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08.02.2012

13:40 Uhr

Ex-Kanzler beim Dinner

Die Londoner City feiert Gerhard Schröder

VonDirk Heilmann

Während die SPD einen Wahlkampf gegen die Banken plant, tingelt Gerhard Schröder durch die Londoner City. Der Ex-Kanzler und frühere SPD-Chef erntet in der Finanzgemeinde großen Applaus.

Ex-Kanzler Gerhard Schröder. dapd

Ex-Kanzler Gerhard Schröder.

LondonDer Rahmen für die Rede war eines Elder Statesman würdig. Dunkle, holzgetäfelte Wände mit den Wappen Londoner Kaufleute, Ölporträts, Kronleuchter und Bleiglasfenster schmücken die Banketthalle der Eisenhändlergilde in der Londoner City, deren Tradition bis ins 14. Jahrhundert zurückreicht. Am Kopf der Tafel, vor einer beleuchteten Prachtvitrine mit wuchtigen Silbertellern und Pokalen, sprach Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder gestern Abend vor rund 150 handverlesenen, festlich gekleideten Gästen aus der Finanzbranche, der Politik und Vertretern deutsch-britischer Organisationen.

Seine Vision der künftigen Vereinigten Staaten von Europa teilte wohl nur eine Minderheit der britischen Gäste, aber Schröders Verdienste um den Wiederaufstieg der deutschen Wirtschaft zur Lokomotive Europas sind in der Finanzmetropole unumstritten. Während die eigene Partei, die SPD, von der „Agenda 2010“ am liebsten gar nichts mehr wissen will, wird ihr Vater nicht nur in London dafür bewundert, dass er das Reformprogramm auch auf Kosten der eigenen Wiederwahlchancen durchgezogen hat. Manchmal müssten die politischen und wirtschaftlichen Eliten eben voranschreiten, auch wenn das Volk noch nicht den Ernst der Lage erkannt habe, sinnierte Schröder.

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Auf dem „International Statesman Dinner“, das von der finanz- und geldpolitischen Denkfabrik OMFIF und der Britisch-Deutschen Handelskammer veranstaltet wurde, erinnerte sich Schröder zunächst an die Flitterwochen, die er nach dem Wahlsieg 1998 mit dem jung-dynamischen Labour-Führer Tony Blair erlebte. „New Labour und die SPD hatten viele gemeinsame Ansichten, auch in der Europa- und der Reformpolitik“, schwärmte er.

Doch er vergaß auch das bittere Ende nicht: „Um ehrlich zu sein: Es war nur eine Phase, die wegen des Streits zwischen den beiden Ländern um den Irak-Krieg endete.“ Auch in Sachen Irak-Krieg fühlen sich viele Briten heute näher bei Schröder – Blairs allzu eilfertiger Schulterschluss mit US-Präsident George W. Bush machen ihn bis heute in Großbritannien unpopulär. Heute wird aber auch mancher SPD-Genosse heilfroh sein, dass der deutsch-britische Gleichschritt bei den Sozialreformen und der Deregulierung der Finanzmärkte damals ein jähes Ende fand.

Kommentare (41)

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Neoliberal_und_Spass_dabei

08.02.2012, 13:46 Uhr

Goldkettchen Gerry mit Ex-AWD-Maschmeyer im Gefolge.
Der Genosse der Bosse und Bankster.
Sag mal, wer hat uns verraten, waren das nicht die SOZIALdemokraten?!

Account gelöscht!

08.02.2012, 13:47 Uhr

Wie in Animal Farm, Schlußszene: Und die Schweine waren von den Menschen nicht mehr zu unterscheiden.

Account gelöscht!

08.02.2012, 13:48 Uhr

Den Typen feier ich erst, wenn er zugibt alle verarscht zu haben und dafür irgendwo an einem Baum auf.... Naja lassen wir das.

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