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20.12.2012

13:54 Uhr

Ex-Ölmagnat

Moskauer Gericht verkürzt Chodorkowskijs Haftstrafe

Russlands prominentester Häftling kann offenbar auf eine vorzeitige Entlassung hoffen: Der Kreml-Kritiker Michail Chodorkowskij muss zwei Jahre weniger einsitzen und könnte schon relativ bald entlassen werden.

Der Milliardär Michail Chodorkowskij vor Gericht in Moskau. dpa

Der Milliardär Michail Chodorkowskij vor Gericht in Moskau.

Ein russisches Gericht hat die Haftstrafe für den Kreml-Kritiker Michail Chodorkowskij um zwei Jahre verringert. Der Ölunternehmer müsse insgesamt nun noch bis zum Oktober 2014 im Gefängnis bleiben, entschied ein Moskauer Bezirksgericht am Donnerstag laut russischen Nachrichtenagenturen. Damit würde der einst reichste Mann Russlands nach insgesamt elf Jahren Haft freikommen.

Die Verringerung ist Folge einer Gesetzesänderung, die auch rückwirkend geringere Haftstrafen für die Chodorkowskij vorgeworfenen Vergehen ermöglicht Auch die Strafe seines Geschäftspartners Platon Lebedew sei entsprechend verringert worden.

Menschenrechtler hatten das Verfahren gegen die zwei Männer als Schauprozess kritisiert. Beide werfen der Justiz vor, ihre Strafen wegen Diebstahls in Milliardenhöhe und Geldwäsche seien wegen ihres Konflikts mit Präsident Wladimir Putin besonders hoch ausgefallen. Kritiker gehen davon aus, dass die russische Führung mit dem Verfahren ihren Einfluss auf das lukrative Öl-Geschäft ausdehnen wollte. Chodorkowskij war als Chef des Energie-Konzerns Yukos bis zu seiner Festnahme 2003 einer der mächtigsten Oligarchen Russlands, hatte sich dann aber der Politik zugewandt.

Chodorkowski und Lebedew waren im Jahr 2003 festgenommen worden. In einem ersten Prozess wurden die Männer wegen Steuerhinterziehung und Betrugs zu einer Haftstrafe von acht Jahren verurteilt. In einem umstrittenen zweiten Prozess im Dezember 2010 wurden sie wegen Unterschlagung und Geldwäsche erneut verurteilt und sollten ursprünglich bis zum Jahr 2016 in Haft bleiben. Die am Donnerstag beschlossene Haftreduzierung bezieht sich nach Angaben des Gerichts auf die Vorwürfe der Unterschlagung und Geldwäsche.

Kommentare (4)

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Vicario

20.12.2012, 12:51 Uhr

Zitat : Der Ölunternehmer müsse insgesamt nun noch bis zum Oktober 2014 im Gefängnis bleiben

Ich würde sagen, dass man an dieser Frist auch das Ende der Amtszeit Putins ablesen kann ( aus welchen Gründen auch immer...) !

Numismatiker

20.12.2012, 13:58 Uhr

@Vicario:

Zu hoffen wäre es.

undertaker

20.12.2012, 16:42 Uhr

Chodorkowskij sitzt ein, nicht wegen "Putin-Kritik", wie unsere Systemmedien bewußt fälschlich darstellen, sondern weil er russische Rohstoffe an seine israelischen Glaubensbrüder kriminell verscherbeln wollte.
In unserem Ausverkaufssystem würden solche Figuren wahrscheinlich noch hofiert werden.

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