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24.04.2012

17:28 Uhr

Ex-Regierungschefin

Julia Timoschenko im Hungerstreik

Die ehemalige ukrainische Regierungschefin sitzt eine siebenjährige Haftstrafe ab, derzeit läuft ein Verfahren wegen Steuerhinterziehung. Nun ist die schwerkranke Politikerin in einen Hungerstreik getreten.

Die ehemalige ukrainische Regierungschefin Julia Timoschenko steht in Kiew vor Gericht: Wegen ihres schlechten Gesundheitszustands ist sie allerdings nicht verhandlungsfähig. dpa

Die ehemalige ukrainische Regierungschefin Julia Timoschenko steht in Kiew vor Gericht: Wegen ihres schlechten Gesundheitszustands ist sie allerdings nicht verhandlungsfähig.

CharkiwAus Protest gegen ihre Haftbedingungen ist die ukrainische Oppositionsführerin Julia Timoschenko in einen Hungerstreik getreten. Timoschenko nehme seit Freitag keine Nahrung mehr zu sich, sagte ihr Anwalt Sergej Wlassenko am Dienstag nach einem Besuch in der ukrainischen Haftanstalt Charkiw. Die 51-Jährige leidet unter schweren Gesundheitsproblemen. 

Mit ihrem „unbegrenzten Hungerstreik“ protestiere Timoschenko gegen ihre Behandlung durch das Personal der Haftanstalt und durch Ärzte, sagte Wlassenko. Zudem fordere sie ein Ende der „politischen Repression“ in der Ukraine.

 In einer von Wlassenko verlesenen Erklärung berichtete Timoschenko, dass sie von Gefängnismitarbeitern geschlagen worden sei: Als sie am Wochenende vorübergehend in ein Krankenhaus verlegt worden sei, hätten drei „kräftige Männer“ sie aus dem Bett gezerrt. „In meiner Angst und Verzweiflung habe ich mich verteidigt, so gut ich konnte“ und dabei „einen schweren Schlag in den Magen“ erhalten. Wlassenko sagte, seine Mandantin habe Blutergüsse an Armen und Bauch. 

Am Freitag war die 51-jährige einstige Ikone der Orangenen Revolution von 2004 aus dem Gefängnis in ein Krankenhaus in Charkiw gebracht worden, um dort wegen ihrer starken Rückenschmerzen behandelt zu werden. Weil sie eine Untersuchung durch ukrainische Ärzte ablehnte, wurde sie am Sonntag zurück in die Haftanstalt gebracht. Laut ihrem Anwalt geschah die Verlegung ins Krankenhaus unter Zwang. Der Staatsanwalt bestätigte, dass Timoschenko sich geweigert habe mitzukommen. Die Anwendung „physischer Gewalt“ sei in diesem Fall zulässig.

Timoschenko war im Oktober wegen Amtsmissbrauchs in ihrer Zeit als Ministerpräsidentin zu sieben Jahren Haft verurteilt worden. Grund war ein 2009 mit Russland geschlossenes Gasgeschäft mit Russland, das der Ukraine einen Schaden in Millionenhöhe beschert haben soll. Die Europäische Union kritisiert die Inhaftierung Timoschenkos, die bei der Präsidentschaftswahl 2010 gegen ihren Erzrivalen Viktor Janukowitsch unterlag, als politisch motiviert. 

Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) äußerte sich besorgt über den Zustand Timoschenkos. Berlin werde gegenüber Kiew „weiter darauf drängen“, dass sie eine „adäquate medizinische Behandlung erhält.“ Die für die EU-Außenbeziehungen zuständige Grüne, Viola von Cramon, forderte die Bundesregierung auf, sich umgehend für Timoschenkos Verlegung nach Deutschland einzusetzen. 

Timoschenko war Mitte April von ausländischen Ärzten in der Haft untersucht worden. Der Delegation gehörten auch Charité-Chef Karl Max Einhäupl und der Leiter der Orthopädie, Norbert Haas, an. Ein Gutachten der beiden Mediziner soll in Kürze veröffentlicht werden.

 


Von

afp

Kommentare (1)

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Holzauge

24.04.2012, 17:30 Uhr

Noch so ein Luxusasylant der uns bald dank Berliner Filz auf der Tasche liegt.

Trotz hunderter Millionen auf Schweizer Konten wird der deutsche Steuerzahler für Personenschutz und ähnlichen zahlen. Abgesehen davon wird die gute Frau dann in D über NGO´s in der Ukraine Politik gegen die Regierung machen und somit Gräben zwischen der EU und diesem wichtigen Land in Europa ausheben. Der Ami wird schon mal Beifall klatschen...

Aber Geld für eine nachhaltige Sozialpolitik ? Fehlanzeige !

Familien in Deutschland und Europa wird die Luft abgedreht und dafür gescheiterten Despoten der rote Teppich ausgerollt.

Networking ist ein verharmlosender PC Begriff dafür, ich halte Korruption und Amtsmissbrauch für weitaus passender.

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