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14.09.2011

18:28 Uhr

Ex-Gazprom-Chef

„Ängste vor Gasabhängigkeit sind Panikmache“

Um die Versorgung mit russischem Gas sollten sich die Deutschen keine Sorgen machen, sagt der Ex-Botschafter und Gazprom-Mann Vladimir Kotenev. Wer in Pipelines investiere sei auch an deren Auslastung interessiert.

Arbeiten an der nordeuropäischen Gaspipeline. dpa

Arbeiten an der nordeuropäischen Gaspipeline.

Deutsche Ängste vor einseitiger Abhängigkeit von russischen Gaslieferungen sind nach Auffassung von Vladimir Kotenev, früherer russischer Botschafter in Deutschland und kurzzeitiger Chef der Gazprom-Deutschland-Tochter Gazprom Germania, unbegründet: "Ich halte das für Panikmache", sagte Kotenev dem Handelsblatt. Gaslieferanten wie Russland und Norwegen seien darauf angewiesen, dass ihre Lieferungen abgenommen und bezahlt würden. Anderenfalls rechneten sich die Investitionen in die Förderung und die Pipelins nicht. Man könne daher "allenfalls von gegenseitiger Abhängigkeit sprechen", sagte Kotenev.

Kotenev war von 2004 bis Mitte 2010 russischer Botschafter in Berlin und von Mitte 2010 bis Ende Juli 2011 Hauptgeschäftsführer von Gazprom Germania. Zu seiner überraschenden Abberufung als Gazprom-Germania-Chef sagte Kotenev, es sei angesichts der grundlegenden Umstrukturierung des Auslandsgeschäfts von Gazprom ein "völlig normaler Vorgang", dass er das Unternehmen verlassen habe. Beruflich stünden ihm nun viele Optionen offen, sagte Kotenev. Es gebe "eine Reihe interessanter Angebote".

Der Ex-Botschafter misst russischem Erdgas eine bedeutende Rolle bei der Energiewende in Deutschland zu. "Die Energiewende lässt sich ohne zusätzliches Gas nicht bewältigen. Gaskraftwerke als Ergänzung zu den erneuerbaren Energien werden eine wichtige Brückentechnologie darstellen. Und diese Brücke wird lang sein", sagte Kotenev.

Skeptisch äußerte sich Kotenev zur geplanten Nabucco-Pipeline, die Gas aus zentralasiatischen Quellen für Europa nutzbar machen soll. "Nabucco ist in erster Linie ein politisches Projekt. Ich glaube nicht an Nabucco", sagte Kotenev. Woher das Gas für die Pipeline kommen solle, stehe in den Sternen.

Kommentare (1)

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14.09.2011, 19:48 Uhr

Halt still , ich will dich nicht fressen sagte die Schlange zum Kaninchen bevor sie es Verschlang .

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