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01.01.2015

22:49 Uhr

„Experiment mit ungewissem Ausgang“

CDU-Sozialflügel warnt vor Euro-Ausstieg Athens

Wenige Wochen vor den Parlamentswahlen in Griechenland wachsen die Sorgen vor einer erneuten Zuspitzung der Euro-Schuldenkrise. Unklar ist vor allem, welche Folgen ein möglicher Austritt Athens aus der Euro-Zone hätte.

Einige Experten diskutieren offen über einen möglichen Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone. dpa

Einige Experten diskutieren offen über einen möglichen Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone.

Der Bundesvize der Christlich Demokratischen Arbeitnehmerschaft (CDA), Christian Bäumler, hat eindringlich vor einem Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone gewarnt. „Ein Austritt Griechenlands aus der Währungsgemeinschaft wäre ein Experiment mit ungewissem Ausgang“, sagte Bäumler dem Handelsblatt (Online-Ausgabe). Mögliche Auswirkungen auf Italien und Frankreich wären nicht kalkulierbar. „Nur politische Glücksritter und vortragsreisende Professoren profitieren von diesem Thema“, sagte der CDU-Politiker.

Bäumler gab zu bedenken, dass Griechenland auch nach einem Austritt aus dem Euro Mitglied der Europäischen Union bliebe. „Die europäischen Partnerländer wären Griechenland gegenüber im Notfall zum Beistand verpflichtet“, sagte er. „Da Griechenland nach einem Euro-Austritt keine Lebens-oder Arzneimittel mehr bezahlen könnte, würde dieser Fall sehr schnell eintreten.“ Deutschland als größter Beitragszahler der EU, so Bäumlers Einschätzung, würde von einem Euro-Austritt Griechenlands daher „nicht profitieren, sondern die Risiken tragen“.

Einige Experten diskutieren hingegen offen über einen möglichen Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone. Ein solcher „Grexit“ wäre aber diesmal leichter von den restlichen Euro-Ländern zu ertragen. Der Chef des Münchner Ifo-Instituts, Hans-Werner Sinn, geht jedenfalls davon aus, dass ein möglicher Regierungswechsel in Griechenland den Euro nicht gefährden wird.

Die Euro-Familie und der Rest der EU

Nachwuchs

Die Euro-Familie hat Nachwuchs bekommen: Mit Litauen sind von 2015 an 19 der 28 EU-Staaten Mitglied der Eurozone. Wie geht es weiter? Die meisten der anderen neun Länder haben keine Wahl. Fast alle müssen aufgrund der EU-Verträge der Währungsunion beitreten, sobald sie dafür reif sind.

Rumänien

Das Land will den Euro nach letztem Stand 2019 einführen. Dies hatte die Regierung Anfang Mai in Brüssel angemeldet. Allerdings ist die Zustimmung in der Bevölkerung kontinuierlich gesunken.

Tschechien

Der deutsche Nachbar ist nach Ansicht der Regierung noch längst nicht bereit für den Euro. Als möglichen Termin hat sie zuletzt das Jahr 2020 genannt.

Ungarn

Die rechts-konservative Regierung des Landes strebt in absehbarer Zeit nicht an, den Forint durch den Euro zu ersetzen: „Wir sprechen da nicht vom nächsten Jahr, sondern vom nächsten Jahrzehnt oder den nächsten zwei oder drei Jahrzehnten.“ In der Bevölkerung ist eine knappe Mehrheit der Bevölkerung für die Einführung des Euro.

Bulgarien

In dem Land ist der Euro derzeit kein Thema. Das Land werde den Euro einführen, „allerdings nicht um jeden Preis“, lautet das Credo der Regierung. Rund zwei Drittel der Bulgaren wollen die heimische Währung Lew nicht durch den Euro ersetzen.

Kroatien

Auch für Kroatien ist der Abschied von der Landeswährung Kuna kein Thema, zumal die Wirtschaft des jüngsten EU-Mitgliedslandes faktisch schon intensiv mit dem Euro arbeitet. So werden viele Preise auch in Euro angegeben. Notenbankchef Boris Vujcic hält einen Beitritt vor 2019 für unmöglich; die Öffentlichkeit ist gegen den Euro.

Vereinigtes Königreich

Die Briten haben das vertraglich zugesicherte Recht, das Pfund zu behalten, auch wenn sie für den Euro qualifiziert wären. Sie gehören nicht zum Europäischen Wechselkursmechanismus, der als „Vorzimmer“ zum Euro gilt. Bei den euroskeptischen Briten ist keine Abkehr von diesem Sonderweg in Sicht.

Dänemark

Auch die Dänen hat das Recht, sich gegen die Euro-Einführung zu sperren. Im Jahr 2000 entschieden sich die Dänen in einer Volksabstimmung dagegen, die eigene Krone zugunsten der Gemeinschaftswährung aufzugeben. Dänemark gehört zum Europäischen Wechselkursmechanismus.

Schweden

Die Schweden hatten sich in einer Volksentscheidung 2003 gegen eine Ablösung ihrer Krone durch den Euro ausgesprochen. Aktuell verhindert das Land einen Euro-Beitritt, indem es kein Mitglied des Wechselkursmechanismus ist. Vertraglich ist aber geregelt, dass Schweden beitreten muss, sobald es reif für den Euro ist.

Polen

Die Polen haben es mit dem Beitritt zur Eurozone nicht eilig. Die Regierung will sich noch nicht auf ein Datum für die Einführung des Euro festlegen. Es sei zu früh, einen Zeitpunkt zu nennen, heißt es in Warschau.

Auch ein Austritt Griechenlands aus der Währungsunion wäre nur „ein Beitrag zur Verringerung der Gefahren, den der Weg in die Transferunion mit sich brächte“, sagte der Wirtschaftswissenschaftler „Focus Online“.

Grünen-Parteichefin Simone Peter warnte dagegen vor einem Euro-Austritt. „Ein Ausstieg aus dem Euro kann weder im Interesse Griechenlands noch der EU sein“, sagte sie der „Welt“. „Für Griechenland wären die Folgen dramatisch, und auch die Euro-Zone hätte mit negativen Konsequenzen zu kämpfen.“

Kommentare (7)

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02.01.2015, 08:23 Uhr


Die Neujahrsansprache der Deutsche Bundeskanzlerin,
zeigte wenig Professionalität in Sache Mimik und Wortwahl als auch in Themenwahl. ( da war die Rede des österreichischen Präsident besser für ein EU-Mitgliedsstaat ).
Der Lob von der Opposition an der Rede der Bundeskanzlerin durch den Mitglied der Grünen , Herr Özdemir ( türkischer Abstammung ) ist eher die Freude darüber dass sich die Bundeskanzlerin sich wahrscheinlich von selber politisch abbaut.

Die so große deutsche Angst vor Pegida ist dann bestimmt auch der Grund dafür dass man in Deutsche Medien nur Zensierte Nachrichten über alles was innerhalb Europa passiert ???

So muss man in Deutschland erst bei der Österreichische Zeitung im Internet
( SALZBURGER NACHRICHTEN ) sich einschalten um dort zu erfahren dass in der frühe vom 01.01.2015 eine Moschee in Schweden attackiert wurde,

in Frankreich an der Sylvester-Nacht 940 Autos brannten und es zu mehr als 250 Verhaftungen gekommen ist.

Sieht so Demokratie aus ( Nachrichten-Entzug ) ???

Was sagt der deutsche Verfassungsschutz zu solch einen Mangel an demokratische Werte in Deutschland durch Deutschen Entzug von europäische Nachrichten ?

Informations-Recht ist ein absoluter Demokratischer Recht, dass man scheinbar nicht in Deutschland bekommt für alles was in Europa passiert.

WAS IST DANN NOCH DEMOKRATIE ?



Herr Michael Müller

02.01.2015, 08:43 Uhr

Leben wir wirklich in einer Demokratie?
Wurde das Deutsche Volk jemals über den Euro befragt?
Ist die EU-Führung vom Volk gewählt?
...
Was Demokratie ist, sieht man in der Schweiz!

02.01.2015, 09:25 Uhr

Für das griechische Volk wäre es das BESTE, wenn sie diesen überteuerten EURO-Club verlassen. Nur so erlangt das griechische Volk seinen Eigenverantwortung und seinen Stolz wieder zurück.
Und Litauen hat mit dem EURO-Beitritt zum 01.01.2015 gerade seine Unabhängigkeit an die EURO-Bürokraten verkauft. Willkommen in der EURO-EU Sklaverei, Litauen!

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