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24.09.2014

06:46 Uhr

Ex-US-Präsident

Clinton lobt Reformen in Griechenland

Bill Clinton hat auf der Jahrestagung seiner Stiftung in New York Griechenland für die Umsetzung von Reformen gelobt. Anerkennung für den Reformkurs des krisengebeutelten Landes gab es auch aus Deutschland.

Würdigte die Umsetzung von Reformen in Griechenland: Bill Clinton. Reuters

Würdigte die Umsetzung von Reformen in Griechenland: Bill Clinton.

New YorkDer frühere US-Präsident Bill Clinton hat Griechenland für seinen Reformkurs gelobt. „Der durchschnittliche griechische Bürger arbeitet 25 Prozent mehr pro Woche als der durchschnittliche Deutsche“, sagte Clinton am Dienstag (Ortszeit) auf der Jahrestagung seiner Stiftung in New York. Die Griechen hätten schmerzhafte Einschnitte vornehmen müssen.

Er verwies auf die Erfolge des Landes bei der Finanzplanung seit Beginn der Eurokrise. Bei einem Besuch des griechischen Ministerpräsidenten Antonis Samaras in Berlin hatte zuvor auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) die Umsetzung von Reformen in dem Land gewürdigt.

Jugendarbeitslosigkeit in Krisenländern Europas

Frankreich

Die Perspektivlosigkeit von jungen Menschen ohne Job gilt in Frankreich als eine der größten Gefahren für den sozialen Zusammenhalt. Die Arbeitslosenquote der unter 25-Jährigen lag zuletzt (Juni) bei 22,4 Prozent. Die Regierung von Präsident François Hollande finanziert mit Milliardenbeträgen Eingliederungsprogramme sowie sogenannte „Zukunftsarbeitsplätze“ für gering qualifizierte Jugendliche. Zudem wurde das System sogenannter „Generationenverträge“ geschaffen. Es bietet kleinen Unternehmen finanzielle Anreize, die sich gleichzeitig für den Nachwuchs und für alte Arbeitnehmer einsetzen.

Griechenland

Nach Angaben vom Mai sind in Griechenland 53,1 Prozent der unter 25-Jährigen ohne Job. Im Vorjahr waren es 59,6 Prozent. Die leichte Verbesserung liegt nach Angaben der Gewerkschaft des privaten Bereichs am boomenden Tourismus. In Griechenland sollen nach den Worten von Regierungschef Antonis Samaras in den kommenden Monaten 145.000 neue Arbeitsplätze geschaffen werden. Sie sollen mit Hilfe von EU-Mitteln und dem für 2014 erwarteten zaghaften Wirtschaftswachstum entstehen. In den nächsten Monaten sollen 600 Millionen Euro EU-Subventionen für neue Jobs – vornehmlich Ausbildungsplätze – nach Griechenland fließen.

Italien

43,7 Prozent der jungen Italiener sind arbeitslos, Schüler und Studierende nicht eingerechnet. Das nationale Statistikamt Italiens (Istat) sieht die Jugendlichen als „am stärksten von der Krise betroffen“. Der sozialdemokratische Regierungschef Matteo Renzi bemüht sich – bisher erfolglos – um eine Entspannung der Lage. Zeitarbeitsverträge sollen leichter verlängert, der Kündigungsschutz in den ersten drei Jahren ausgesetzt werden. So – und mit Steuererleichterungen – möchte er die Arbeitgeber entlasten. Durch EU-Gelder, 1,5 Milliarden in den kommenden zwei Jahren, erhofft sich Renzi eine bessere Grundlage zur Bekämpfung von Jugendarbeitslosigkeit.

Spanien

Die Arbeitslosenquote beträgt in Spanien bei den unter 25-Jährigen 53,5 Prozent. Schon seit Jahren bezeichnen spanische Politiker aller Parteien die hohe Jugendarbeitslosigkeit als eines der größten Probleme. Dennoch geschah relativ wenig, um das Problem zu lösen. Die Regierung beschloss im Juli Hilfen für Unternehmer, die junge Leute einstellen. Politiker aus Deutschland warben in Spanien für eine Übernahme des deutschen Systems der dualen Berufsausbildung. Die Traditionen des spanischen Bildungssystem verhinderten jedoch, dass diese Idee sich in größerem Umfang durchsetzen konnte.

Von

dpa

Kommentare (2)

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Frau Ellis Müller

24.09.2014, 08:07 Uhr

„Der durchschnittliche griechische Bürger arbeitet 25 Prozent mehr pro Woche als der durchschnittliche Deutsche“ ... Zitat Gauck: "die Polen sind fleißiger als die Deutschen" ...
Wenn das so ist, dann frage ich mich, weshalb die Deutschen die Zahlmeister der EU sind? Wo kommt das viele Geld her, das nach Griechenland verschickt wurde & wird? Vielleicht sollten die Deutschen tatsächlich einmal das tun, was behauptet wird. Tatsächlich weniger arbeiten und tatsächlicher wenige fleißig sein, als die Arbeitnehmer anderer Länder.

Drittes Auge

24.09.2014, 10:18 Uhr

"„Der durchschnittliche griechische Bürger arbeitet 25 Prozent mehr pro Woche als der durchschnittliche Deutsche“"

Jetzt reicht es schon nicht mehr, dass sie über den Euro-Betrug die Altersvorsorge in Deutschland aufweichen und plündern, nein verhöhnen wollen sie den typischen willigen Selbstausbeuter in Deutschland auch noch. Ob das eine kluge Strategie ist...?

Ich versuche ja schon alles in Sachen Steuermoral und Gemeinschaftssinn griechischer zu werden, um den neuen Normen der Gleichmacher-EU gerecht zu werden. Soll ich jetzt meine Anwesenheit auf der Arbeit auch noch vielfältiger gestalten? Dann bleibe ich auch gern mal länger. Obwohl, wurde nicht vor kurzem vermeldet, in Deutschland macht man die meisten Überstunden? Naja, viel Informatiomnsmüll, denn man heute unter die Leute kippt, um die wichtigen Sachen darin zu verstecken...

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