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21.10.2012

13:06 Uhr

Explosion in Beirut

UN und USA verurteilen Terroranschlag in Beirut

Durch eine Autobombe sterben in Beirut acht Menschen, unter ihnen ein ranghoher Geheimdienstler. Obwohl sich bisher niemand dazu bekannt hat, blicken alle nach Syrien. Die USA sprechen von einer „barbarischen“ Tat.

Tote bei Bombenexplosion in Beirut

Video: Tote bei Bombenexplosion in Beirut

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Beirut/WashingtonDer Weltsicherheitsrat und die USA haben einen Bombenanschlag in der libanesischen Hauptstadt Beirut mit mindestens acht Todesopfern scharf verurteilt. Unter den Toten war General Wissam al-Hassan, ein hochrangiger Funktionär des libanesischen Geheimdienstes, dem dieser Anschlag vermutlich galt. Er hatte nach Angaben aus Geheimdienstkreisen in den vergangenen Tagen mehrfach Morddrohungen erhalten. Al-Hassan stand der oppositionellen, anti-syrischen Zukunftsbewegung des früheren libanesischen Ministerpräsidenten Saad Hariri nahe, der schon 2005 bei einem Anschlag ums Leben gekommen war.

Beschädigte Gebäude nach einer Bombenexplosion im christlichen Stadtteil Ashrafieh in Beirut. Reuters

Beschädigte Gebäude nach einer Bombenexplosion im christlichen Stadtteil Ashrafieh in Beirut.

Der Weltsicherheitsrat verurteilte den Versuch, den Libanon „mit politischen Hinrichtungen zu destabilisieren“ und forderte ein sofortiges Ende der Gewalt gegen Politiker. Das höchste UN-Gremium forderte die Libanesen auf, an der nationalen Einheit festzuhalten und den nationalen Dialog fortzusetzen.

„Es gibt keine Rechtfertigung dafür, einen Mordanschlag als politisches Werkzeug zu nutzen“, sagte Tommy Vietor, Sprecher des Nationalen Sicherheitsrates in Washington. Die USA würde der libanesischen Regierung zur Seite stehen, während sie die Verantwortlichen für die „barbarische“ Tat mit acht Toten zu Verantwortung zöge. Vietor betonte, dass die Sicherheit des Landes sehr bedeutend für die Stabilität in der Region sei.

Auch UN-Generalsekretär Ban Ki Moon verurteilte den Anschlag. Das Attentat müsste gründlich aufgeklärt und die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden, forderte Ban am Freitag in New York in einer Mitteilung. Er rief alle Beteiligten im Libanon auf, sich von dem „abscheulichen Terrorakt“ nicht provozieren zu lassen.

Die staatliche Nachrichtenagentur NNA berichtete, 78 Menschen seien durch die Explosion der Autobombe auf dem Sassine-Platz im Christen-Viertel Aschrafijeh verletzt worden.

Libanons Ministerpräsident Nadschib Mikati berief den Sicherheitsrat des Landes ein und ordnete für diesen Samstag einen Tag der Trauer an. Al-Hassan war schon Sicherheitschef unter Rafik Hariri, der 2005 bei einem Autobombenanschlag getötet wurde.

Noch bevor der Tod von Al-Hassan bekannt wurde, suchten viele Libanesen die Schuldigen in Damaskus, da sich die Explosion nur wenige Meter entfernt von einem Büro der oppositionellen Bewegung 14. März ereignete. Die Parteien der Bewegung 14. März sind Gegner der Regierungskoalition, die von der mit Syrien verbündeten Schiiten-Partei Hisbollah dominiert wird.

Auch Frankreichs Außenminister Laurent Fabius äußerte die Vermutung, dass der Anschlag in Beirut am Freitag in Verbindung zum Konflikt in Syrien steht. "Alles deutet darauf hin, dass dies eine Ausweitung der syrischen Tragödie ist", sagte Fabius am Sonntag im französischen Fernsehen. Fabius warf Syriens Präsidenten Baschar al-Assad vor, ein "Manipulator" zu sein, der auch die Türkei, Jordanien und den Libanon mit dem Konflikt anstecken wolle.

Die syrische Regierung wies jede Verantwortung von sich. Schon wenige Minuten nach dem Anschlag im Nachbarland verurteilte Informationsminister Omran al-Soabi den Anschlag als „feigen Akt des Terrorismus“.

Der Libanon war zwischen 2004 und 2008 von einer Serie von Sprengstoffanschlägen erschüttert worden. Schon damals kam der Verdacht auf, das Regime des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad könnte an der Planung der Attentate beteiligt gewesen sein.

Kommentare (1)

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oha

19.10.2012, 21:14 Uhr

Ob man einen Anzug links oder rechts gewendet trägt: es bleibt erkennbar: die Kleidung.
Und ob das als Verkleidung gelten soll oder nicht: der Kaiser bleibt nackt.
Und die Kaiser gleich sowieso.

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