leider häufig völlig verschiedene Sachverhalte aus. Über den richtigen Gebrauch will ich mir weitere Ausführungen ersparen, da überall nachlesbar!

alexander

11.11.2012, 14:57 Uhr

Wenn Frau Broadwell scheinbar ein Sicherheitsrisiko darstellte, könnte Herr Petraeus doch durchaus im Amt verbleiben. Ich nehme eher an, dass sie anscheinend ein Sicherheitsrisiko darstellte

EinFreund

11.11.2012, 15:29 Uhr

lol.
Ein CIA-Chef, der seinen intimen Mails über Googlemail verschickt, DAS ist das Sicherheitsrisiko. Aber vielleicht hat er im Betreff "Top Secret" geschrieben.
Wie heißt es so schön: Die Kinder des Schusters gehen barfuß...

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×