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10.12.2016

17:10 Uhr

Ex-Ukip-Chef

Nigel Farage will Frieden im Nahen Osten schaffen

Nigel Farage war Chef der EU-feindlichen Ukip-Partei in Großbritannien, war eine der treibenden Kräfte hinter dem Brexit. Nun hat Farage eine neue Mission: Gmeinsami mit Donald Trump will er den Nahen Osten befrieden.

Der britische Politiker und Ex-Chef der EU-feindlichen Ukip-Partei will für Frieden im nahen Osten sorgen. dpa

Nigel Farage

Der britische Politiker und Ex-Chef der EU-feindlichen Ukip-Partei will für Frieden im nahen Osten sorgen.

LondonDer ehemalige Chef der EU-feindlichen Ukip-Partei, Nigel Farage, gilt als einer der einflussreichsten Politiker bei der Entscheidung der Briten zum EU-Austritt (Brexit). Nun hat Farage noch größere Ambitionen offenbart. Er will für Frieden im Nahen Osten sorgen. Inspiriert habe ihn ein Treffen mit Donald Trump kurz nach dessen Wahl zum US-Präsidenten in New York, sagte Farage der britischen Zeitung „The Daily Telegraph“.

„Das Treffen hinterließ bei mir das starke Gefühl, dass ich meine Karriere hauptsächlich dazu verwendet habe, Dinge einzureißen. Ich war darin ziemlich gut“, sagte Farage in dem Interview, das am Freitag veröffentlicht wurde. Jetzt wolle er etwas aufbauen.

Neben einem Freihandelsabkommen zwischen den USA und Großbritannien gehöre dazu eine Nato-Reform und Frieden im Nahen Osten zu schaffen, sagte Farage. Er habe einen einheitlichen Ansatz mit dem künftigen US-Präsidenten, was den Umgang mit der Terrormiliz IS und „allem anderen“ angehe. Er sei „ziemlich gut darin, Leute zusammenzubringen“, sagte Farage.

Die Krisenherde im Nahen Osten

Türkei

Mehrere Terroranschläge erschütterten die Türkei in den vergangenen Monaten. Nach einem Putschversuch im Juli regiert Präsident Recep Tayyip Erdogan mit harter Hand und geht gegen innenpolitische Gegner vor. Er hat zahlreiche Lehrer und Richter entlassen und Vertreter der Opposition verhaften lassen.

Syrien

Aus Demonstrationen gegen Präsident Baschar al-Assad vor fünf Jahren ist ein Bürgerkrieg geworden, dem mehr als 400.000 Menschen zum Opfer gefallen sind. Millionen Menschen sind auf der Flucht. Die Terrormiliz IS hält immer noch große Teile im Osten und Norden unter Kontrolle, obwohl eine internationale Koalition gegen sie vorgeht und Stellungen bombardiert. Das Regime von Präsident Baschar al-Assad konnte sich mit Hilfe Russlands stabilisieren.

Irak

Auch im Irak hier wächst der Druck auf den IS. Die Terrororganisation wird immer weiter zurückgedrängt. Sie reagiert mit Anschlägen im ganzen Land, die vor allem die schiitische Bevölkerung treffen. Die ohnehin großen religiösen Spannungen werden angeheizt. Im Oktober begann das Militär mit Verbündeten eine Offensive auf die vom IS gehaltene Großstadt Mossul.

Jemen

Die jemenitische Regierung kämpft an zwei Fronten: Immer wieder gibt es Terroranschläge von Al-Kaida auf der Arabischen Halbinsel (AQAP), die sich gegen die Ordnung in dem armen Land richten. Zudem hatten 2014 schiitische Huthi-Rebellen große Teile des Jemen überrannt und den Präsidenten ins Exil getrieben. Inzwischen ist Abed Rabbo Mansur Hadi zurück und regiert von der Hafenstadt Jemen aus. Zur Zeit laufen Friedensgespräche unter Vermittlung der UN.

Lybien

Seit dem vom Westen unterstützten Sturz von Langzeitherrscher Muammar al-Gaddafi im Jahr 2011 versinkt das Land im Krieg zwischen islamistischen Milizen und nationalistischen Kräften. Der IS versucht, eine weitere Basis aufzubauen. Die neue Einheitsregierung hat zwar die Anerkennung der UN, ihr fehlt aber die Unterstützung wichtiger politischer Kräfte. Bislang konnte sie ihre Macht nur auf Teile des Landes ausdehnen. Hunderttausende Flüchtlinge warten auf eine Überfahrt Richtung Europa.

Israel / Palästina

Der Friedensprozess des langanhaltenden Nahost-Konflikts liegt seit 2014 brach, die Zwei-Staaten-Lösung ist in weite Ferne gerückt. Israel hält an seiner umstrittenen Siedlungspolitik fest. Palästinenser greifen immer wieder Israelis an. Seit Oktober vergangenen Jahres hat es mehr als 250 Angriffe gegeben, bei denen mindestens 30 Israelis getötet wurden.

Tunesien

Das Ursprungsland des Arabischen Frühlings hat den Übergang zur Demokratie zwar geschafft und mittlerweile eine neue Verfassung und ein frei gewähltes Parlament, aber Terror und soziale Unruhen flammen immer wieder auf. IS-Terroristen bekannten sich im vergangenen Jahr zu drei größeren Anschlägen, unter anderem an einem Hotelstrand. Weil die wirtschaftliche Lage vor allem für Jüngere angespannt ist, kam es im Januar erneut zu Unruhen. Derzeit laufen Verhandlungen für eine Einheitsregierung.

Ägypten

Die ägyptische Regierung bemüht sich um Ordnung und Stabilität, aber die soziale und wirtschaftliche Situation ist angespannt. Menschenrechtsbeobachter kritisieren die Lage und werfen der Regierung vor, Kritiker zu verschleppen und zu foltern. Vereinzelt kommt es zu Anschlägen durch Islamisten, etwa durch Anhänger des IS.

Die Chancen, dass ihm die britische Premierministerin Theresa May einen entsprechenden Posten zukommen lasse, schätzte Farage aber als gering ein. Angebote Farages, sich als Vermittler zum künftigen US-Präsidenten anzudienen, hatte die Regierung bereits abgelehnt. Auch der Vorschlag Donald Trumps per Twitter, Farage solle britischer Botschafter in Washington werden, stieß in London auf wenig Gegenliebe. Farage hatte Trump bei Wahlkampfauftritten unterstützt.

Von

dpa

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