Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

01.02.2012

10:04 Uhr

Ex-Diplomaten

EU, USA und Russland driften auseinander

Drei hohe Ex-Diplomaten haben die EU, USA und Russland in einem Gastbeitrag für die „New York Times“ zu engerer Zusammenarbeit aufgerufen. Sie fordern einen regelmäßigen gemeinsamen Dialog über Sicherheitsfragen.

Wolfgang Ischinger, Leiter der Münchner Sicherheitskonferenz und zwei weitere Ex-Diplomaten fordern eine engere Zusammenarbeit zwischen EU, USA und Russland. dapd

Wolfgang Ischinger, Leiter der Münchner Sicherheitskonferenz und zwei weitere Ex-Diplomaten fordern eine engere Zusammenarbeit zwischen EU, USA und Russland.

BerlinVor einer wachsenden Kluft zwischen den USA und Europa haben drei hohe Ex-Diplomaten gewarnt. „Es wäre ein großer Fehler, wenn die Euro-atlantischen Regierungen die Sicherheit und Stabilität in ihrer eigenen Region vernachlässigen würden“, warnen der Organisator der Münchner Sicherheitskonferenz, Wolfgang Ischinger, der ehemalige russische Außenminister Igor Iwanow und der frühere US-Senator Sam Nunn in einem gemeinsamen Gastbeitrag für die „New York Times“.

Derzeit würden die Beziehungen zwischen den USA und der EU immer schwächer, zugleich baue sich erneut eine konfrontative Haltung zwischen dem Westen und Russland auf, schrieben die Autoren. Die Herausforderungen wie die Bewältigung der Schuldenkrise, der Klimawandel oder der Kampf gegen die Weiterverbreitung von Atomwaffen könnten aber nur bewältigt werden, wenn alle drei Akteure eng zusammenarbeiteten.

Die Verfasser sind führende Vertreter der „Euro-atlantischen Sicherheitsinitiative“, die sich für engere Beziehungen zwischen den USA, Europa und Russland einsetzt. Dies wird ein zentrales Thema auf der Münchner Sicherheitskonferenz Ende der Woche werden.

Die drei fordern vor allem, dass die Regierungen der USA, der EU und Russlands auf hoher Ebene einen regelmäßigen Dialog über Sicherheitsfragen starten. Der geplante Aufbau eines europäische Raketenabwehrsystems müsse dazu benutzt werden, Russland und den Westen dauerhaft zusammenzuführen. Zudem wird ein gemeinsames Vorgehen in der Arktis gefordert.

Von

rtr

Kommentare (4)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

denk.mal

01.02.2012, 10:39 Uhr

Was denn, meine Herren, verlieren Sie Ihren Job? Ihre Ansage kommt reichlich spät. Jeder kann sehen, dass es seit Jahren zu Verschiebungen der Interessenslagen kommt. Warum haben Sie das denn nicht rechtzeitig öffentlich dargelegt? (Mal abgesehen davon, dass diplomatische Gespräche hier nicht viel helfen werden.)

Account gelöscht!

01.02.2012, 10:52 Uhr

Sehr löbliches Wunschdenken. Russland und China sind derzeit die einzigen Mächte, die den Kolonial- und Hegemonialansprüchen der Wallstreet Einhalt gebieten können. Alle internationalen Einrichtungen von UN bis WTO, WB, IWF etc wurden für die US-Kolonisierung instrumentalisiert. Mit virtuellen $ beherrschen die USA alle Rohstoffmärkte und ergaunern sich weltweit Realwerte mit wertlosen Dollars. Es ist höchste Zeit für Europa dies zu erkennen und sich von der US-Kriegstreiberei zu verabschieden. Die nächsten Kriege gegen Iran, Syrien und Venezuela sind in Vorbereitung. Wie lange will sich Europa noch zu willfährigen Handlangern dieser imperialen Politik degradieren lassen? Nur eine enge Zusammenarbeit zwischen Europa, Russland und China könnte ein wirksames Gegengewicht bilden. Dazu gehört insbesondere die Verweigerung Polens zur Errichtung amerikanischer "Frühwarnsysteme" an der russischen Grenze.

MaWo

01.02.2012, 11:26 Uhr

@ Luetzower-Jaeger,
gut; aber dann müsste Europa mit einer Stimme sprechen.
Bis dahin ist es noch weit.
Dann müsste das Problem Griechenland (usw) gelöst werden. Das passiert, pro Europa, noch nicht einmal ansatzweise.
Und nun!?
Was ich befürchte ist bei einem echten Finanzkollaps, dass ein Krieg als Mittel vom Zaum gebrochen wird, damit der Verlierer als Zahler wieder für "klingende Münzen" bei den Gewinnern sorgt.
Dass es bei der aktuellen Konstellation nur Verlierer geben könnte - die Möglichkeit wird politisch einfach ausgeblendet.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×