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08.07.2013

19:11 Uhr

EZB-Chef

Draghi bekräftigt Niedrigzinsversprechen

Die EZB lässt sich in die Karten gucken – die geldpolitische Haltung wird nicht weiter verheimlicht. Chef Mario Draghi steht auch vor dem Europaparlament zu seinem Leitzins-Versprechen.

EZB-Chef Mario Draghi: Die Leitzinsen sollen auf dem aktuellen niedrigen Niveau bleiben. Reuters

EZB-Chef Mario Draghi: Die Leitzinsen sollen auf dem aktuellen niedrigen Niveau bleiben.

BrüsselDer Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Mario Draghi, hat das Niedrigzinsversprechen der EZB bekräftigt. Vor dem Europaparlament in Brüssel sagte Draghi am Montag, die Leitzinsen im Währungsraum blieben über einen längeren Zeitraum auf dem gegenwärtigen oder einem niedrigeren Niveau. Damit ist auch eine weitere Zinssenkung möglich. Ausschlaggebend seien gedämpfte Inflationsrisiken, die konjunkturelle Schwäche im Euroraum sowie das geringe Wachstum der Geld- und Kreditmenge.

Am vergangenen Donnerstag hatte die EZB einen einschneidenden Wechsel in ihrer Geldpolitik vorgenommen. Anstatt sich wie bisher nicht auf einen künftigen Kurs festzulegen, hatte sie erstmals einen längerfristigen Ausblick auf ihre geldpolitische Haltung gegeben. Experten sprechen von „Forward Guidance“, wie sie auch von anderen großen Notenbanken - etwa der amerikanischen Federal Reserve - betrieben wird. Obgleich es sich im Falle der EZB um eine schwächere Variante handelt, soll das Vorgehen helfen, die Zinserwartungen zu festigen und letztlich das Wachstum zu beleben.

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Trotz der Niedrigzinsansage teilt Draghi die Einschätzung der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ). Die „Bank der Zentralbanken“ hatte unlängst vor Risiken gewarnt, falls Leitzinsen zu lange niedrig liegen. „Es ist schwer, dieser Auffassung zu widersprechen“, sagte der EZB-Chef. Er schränkte jedoch ein, höhere Leitzinsen seien derzeit nicht angebracht. Angesichts der schwachen Konjunkturlage würden sie destabilisierend wirken.

Von

dpa

Kommentare (6)

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Mazi

08.07.2013, 19:23 Uhr

Keine Aussicht auf Erfolg. Deshalb bleiben die Zinsen so niedrig, solange er im Amt ist. Italienische Verhältnisse im ganzen Euroland.

Eurodaemmerung

08.07.2013, 19:29 Uhr

Mario Daghi => was soll man dazu noch schreiben?
EU- und Euro-MAFIA halt!!!
Wenn ich Daghi's Unterschrift auf den (T)Euroscheinen sehe, könnte ich jedesmal kotzen!
Ich hoffe, Merkel kommt endlich zur Vernunft und lässt sich von diesem EZB-Verbrecher nicht länger im Nasenring durch die Euro-Manage führen. Deutschland sollte den Euro aufgeben und zur D-Mark zurückkehren, ich halte das „Zum Wohle des Deutschen Volkes“ für alternativlos. Alles andere wird über kurz oder lang im Weltfinanztsunami enden und uns Deutsche mit in den Abgrund reissen.
Ich bin durchaus für Europa, aber gegen diese Kunst-Einheitswährung namens Euro. @ BK Merkel > Mit der Bankster-MAFIA um Goldman Sachs macht man keine Verträge, denn diese führen die Staaten auf direktem Weg in die Hölle!

RoiBavarois

08.07.2013, 19:42 Uhr

Die EZB Statuten müssten dringend überarbeitet werden. Dazu hört man von deutscher Politik rein gar nichts. Unverantwortlich und blauäugig dumm, denn der Anteil der Bundesbank an der Haftung für Draghis Club Med Spiel beträgt 27%. Und im Rat spielt der Vertreter der Bundesbank mit seiner einen Stimme keine Rolle. Ausserdem muss man sich fragen, wie es sein kann, dass ausgerechnet ein Mann aus einem Krisenland diese EZB derzeit durch die Krise führt. Das ist einfach ungeschickt!

Der Euro funktioniert ohnehin nicht und das wird er auch nie. Geldpolitik macht keinen Sinn, wenn sie die vielen vorhandenen Fiskalpolitiken optimal ergänzen soll. Das kann im Euro gar nicht klappen. Muss ich daraus schließen, dass wir uns ökonomisch mit weniger zufrieden geben als möglih ist?

Die Wettbewerbsfähigkeit der Peripherie ist nachhaltig gestört. Im Euro kann dem auch nicht wirklich entgegengewirkt werden.

Politik, mach deinen Job und etwerfe Regeln, nach denen wieder nationale Währungen eingeführt werden können. Regeln zur Kapitalflusskontrolle und einer Phase mit Euro und Einzelwährungen usw. Das ist euer Job!

Niemand will auf dem Altar des Euro dem politischen Primat, das ökonomische Notwendigkeiten ignoriert, geopfert werden.

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