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15.09.2011

11:05 Uhr

EZB

Bini Smaghi verteidigt Anleihekäufe

Das Führungsmitglied in der EZB Bini Smaghi hat sich deutlich gegen Prinzipienreiterei bei Bondkäufen ausgesprochen. Liquiditätsprobleme dürften nicht zu Solvenzproblemen werden.

Der Schriftzug Bonds auf der Europafahne. dpa

Der Schriftzug Bonds auf der Europafahne.

RomEZB-Führungsmitglied Lorenzo Bini Smaghi hat sich in scharfem Ton gegen Kritik an den Bondkäufen der Zentralbank verwahrt. Ein Großteil der Einwände sei das Ergebnis „unzureichender ökonomischer Analyse“, sagte das Direktoriumsmitglied am Donnerstag in Rom. Die Kritik zeuge zudem oft „von nicht ausreichender Kenntnis der Krise, in der wir uns befinden“. Bei den Ankäufen am Sekundärmarkt gelte es zu verhindern, dass aus einem Liquiditätsproblem am Staatsanleihenmarkt ein weit reichendes Solvenzproblem entstehe, betonte Bini Smaghi.

Der Staatsanleihenmarkt nehme eine Schlüsselrolle für das Funktionieren der Finanzmärkte insgesamt ein. Mit EZB-Chefvolkswirt Jürgen Stark hatte jüngst ein ausgewiesener Kritiker der Zentralbank-Intervention am Sekundärmarkt seinen Rücktritt angekündigt und damit die Debatte um die Bondkäufe neu entfacht. Stark moniert, dass die Grenze zwischen Geld- und Finanzpolitik verwischt werde.

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Die EZB hat bereits Staatsanleihen von klammen Euro-Schuldenländern wie Irland, Portugal, Griechenland, Spanien und Italien im Gesamtvolumen von 143 Milliarden Euro aufgekauft. Sie begründet das umstrittene Geschäft mit der Stabilisierung der Märkte, drückt aber de facto die Refinanzierungskosten der Schuldenstaaten.

Bini Smaghi rügte mit Blick auf die Kritik an den Käufen das Festhalten an alten Denkmustern: „Wir können uns nicht hinter Prinzipien und Regeln verschanzen, die für eine theoretische Situation geschaffen wurden, die der Realität nicht mehr gerecht werden.“ Es gebe zudem keine Hinweise darauf, dass die EZB mit den Ankäufen ihr Ziel der Preiswertstabilität untergraben habe.

Von

rtr

Kommentare (6)

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Palimpalim

15.09.2011, 11:34 Uhr

"Regeln die für eine theoretische Situation geschaffen wurden, die der Realität nicht gerecht werden"

eine entlarvendere Aussage konnte der Herr kaum tätigen. Es war niemals wirklich beabsichtigt, die Deutschen Bedingungen für den Euro zu akzeptieren, sondern die dummen deutschen wurden in eine Situation der selbstkastration hineingetrixt. Alle haben es hinter vorgehaltener Hand gewusst, nur die Holokaust - traumatisierten deutschen in ihrer Not, die empfundene Schuld in einem grossen ganzen aufgehen zu lassen, luegen sich unentwegt selbst in die Tasche. Aber: wuerdevolle Geschichtsbewältigung und Selbstbewusstes Handeln sind kein Widerspruch !

Lirepapiere

15.09.2011, 12:20 Uhr

Ja ich bin auch für den Eurolire.
Der Smagi wirds schon richten. Wir brauchen in 2 Jahren auf den Geldscheinen bloß eine Null wegstreichen und das wars. Keiner braucht sich aufregen. Die Itaker meinens gut mit uns.

Palimpalim

15.09.2011, 12:44 Uhr

Gegenseitige Verunglimpfung der Voelker ist nicht zielfuehrend. Es reicht, dass wir freundlich aber bestimmt unsere Interessen vertreten. Wer sich Freundschaft erkaufen will wird zurecht verachted. Mir genuegt es, respektiert zu werden. Zuneigung kann ein willkommener Bonus sein.

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