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04.01.2016

18:42 Uhr

Explosion nahe Wohnkomplex

Mindestens zehn Opfer bei Anschlägen in Kabul

Ein Selbstmordattentäter hat sich am Montag in Kabul in die Luft gesprengt. Der Anschlag galt dem von Ausländern bewohnten Hotel Baron, der „sichersten Unterkunft“ in der Stadt. Mindestens ein Mensch kam ums Leben.

Helfer bergen einen Verletzten nach dem Anschlag auf ein Hotel im afghanischen Kabul. AFP

Anschlag in Kabul

Helfer bergen einen Verletzten nach dem Anschlag auf ein Hotel im afghanischen Kabul.

KabulDie afghanische Hauptstadt Kabul ist am Montag binnen weniger Stunden von zwei Anschlägen erschüttert worden. Bei einer gewaltigen Explosion in der Nähe des Flughafens wurden nach Polizeiangaben mindestens zehn Menschen verletzt oder getötet. Ein mit Sprengstoff beladener Kleinlaster sei in der Nähe von Camp Baron detoniert, einem schwer bewachten Wohnkomplex für technisches Personal.

Dieser liegt ganz in der Nähe der Stelle, an der sich wenige Stunden zuvor ein Selbstmordattentäter in seinem Auto in die Luft gesprengt hatte. Nach Polizeiangaben zündete der Mann seinen Sprengsatz vorzeitig, nachdem er von Sicherheitskräften bei einem Kontrollpunkt in der Nähe des Flughafens entdeckt worden war. Außer dem Täter habe es keine weiteren Opfer gegeben.

Wie viele Menschen bei dem zweiten Anschlag ums Leben kamen beziehungsweise verletzt wurden, war zunächst nicht klar. Der Sprengsatz sei vor dem Tor zu dem Wohnkomplex detoniert, teilte die Polizei mit. Auf dem Gelände selbst sei offenbar nichts geschehen.

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Das Diplomatenviertel Schir Pur in Kabul galt bislang als relativ sicher. Nun folgen einem Selbstmordanschlag mehrere Explosionen. Kurz zuvor hatte der afghanische Präsident den Taliban Friedensgespräche angeboten.

Kabul wird seit den Bemühungen um die Wiederbelebung des Friedensprozesses zwischen Regierung und den radikal-islamischen Taliban wieder verstärkt von Selbstmordanschlägen heimgesucht. Zuletzt war am Freitag bei einem Anschlag auf ein bei Ausländern und wohlhabenden Afghanen beliebtes Restaurant in Kabul ein zwölfjähriges Kind getötet worden. Mehr als ein Dutzend Menschen wurden dabei verletzt.

Auch in anderen Landesteilen hält die Konfrontation zwischen Regierung und Aufständischen an. Im nordafghanischen Masar-i-Scharif belagerten Sicherheitskräfte ein Gebäude, in dem sich bewaffnete Aufständische verschanzt hielten. Sie hatten zuvor versucht, in das indische Konsulat einzudringen. Die Schusswechsel zwischen Spezialkräften der afghanischen Armee und den Angreifern dauerten seit der Nacht an. Provinzgouverneur Atta Mohammed Nur machte "Feinde von Frieden und Stabilität" für den Angriff verantwortlich.

Am 11. Januar wollen sich Diplomaten aus Afghanistan, Pakistan, den USA und China in Pakistan treffen, um Gespräche mit den Aufständischen vorzubereiten. Die Nato hat ihren Kampfeinsatz in Afghanistan vor rund einem Jahr beendet.

Von

rtr

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