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24.12.2013

04:52 Uhr

Explosion in Ägypten

Autobombe fordert mindestens elf Menschenleben

Vor einem Polizeiquartier im Norden Ägyptens ist es zu einer heftigen Detonation gekommen. Durch die Explosion einer Autobombe gab es mehrere Tote und knapp hundert Verletzte. Unter den Trümmern sollen noch Opfer sein.

Eine starke Explosion hat in Ägypten mehrere Menschenleben gefordert. Reuters

Eine starke Explosion hat in Ägypten mehrere Menschenleben gefordert.

KairoBei einer heftigen Explosion nahe eines Hauptquartiers der Polizei im Norden von Kairo sind mindestens elf Menschen in den Tod gerissen worden. Über 80 weitere wurden verletzt, wie die amtliche Nachrichtenagentur Mena unter Berufung auf einen Sicherheitsbeamten meldete. Die Regierung machte die entmachtete Muslimbruderschaft für den Vorfall verantwortlich.

Die Detonation ereignete sich in der Nacht zum Dienstag unweit der in der Nildelta-Provinz Mansur gelegenen Polizeistation Dakahlia um 1:10 Uhr. Teile des fünfstöckigen Gebäudes stürzten unter der Wucht der Explosion ein, mehrere umliegende Gebäude und Dutzende Autos wurden beschädigt.

Bei den meisten der Opfern handele es sich um Polizeibeamte, hieß es. Ihre Leichen seien unter dem Schutt begraben. Es wurde erwartet, dass die Opferzahl steigt. Das Staatsfernsehen rief Anwohner auf, in Krankenhäusern Blut zu spenden.

Erste Ermittlungen deuteten auf einen Autobombenanschlag hin. Erst am Vortag hatte die der Al-Kaida nahestehende Gruppe Ansar Beit al-Makdis (Unterstützer Jerusalems) die ägyptische Polizei und Armee aufgefordert, die Seiten zu wechseln. Ansonsten drohten tödliche Anschläge durch die Hand ihrer Kämpfer, erklärten die Extremisten.

Der jüngste Vorfall ging aus Sicht der Übergangsregierung jedoch auf das Konto der Muslimbruderschaft. Die Bewegung habe ihr „hässliches Gesicht als Terrororganisation gezeigt, Blut vergossen und sich mit dem ägyptischen Sicherheitsapparat angelegt“, zitierte Mena Regierungssprecher Scherif Schawki. Auch Ministerpräsident Hasem el-Beblawi sprach von einem „terroristischen Zwischenfall“ und kondolierte den Angehörigen der Opfer. Die Verantwortlichen würden sich der Justiz nicht entziehen können, sagte er weiter.

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Der Anschlag ist der bislang größte in dem Land außerhalb des Nordens der unruhigen Sinai-Halbinsel und des Suez-Gebiets. Seit der Absetzung des islamistischen Präsidenten Mohammed Mursi durch das Militär Anfang Juli hat die Zahl der Attentate gegen Sicherheitskräfte in Ägypten massiv zugenommen.

Der Autobombenanschlag in Mansura ereignete sich nur wenige Wochen vor einem Referendum, bei dem das Volk über eine neue Verfassung für das Land abstimmen soll. Das ägyptische Militär bewirbt die Verfassung als ersten Schritt hin zu einer demokratischen Regierung.

Von

ap

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