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15.08.2016

20:36 Uhr

Explosion bei Diyarbakir

Sechs Tote bei Anschlag im türkischen Kurdengebiet

Nahe der Stadt Diyarbakir im Südosten der Türkei haben kurdische Rebellen an einem Posten der Verkehrspolizei eine Autobombe gezündet. Sieben Menschen sollen bei dem Anschlag getötet worden sein.

Die Explosion riss einen großen Krater in die Fernstraße zwischen Diyarbakir und Batman. Reuters

Anschlag bei Diyarbakir

Die Explosion riss einen großen Krater in die Fernstraße zwischen Diyarbakir und Batman.

AnkaraIm Südosten der Türkei haben kurdische Rebellen bei einem erneuten Anschlag sieben Menschen getötet. Sie hätten am Montag nahe der Stadt Diyarbakir an einem Posten der Verkehrspolizei eine Autobombe gezündet, berichtete die amtliche Nachrichtenagentur Anadolu. Dabei seien fünf Polizisten und zwei Zivilisten, darunter ein Kleinkind, ums Leben gekommen. Mindestens 20 weitere Menschen wurden verletzt.

Die Behörden machten die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK für den Anschlag verantwortlich. Die Explosion riss einen großen Krater in die Fernstraße zwischen Diyarbakir und Batman. Fernsehbilder zeigten ein dreigeschossiges Gebäude, das offenbar von der Explosion zerstört wurde. Das Büro des Gouverneurs von Diyarbakir erklärte, unter den Verletzten seien acht Polizisten.

Die Türkei im Überblick

Gründung

Am 29. Oktober 1923 rief Mustafa Kemal Atatürk die erste türkische Republik aus. Dem vorausgegangen war der Türkische Befreiungskrieg, in dem die Truppen Atatürks gegen Armenien, Griechenland und die französische Besatzungsmacht Anatoliens kämpften. Atatürk brach mit dem Sultanat der Osmanen, die zuvor das Osmanische Reich beherrschten, und mit dem Kalifat. Stattdessen errichtete er eine laizistischen Republik.

Bevölkerung

Die Türkei hat derzeit rund 79,4 Millionen Einwohner. Die meisten von ihnen – rund 99 Prozent – sind Muslime, wovon wiederum 80 bis 85 Prozent sunnitischen und 15 bis 20 Prozent alevitischen Glaubens sind. Zwischen 1930 und heute hat sich die Bevölkerung der Türkei mehr als vervierfacht. Gemessen an der Fläche des Landes wohnen heute 98 Einwohner pro Quadratkilometer in der Türkei.

Wirtschaft

Staatswährung ist die türkische Lira (TRY). Von 2003 bis 2013 erreichte die Türkei hohe Wachstumsraten von bis zu 8,9 Prozent. Das Bruttoinlandsprodukt stieg in diesem Zeitraum von 303 auf 839 Milliarden US-Dollar. Die Arbeitslosenquote betrug im Februar 2015 10,1 Prozent. Das Leistungsbilanzdefizit der Türkei, also das Verhältnis von importierten zu exportierten Waren, ist eines der höchsten der Welt. Rund acht Prozent des türkischen BIP wurden etwa 2013 aufgewendet, um Waren im Ausland einzukaufen. Wichtigster Handelspartner ist Deutschland: 2007 kamen 13 Prozent der Importe aus Deutschland, und rund 14 Prozent der Importe gingen dorthin.

Politische Führung

Die Regierungsmehrheit mit 317 von 550 Sitzen im türkischen Parlament hat derzeit die AKP (Adalet ve Kalkinma Partisi; deutsch: „Partei für Gerechtigkeit und Aufschwung“). Parteivorsitzender ist Ahmet Davutoglu, der auch gleichzeitig als Ministerpräsident der Türkei amtiert. Staatspräsident ist dessen Amtsvorgänger Recep Tayyip Erdogan, der die AKP zuvor ebenfalls führte und die Türkei in eine präsidiale Demokratie mit größeren Rechten für den Staatspräsidenten umwandeln möchte.

Beziehungen zur EU

Im Herbst 2005 hat die Europäische Union Beitrittsverhandlungen mit der Türkei aufgenommen. Als frühestmöglicher Eintrittstermin war dabei das Jahr 2015 besprochen worden. Doch die Verhandlungen wurden ausgesetzt, vor allem wegen unterschiedlicher Auffassungen in Handels- und Zollfragen, die Zypern betreffen. Die Türkei dagegen forderte, die Isolierung des türkisch besetzten Nordzyperns aufzuheben. Im Zuge des Flüchtlingsabkommens zwischen Ankara und Brüssel wurde vereinbart, die Verhandlungen wieder aufzunehmen – was wiederum von Erdogans Ankündigung, die Todesstrafe wieder einzuführen, stark erschüttert wurde.

Vergangene Woche waren bei einer Serie von Anschlägen auf türkische Soldaten und Polizisten im mehrheitlich kurdischen Südosten des Landes zwölf Menschen ums Leben gekommen. Auch für diese Angriffe wurde die PKK verantwortlich gemacht.

Von

ap

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