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19.06.2011

16:18 Uhr

Ex-US-Botschafter

"Deutschland muss die Führung übernehmen"

VonTorsten Riecke

ExklusivDie Schuldenkrise bedroht das politische System Europas. Die Strukturen der EU seien der neuen Dynamik auf den globalen Finanzmärkten nicht gewachsen, kritisiert der frühere US-Botschafter John Kornblum im Handelsblatt.

Geht hart ins Gericht mit der deutschen Regierung: John Kornblum. Quelle: ap

Geht hart ins Gericht mit der deutschen Regierung: John Kornblum.

DüsseldorfDer Alte Kontinent habe die Kontrolle über seine Währungspolitik verloren. "Die Schuldenkrise ist nur eines von zahlreichen Warnsignalen, die die Länder Europas in den vergangenen Monaten erhalten haben", schreibt Kornblum. Auch die unsicheren Reaktionen auf den arabischen Frühling und die heftige Kritik des US-Verteidigungsministers Robert gates an der Schwäche Europas seien Zeichen für tiefsitzende Probleme, die man nicht mehr ignorieren könne.

Kornblum fordert vor allem von Deutschland mehr Führung. "Viele Europäer mögen sich durch das harte Auftreten Angela Merkels in der Schuldenkrise vor den Kopf gestoßen fühlen. Doch man kann die deutsche Politik nur verstehen, wenn man mit deutschen Augen sieht, wie wenig sich im Rest Europas bewegt." Der Amerikaner ist jedoch skeptisch, ob die deutsche Politik ihrer Führungsverantwortung gerecht werde. Deutsche Politiker hätte mehr Angst vor den eigenen Wählern als vor den europäischen Herausforderungen.

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Den vollständigen Gastbeitrag von John Kornblum können Sie am Montag im Handelsblatt lesen.

Kommentare (7)

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19.06.2011, 16:52 Uhr

Da hat Herr Kornblum durchaus recht Deutschland hat die Führungsverantwortung muss aber nicht nur den Zahlmeister geben sondern auch auf seine eigenen notwendigen Bedürfnisse achten. Das transatlantische Schmierentheater mit den PIIGS in der Nebenrolle hat die wirklich wichtigen Fragen verdrängt. Welche Kompetenzen wird Deutschland und Europa neben China/Asien und USA bedienen können? Bin gespannt auf den Artikel am Montag...

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19.06.2011, 17:59 Uhr

Ex-Botschafter Kornblum fordert von Deutschland mehr Führung. Was heißt das in Bezug auf Libyen? Deutschland war gegen den Militäreinsatz. Die US-Regierung, Frankreich etc. waren dafür, aber nun haben zehn republikanische Abgeordnete Präsident Obama wegen der US-Beteiligung verklagt. Es wäre besser gewesen, wenn man den Militäreinsatz nicht begonnen hätte. Deutschland ist zu Unrecht für seine Ablehnung geschimpft worden. Die US-Regierung hat Probleme wegen Libyen (weil der Opposition der Einsatz inzwischen zu teuer ist) und Probleme mit ihrer eigenen Verschuldung. Vor diesem Hintergrund sollte man Kornblums Ratschläge sehen.

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19.06.2011, 19:06 Uhr

Wer die Führung hat ist SCHULD, wenn es jemandem schlecht geht.

Deutschland ist kein EU-Caritas-Verband zum Nulltarif !

Also - nein danke ! Um des EU-Friedens Willen. Da hat Hans-Olaf Henkel schon ganz recht. Auf das Glatteis sollte Deutschland NICHT GEHEN.

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