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10.01.2004

19:43 Uhr

Ex-Minister: Bush an Inhalten nicht interessiert

"Bush - ein Blinder in einem Raum voller tauber Menschen"

Der frühere US-Finanzminister O'Neill hat Präsident Bush scharf kritisiert. Er habe sich zu Beginn seiner Amtszeit selten um Inhalte gekümmert.

HB BERLIN. In ungewöhnlich scharfer Form hat der frühere US-Finanzminister Paul O'Neill Kritik am Politikstil von Präsident George W. Bush geäußert. Bush leite Kabinettssitzungen "wie ein Blinder in einem Raum voller tauber Menschen", heißt es einem Buch des Ex-Ministers, das kommende Woche auf den Markt kommt. Der Fernsehsender CBS veröffentlichte daraus bereits Auszüge.

Zwischen dem Präsidenten und seinen Mitarbeitern habe es einen Mangel an Kommunikation gegeben, wird O'Neill zitiert. Als er Bush zum ersten Mal unter vier Augen begegnet sei, habe ihm dieser keine einzige Frage gestellt, berichtete der frühere Finanzminister. Er selbst, so O'Neill, habe «fast einen Monolog» gehalten, während der Präsident nur zugehört habe. Bush habe sich außerdem in den ersten zwei Jahren seiner Präsidentschaft selten um Inhalte gekümmert und selbst nur unklar Positionen bezogen, betonte er.

O'Neill war Ende 2002 von seinem Posten zurückgetreten – damaligen Medienberichten zufolge auf Druck des Präsidenten. Er ist der bislang einzige Minister, der aus dem Bush-Kabinett vorzeitig ausschied. In dem Buch mit dem Titel "The Price of Loyality" (Der Preis der Loyalität) schildert O'Neill seine Erfahrungen im Bush-Team.

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