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23.01.2015

13:27 Uhr

Exporteure kritisieren EZB-Chef

„Was Draghi macht, ist brandgefährlich“

Deutsche Exporteure gelten als Profiteure der Euro-Schwäche. Der BGA-Präsident stellt klar: Auf Dauer sei der Effekt negativ. Draghi wirft er vor, den Euro „herunterzuprügeln“ – und einen Währungskrieg zu provozieren.

Verbandspräsident Börner: „Irgendwann sagen die Amerikaner oder die Asiaten, jetzt reicht es uns.“ dpa

Verbandspräsident Börner: „Irgendwann sagen die Amerikaner oder die Asiaten, jetzt reicht es uns.“

BerlinDie deutschen Exporteure werfen der EZB vor, mit ihrem Billionen-Anleihekaufprogramm einen Währungskrieg zu provozieren und den Zusammenhalt in Europa zu gefährden. „Was EZB-Präsident Mario Draghi macht, ist in meinen Augen brandgefährlich“, sagte der Präsident des Bundesverbandes Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA), Anton Börner, der Nachrichtenagentur Reuters am Freitag. Die Politik der Europäischen Zentralbank (EZB) lasse den Euro-Kurs weiter sinken, und das werde sich noch fortsetzen. „Es gibt die Problematik Währungskrieg, noch mehr Spaltung in der EU und noch mehr Unsicherheit“, klagte er.

Börner sagte, Draghi wolle den Euro „heruntergeprügelt haben“. Er rechne auf kurze Sicht mit einem weiter sinkenden Euro, der Kurs könne auf Dollar-Parität absacken. Die europäische Währung notierte am Freitag bei rund 1,12 Dollar – im Mai 2014 waren es noch knapp 1,40 Dollar. Eine Politik der Schwächung des Euro berge aber massive Gefahren. „Irgendwann sagen die Amerikaner oder die Asiaten, jetzt reicht es uns.“ Dann drohe ein Abwertungswettlauf und damit ein Währungskrieg.

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Der BGA-Präsident wies auch die These zurück, die Exporteure seien die großen Gewinner des schwachen Euro. Diese Darstellung sei reiner Populismus. „Wir brauchen den Kurs nicht, wir sind stark genug“, sagte Börner. Zwar könnte ein schwächerer Euro kurzfristig dem deutschen Export mehr Schwung geben. Auf Dauer sei der Effekt aber eher negativ. Viel wichtiger sei für die Wirtschaft eine stabile Währung und stabile Zukunftsaussichten. Dazu aber trage Draghi nicht bei.

Zudem schafften mehr deutsche Exporte Probleme innerhalb und außerhalb der EU wegen wachsender deutscher Handelsüberschüsse, sagte Börner. „Wir haben ja ohnehin Probleme mit den Überschüssen. Da stehen wir ohnehin schon am Pranger.“ Lege der deutsche Export noch kräftiger zu, schade das dem Zusammenhalt in der EU. „Die Spaltungstendenzen in der EU nehmen dann noch.“ Insgesamt sei die jüngste EZB-Entscheidung ein Desaster. „Ich sehe nur Negatives“, sagte Börner. Auch den südeuropäischen Krisenländern helfe sie nicht.

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Von

rtr

Kommentare (13)

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Herr Werner Wilhelm

23.01.2015, 13:40 Uhr

Fein. Vielleicht hat Draghi das sogar bezweckt. Die Argumentation in Deutschland beginnt die richtigen Begriffe zu verwenden.

Vielleicht könnte das HB dies unterstützen indem man erläutert was in der Abschlusserklärung der G20 in Brisbane so alles drinsteht ;-)

Account gelöscht!

23.01.2015, 13:44 Uhr

Man muss es auch Wissen, das Staatsschulden (Anleihen) auch immer Reform-Schulden sind. Der Schuldner kommt seiner Leistung nicht mehr hinterher. Ein Kredit ist ja nichts weiter als ein Vorschuss auf noch zu erbringende Leistung + Zinsen (Mehrleistung).
Wenn sich also ein Staat Geld leiht, dann muss er das Geld auch so einsetzen, dass dieses Geld auch wieder reingespietl wird. Die Investitionen müssen also volkswirtschaftlich so eingesetzt werden, dass diese über die geschaffenen Infrastruktur (Rahmenbedingungen) die Wirtschaft im Inland ankurpeln und nicht in koruupten Händen landen.

Herr Manfred Zimmer

23.01.2015, 13:59 Uhr

Ach nee!

Diese Meldung ist so, als würde die Feuerwehr zum Brand gerufen und der Feuerwehrchef bestätigt: "Es brennt!"

Bei allem Lob, dass er überhaupt etwas sagt.

Auf welchen Niveau agiert eigentlich Deutschlands Elite?

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