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18.07.2011

13:02 Uhr

Explosionskatastrophe

Zyperns Außenminister tritt zurück

Zyperns Außenminister Markos Kyprianou hat seinen Rücktritt angeboten. Grund sind die Vorgänge um die verheerende Explosionskatastrophe in einem Marinestützpunkt im Süden Zyperns.

Zyperns Außenminister Markos Kyprianou: Er hat freiwillig angeboten, seinen Hut zu nehmen. Quelle: Reuters

Zyperns Außenminister Markos Kyprianou: Er hat freiwillig angeboten, seinen Hut zu nehmen.

NikosiaDie verheerende Explosionskatastrophe in einem Marinestützpunkt im Süden Zyperns zieht weitere Kreise: Am Montag bot Außenminister Markos Kyprianou seinen Rücktritt an, wie der staatliche Fernsehwender RIK berichtete. Zunächst blieb unklar, ob Staatspräsident Dimitris Christofias den Rücktritt annimmt. Bereits vergangenen Montag hatte Verteidigungsminister Kostas Papakostas sein Amt abgegeben. Auch der Kommandeur der zyprischen Nationalgarde nahm seinen Hut. Bei der Explosion eines Munitionslagers am 11. Juli waren 13 Menschen getötet und 61 verletzt worden. Auch der Kommandeur des Stützpunkts war unter den Opfern. 

In den vergangenen Tagen war scharfe Kritik laut geworden, dass die explodierten Munitionscontainer offen auf dem Stützpunkt „Evangelos Florakis“ nahe der Ortschaft Zygi gelagert worden waren und nicht - wie sonst üblich - unterirdisch. Der Kommandeur soll laut zyprischen Medienberichten die gesamte politische Führung vor einer Katastrophe gewarnt haben. Auf seine Warnungen habe niemand reagiert. 

Aufgebrachte Bürger demonstrieren täglich vor dem Präsidialgebäude in der Hauptstadt Nikosia und fordern den Rücktritt von Staatspräsident Christofias und seiner Regierung. Am Montag wurden Abgeordnete und Minister vor dem Repräsentantenhaus ausgepfiffen. Die Explosion zerstörte auch das wichtigste Elektrizitätswerk der Insel. Dies hatte zur Folge, dass auch alle Wasser-Entsalzungsanlagen der Insel ausfielen. In weiten Teilen Zyperns wird Wasser seitdem rationiert. Die meisten Haushalte in der Hauptstadt Nikosia haben nur jeden zweiten Tag zwölf Stunden lang Wasser.

Von

dpa

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