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04.09.2014

16:53 Uhr

Ex-Finanzminister Moscovici

„Ich bewundere Wolfgang Schäuble“

ExklusivMehr Wachstumsförderung durch die EU und ein klares Bekenntnis zum Sparkurs: Im Gespräch mit dem Handelsblatt hat der frühere französische Finanzminister und Moscovici seine Positionen deutlich gemacht.

Der frühere französische Finanzminister Moscovici gilt als aussichtsreicher Kandidat für den Posten des EU-Währungskommissars. AFP

Der frühere französische Finanzminister Moscovici gilt als aussichtsreicher Kandidat für den Posten des EU-Währungskommissars.

BerlinDer mögliche neue EU-Währungs- und Wirtschaftskommissar Pierre Moscovici fordert mehr Einsatz für das Wirtschaftswachstum in Europa. „Wir müssen raus aus der Stagnationsfalle. Sonst nimmt unsere Demokratie Schaden“, warnte der ehemalige französische Finanzminister in einem Interview mit dem Handelsblatt (Freitagausgabe). Es brauche mehr Investitionen. „Wir haben in allen Staaten eine Investitionslücke“, sagte er.

Moscovici gilt als aussichtsreicher Kandidat für das Amt des Währungskommissars, auch wenn die Bundesregierung Bedenken gegen den französischen Sozialisten hat. „Ich stehe bereit“, betonte Moscovici. Er werde als Währungskommissar eintreten „für ein Europa der Balance, das die Staatshaushalte konsolidiert und für Wachstum und Jobs sorgt.“

Moscovici kündigte eine enge Zusammenarbeit mit Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) an. „Für mich als zukünftigen Kommissar wird das Verhältnis zu Wolfgang Schäuble eine Schlüsselrolle spielen. Ich respektiere und bewundere ihn“, sagte Moscovici.

Zudem bekennt sich der Franzose zur Haushaltskonsolidierung. „Wir müssen streng beim Sparkurs sein und ambitioniert beim Wirtschaftswachstum“, sagte er. Er versuche Bedenken gegen ihn zu zerstreuen. „Wenn ich Währungskommissar werde, werde ich selbstverständlich die gemeinsamen Regeln respektieren“, betont Moscovici mit Blick auf den Stabilitätspakt.

Er schloss aber nicht aus, dass Frankreich noch einen weiteren Aufschub erhält, um die EU-Defizitziele einzuhalten. „Das wird eine gemeinsame Entscheidung der Kommission und des Rates.“

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Sorge bereitet dem möglichen neuen Währungskommissar die niedrige Inflation. „Wir müssen uns bewusst machen, dass es das Risiko der Deflation gibt.“ Er wisse, dass in Deutschland aus historischen Gründen die Inflation gefürchtet sei. Aber auch eine Deflation sei gefährlich.

„Deflation macht Menschen arm und macht es schwieriger für die Staaten, ihre Schulden abzubauen“, sagte Moscovici.

Von

jhi

Kommentare (5)

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Frau Helga Trauen

04.09.2014, 17:21 Uhr

Moscovici hat vorübergehend Kreide gefressen. Er will EU-Finanzkommissar im Politbüro der EUSSR werden...

Drittes Auge

04.09.2014, 17:39 Uhr

"„Deflation macht Menschen arm und macht es schwieriger für die Staaten, ihre Schulden abzubauen“, sagte Moscovici."

Die Schwierigkeiten Schulden abzubauen resultieren daraus, dass Kredite für Dinge begeben werden, die von vornherein unwirtschaftlich sind. Statt sich der Sättigung in vielen Wirtschaftbereichen zu stellen und die Prämisse eines endlosen Wachstums in Frage zu stellen, werden Kreditbetrug & Risikoverschleierung mittels Istrumenten wie ABS- und Staatsanleihenkäufen oder risikoprämienfreier Kreditvergabe der EZB an Spielbanken zur Staatsräson erhoben. Dadurch steigt der deflationäre Abschreibungsbedarf dieser Fehlinvestionen und damit der Deflationsdruck, den man angeblich bekämpft, immer weiter. Das ist für jeden, der sehen will völlig offensichtlich.

Allen Schäubles und Moscitos sei gesagt: solltet ihr oder euresgleichen jemals versuchen eure maßlosen und von vornherein niemals rückzahlbaren Schulden auszugleichen, indem ihr euch direkt oder indirekt via Inflation an meiner schmalen Altersvorsorge vergreift, werde ich euch persönlich dafür verantwortlich machen.

Herr Peter Spiegel

04.09.2014, 19:41 Uhr

"Aber auch eine Deflation sei gefährlich."

Geldschöpfen meint der Mann, der Euro und der EU-Tod kündigt sich an. Beethoven werde ich abspielen.

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