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10.10.2017

12:17 Uhr

Exportüberschüsse

Das schleichende Gift

VonNorbert Häring

Deutschland steht wegen seiner hohen Exportüberschüsse schon lange in der Kritik. Wenn die Überschüsse weiter steigen, kann das fatale Folgen haben. Und zwar für die gesamte Währungsunion. Ein Kommentar.

Es ist im wohlverstandenen Eigeninteresse Deutschlands, möglichst schnell von den hohen Überschüssen herunterzukommen. dpa

Exporte im August 2017

Es ist im wohlverstandenen Eigeninteresse Deutschlands, möglichst schnell von den hohen Überschüssen herunterzukommen.

FrankfurtBisher trotzt Deutschlands exportorientiertes Wirtschaftsmodell allen Widrigkeiten: dem bevorstehenden britischen EU-Austritt und den heftiger werdenden Handelsstreitigkeiten mit den USA. Die Exporte steigen weiter kräftig. Im August sogar doppelt so stark, wie von Ökonomen angedacht. Weil die Importe im Vergleich nur etwas stärker zulegen, hält der deutsche Handelsüberschuss sein extrem hohes Niveau. Gut 160 Milliarden Euro betrug er in den ersten acht Monaten, wobei rund zwei Drittel des Überschusses aus dem Handel mit Nicht-EU-Ländern wie den USA und China resultieren.

Im Handel mit den Ländern des Euro-Raums ist der Überschuss aber eher gering. Das bedeutet allerdings nicht, dass im gemeinsamen Währungsraum alles im Lot wäre. Gäbe es die nationalen Währungen noch, hätte die D-Mark in Anbetracht der hohen Überschüsse schon längst kräftig aufgewertet und dafür gesorgt, dass die Deutschen reicher werden und sich mehr (Import-)Güter leisten können. Deutsche Waren würden im Ausland teurer werden. Umgekehrt wären Lira und Co. – und damit die Waren der Südländer – ohne die Währungsunion mit Deutschland sehr viel billiger. Und die anderen Euro-Länder hätten es leichter, wirtschaftlich wieder auf einen grünen Zweig zu kommen.

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Der deutsche Export legt im August so kräftig zu wie seit einem Jahr nicht mehr. Waren im Wert von 103,1 Milliarden Euro gingen ins Ausland. Das hatten Ökonomen so bei weitem nicht erwartet.

Solange Deutschland es nicht schafft, sich von seinen extremen Handelsüberschüssen zu entwöhnen, werden die Spannungen innerhalb der Währungsunion ebenso anhalten wie die transatlantischen Spannungen. Ohne einen beträchtlichen politischen Preis sind die nicht minder beträchtlichen ökonomischen Vorteile Deutschlands aus einer Währungsunion mit vielen deutlich schwächeren Staaten nicht zu haben. Die Kosten könnten auch noch beträchtlich steigen, wenn sich die Zersetzungstendenzen der EU fortsetzen.

Dass die seit langem latent vorhandenen Sezessionsbestrebungen Kataloniens so virulent geworden sind, dürfte auch mit der Wirtschaftskrise Spaniens der letzten acht Jahre zusammenhängen. Und in Sachen Griechenland wird es bald die unangenehme Wahl geben: zwischen ausdrücklichem Schuldenerlass und einer Neuauflage der Spekulationen um einen Austritt oder Rauswurf Griechenlands aus dem Euro-Raum. Solche Spekulationen bedeuten, dass die Währungsunion insgesamt in Frage gestellt wird.

Konjunktur: Deutschlands goldenes Jahrzehnt

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Der Aufschwung geht unbeirrt weiter. Insbesondere für dieses Jahr sind die Wirtschaftsforscher in ihrer Gemeinschaftsprognose optimistisch. Der Großen Koalition stellen die Forscher aber ein durchwachsenes Zeugnis aus.

Deshalb ist es im Eigeninteresse Deutschlands, möglichst schnell von den hohen Überschüssen herunterzukommen. Die Rezepte sind bekannt: höhere Investitionen, höhere Staatsausgaben und/oder niedrigere Einnahmen sowie höhere Löhne. Das wird zwar für sich genommen Griechenland nicht sanieren, aber wenn die Südländer insgesamt wirtschaftlich besser dastehen, birgt nicht jedes Problem eines kleinen Landes oder einer großen Bank gleich die Gefahr unkontrollierter Kettenreaktionen.

Kommentare (7)

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Herr Carlos Santos

10.10.2017, 13:01 Uhr

EXPORTÜBERSCHÜSSE
Das schleichende Gift
von:
Norbert Häring
Datum:
10.10.2017 12:17 Uhr
Deutschland steht wegen seiner hohen Exportüberschüsse schon lange in der Kritik. Wenn die Überschüsse weiter steigen, kann das fatale Folgen haben. Und zwar für die gesamte Währungsunion. Ein Kommentar.

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Jede Analyse und jeden Kommentar ist überflüssig !

DIE EUROPÄISCHE UNION MUSS ABGESCHAFFT WERDEN und erst dann können Staaten wie Griechenland, Portugal und ( das bis dahin in vier teilen geteiltes ) Spanien erneut aufsteigen !

Diese Europäische Union ist wie ein Fussball verein der ständig nur Neue Trainer sich holt um weiterhin genauso mies weiter zu spielen weil es nicht sich besser Entwickeln will !!!

Diese EU könnte man fast als Medizinischer Begriff von einem " BÖSARTIGEN TUMOR " dass dringend operativ zu entfernen ist !!!

Doch scheinbar ist dieser EU-TUMOR so desaströse böse dass sich scheinbar keine Ärzte finden lassen die den Tumor operieren wollen.

ENGLAND hat einen kleinen operativen eingriff gemacht dass aber das Schaden anrichten lassen durch den übrig gebliebenen Tumor nicht verhindert !!!



Herr Thomas Behrends

10.10.2017, 13:33 Uhr

Es ist egal wie Sie es drehen und wenden; die deutsche Exportwirtschaft bleibt stark, ob nun mit Gemeinschafts-EURO oder mit starker D-Mark. Wir müssen uns ja nicht dafür schämen, dass unsere Qualitätsprodukte nachgefragt werden. Auf der anderen Seite sollen wir ja auch überproportional hohe Lasten der EU übernehmen (22% der jährlichen EU-Kosten). Hier sollte man vielleicht mal zuerst anfangen den Rotstift anzusetzen.

Jede Kritik an unserer erfolgreichen Wirtschaft erübrigt sich demnach. Die anderen EU-Staaten können unser System ja versuchen zu kopieren. Wird aber nicht klappen!

Herr Andreas Hintze

10.10.2017, 13:58 Uhr

Leider haben Sie "höhere Staatsausgaben" wieder als Rezept gegen Exportüberschüsse genannt. Wollen auch Sie mit diesen Ausgaben weiter die kommenden Generationen belasten um uns jetzt ein bequemes Leben zu ermöglichen?

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