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01.04.2016

18:44 Uhr

Extremisten aus Europa

Deutschland unter den Top-Drei bei Syrien-Söldnern

Die meisten europäischen Kämpfer in Syrien kommen aus Frankreich, Großbritannien und Deutschland. 4300 Extremisten aus Europa unterstützen Terrorgruppen wie den IS. Experten warnen vor der Gefahr durch Rückkehrer.

In Celle stehen IS-Rückkehrer vor Gericht, weil sie laut Anklage nach Syrien reisten und sich dort der Terrororganisation Islamischer Staat (IS) anschlossen. dpa

IS-Rückkehrer vor Gericht

In Celle stehen IS-Rückkehrer vor Gericht, weil sie laut Anklage nach Syrien reisten und sich dort der Terrororganisation Islamischer Staat (IS) anschlossen.

AmsterdamFrankreich, Deutschland und Großbritannien stellen einer Studie zufolge die größte Zahl extremistischer Kämpfer aus Europa im syrischen Bürgerkrieg. Berechnet auf die Einwohnerzahl stellt allerdings Belgien die höchste Zahl an Extremisten in Syrien.

Insgesamt haben sich nach der am Freitag veröffentlichten Untersuchung des Internationalen Zentrums für Terrorismusbekämpfung in Den Haag rund 4300 Extremisten aus Europa Gruppen wie dem Islamischen Staat (IS) angeschlossen. 30 Prozent von ihnen seien wieder in ihre Heimatländer zurückgekehrt, bei 14 Prozent sei der Tod bestätigt.

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Waffenruhe

In dem Text heißt es, eine Feuerpause werde binnen einer Woche in Kraft treten, und zwar „nach der Bestätigung durch die syrische Regierung und die Opposition“. Obwohl es eine solche bislang von beiden Seiten nicht gegeben hat, gehen Diplomaten davon aus, dass die Frist für die Waffenruhe an diesem Freitag ausgelaufen ist.

Allerdings ging die Gewalt in mehreren Teilen Syriens weiter. In den Tagen zuvor hatte vor allem die russische Luftwaffe nach Angaben von Aktivisten ihre Angriffe intensiviert, um die Regime-Anhänger gegen Rebellen zu unterstützen. Ausgenommen von der Feuerpause sind nur Kämpfe gegen Extremisten etwa der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) und der Al-Nusra-Front, des syrischen Ablegers des Terrornetzwerks Al-Kaida.



Hilfslieferungen

Die Einigung sieht zudem humanitäre Hilfe für sieben belagerte Gebiete vor, in denen Zehntausende Menschen akut unter Mangelversorgung leiden. In fünf Orten kamen in dieser Woche Hilfskonvois mit Nahrung und Medizin an. Die Lieferungen sollen nach UN-Angaben in den nächsten Tagen und Wochen weitergehen. Zudem laufen Vorbereitungen, die vom IS eingeschlossenen Teile der ostsyrischen Stadt Dair as-Saur aus der Luft zu versorgen.

Friedensverhandlungen

Die Anfang Februar ausgesetzten Gespräche zwischen Regierung und Opposition sollen vorangetrieben werden. Allerdings ist völlig unklar, wann sie weitergehen können. Der zunächst angedachte Termin 25. Februar ist unrealistisch.

Die Terrorismusexperten warnten davor, die Gefahr zu unterschätzen, die von islamistischen Söldnern nach deren Rückkehr nach Europa ausgehe. „Viele terroristische Gruppen haben das Ziel, die demokratischen und pluralistisch-rechtsstaatlichen Gesellschaften zu unterminieren“, heißt es in der Studie. Dem werde nicht die gebührende Aufmerksamkeit entgegengebracht. Auch mangele es an politischen Strategien dagegen.

Von

rtr

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