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26.01.2004

21:45 Uhr

Exhumierungen haben begonnen

Israel will „jeden Preis" für Arad zahlen

Israels Staatspräsident Mosche Katzav will für den seit 1986 vermissten Luftwaffennavigator Ron Arad sogar von dem Grundsatz abweichen, Häftlinge freizulassen, „an deren Händen Blut klebt“.

HB JERUSALEM/BERLIN. Das sagte Katzav am Montag mit Blick auf den von Berlin vermittelten umfangreichen Gefangenenaustausch zwischen Israel und der libanesischen Hisbollah-Miliz dem israelischen Armeesender.

Die Vorbereitungen für den Austausch von Gefangenen und Toten sind bereits angelaufen. Arads Schicksal soll aber erst in einem zweiten Schritt geklärt werden. Die israelische Zeitung „Haaretz“ berichtete, auch die deutsche Regierung habe sich im Tausch gegen Arad zur Freilassung von drei Häftlingen bereit erklärt.

Am Montag begannen auf einem Militärfriedhof im Norden Israels Exhumierungen der Überreste Dutzender Hisbollah-Kämpfer. Sie sollen am Freitag an der Grenze zu Libanon übergeben werden. Das unter deutscher Vermittlung geschlossene Abkommen sieht vor, vier Israelis, darunter drei für tot erklärte Soldaten, gegen mehr als 400 arabische Häftlinge zu tauschen. Der Gefangenaustausch zwischen Israel und der Hisbollah soll am Donnerstag auf einem deutschen Flughafen erfolgen. Laut „Haaretz“ soll er in München stattfinden. Am Montagabend wollte Israel im Internet eine Liste der 436 freizulassenden Häftlinge veröffentlichen, um Proteste von Terroropfern zu ermöglichen.

Die Bundesregierung begrüßte den vereinbarten Gefangenenaustausch „mit Freude und Dankbarkeit“. Die Tatsache, dass die Bundesregierung einen Beitrag zum Erfolg der Verhandlungen leisten konnte, sei auch Zeichen für das „Vertrauen, dass die Bundesrepublik Deutschland in der Region genießt“, sagte ein Sprecher des Außenministeriums in Berlin.

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