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28.08.2012

13:49 Uhr

EZB-Chef

Draghi sagt Reise zum Notenbanker-Treffen ab

EZB-Chef Draghi hat seine Teilnahme an der Notenbankerkonferenz überraschend abgesagt. Grund dafür sei seine hohe Arbeitsbelastung. Weidmann hingegen hält an dem Termin fest. Die Finanzmärkte nehmen die Absage gelassen.

Mario Draghi, Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB). dpa

Mario Draghi, Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB).

FrankfurtEZB-Präsident Mario Draghi hat seine Teilnahme an der Ende der Woche beginnenden Notenbankerkonferenz in Jackson Hole überraschend abgesagt. Das bestätigte ein Sprecher der EZB der Nachrichtenagentur Reuters am Dienstag in Frankfurt. Grund sei die hohe Arbeitsbelastung des EZB-Chefs. Draghi hatte am Samstag bei dem Treffen in den USA eine Rede halten wollen. Es wäre seine erste vor diesem hochkarätigem Forum als oberster Währungshüter des Euro gewesen. Bundesbankpräsident Jens Weidmann hält hingegen an seiner Teilnahme fest.

Die Konferenz der US-Notenbank Federal Reserve ist eigentlich ein Pflichttermin für Notenbanker. Fed-Chef Ben Bernanke wird dort am Freitag eine Rede halten. Eine EZB-Sprecherin sagte weiter, es werde kein Direktoriumsmitglied der EZB in die USA reisen und an dem Treffen teilnehmen. Die Finanzmärkte warten mit Spannung auf die Veranstaltung und erhoffen sich Hinweise auf weitere geldpolitische Lockerungen in den USA, aber auch in Europa.

An den Finanzmärkten wurde die Absage Draghis gelassen aufgenommen. Helaba-Analyst Ulrich Wortberg warnte vor einer Überinterpretation: "Ich glaube nicht, dass man daraus etwas ablesen kann. Draghi könnte dort voraussichtlich nichts sagen, was über seine bisherigen Äußerungen hinausgeht." Genau diese Tatsache könnte an den Finanzmärkten laut Wortberg aber für Enttäuschung sorgen, da die EZB kommende Woche Details ihres neuen und umstrittenen Hilfsprogramms für überschuldete Euro-Länder bekanntgeben will.

In Jackson Hole in den Rocky Mountains trifft sich seit 35 Jahren immer Ende August die Zentralbankerelite der Welt, um in der Abgeschiedenheit der Berge über Probleme der Weltwirtschaft zu beraten und Ideen auszutauschen. Bernanke nutzte das Forum vor zwei Jahren für die Ankündigung des zweiten milliardenschweren Staatsanleihenkaufprogramms, mit dem die Fed 600 Milliarden Dollar in die US-Wirtschaft pumpte.

Von

rtr

Kommentare (3)

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Edelzwicker

28.08.2012, 14:30 Uhr

Bundesbankpräsident Jens Weidmann hält hingegen an seiner Teilnahme fest.
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Weidmanns Einlassungen werden dem sensiblen Draghi wohl die Sprache verschlagen haben. Wie sonst wäre zu erklären, dass Draghi dieses wichtige Treffen kurzfristig wegen "Arbeitsüberlastung" abgesagt hat? Auch die Tatsache, dass er keinen seiner Direktoren zu dem Treffen beordert hat, ist sehr kritisch zu sehen!

gerhard

28.08.2012, 15:50 Uhr

Draghi könnte dort voraussichtlich nichts sagen, was über seine bisherigen Äußerungen hinausgeht." …. da die EZB kommende Woche Details ihres neuen und umstrittenen Hilfsprogramms für überschuldete Euro-Länder bekanntgeben will. (Zitat)
Also nichts Neues oder doch? Die EZB wird ein noch größeres Sorgenkind für uns werden, als es jäh Griechenland hätte sein können. Und was sagte Fr. Merkel unlängst einmal:“ Scheitert der Euro, dann scheitert Europa „ Im übertragenem Sinn sollte es kritischer oder realistischer heißen: Scheitert die EZB , dann scheitert der Euro.
Und die EZB muss scheitern, da sie gegen Grundgesetze von Notenbanken verstößt und dazu noch glaubt, so lange der liebe Gott keinen Einspruch macht – ansonsten kann der EZB mit mir niemand etwas machen wollen. Also warten wir ab - die nächste Götterdämmerung kommt bestimmt?

CarloJacoangeli

28.08.2012, 16:51 Uhr

in letzter Zeit lese ich lauter Unsinn: Unsinn über den "Italiener" Draghi, Unsinn darüber, dass Weidmanns Einlassungen dem "sensiblen" Draghi die Sprache verschlagen haben. Meine Meinung: wenn es eng wird, fallen die Deutschen
auf, oder besser: sie werden auffällig. Der Generalsäkretär der CSU, der Draghi einen "Falschmünzer" genannt und ihn somit beleidigt hat, ist wohl keine grosse Ausnahme.
Carlo, bin Italiener.

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