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12.09.2011

11:55 Uhr

EZB-Chefvolkswirt

Stark: Kein Land ist wirklich sicher

Kurz vor der Rücktrittsankündigung hat Jürgen Stark per Interview die Eurozone gewarnt: Irland, Italien und Spanien seien nicht vor Ansteckung sicher. Damit fährt der EZB-Chefvolkswirt der Bundesregierung in die Parade.

Jürgen Stark hat seinen Rücktritt als Chefvolkswirt der EZB angekündigt. Reuters

Jürgen Stark hat seinen Rücktritt als Chefvolkswirt der EZB angekündigt.

DüsseldorfIn der europäischen Schuldenkrise kann sich nach Einschätzung von EZB-Chefvolkswirt Jürgen Stark kein Land in Sicherheit wiegen. „In der aktuellen Situation ist kein Land wirklich geschützt“, sagte er der „Irish Times“, die das Interview am Montag veröffentlichte.

Hier lesen Sie das Interview im Original.

Stark bezog seine Warnung auf die Gefahr, dass Länder plötzlich von Kapitalmarkt abgeschnitten werden könnten - wie beispielsweise Griechenland. „Das kann auch größeren, hoch entwickelten Volkswirtschaften passieren.“ Direkt sprach Stark Irland an, bezog indirekt aber auch Spanien und Italien in seine Warnung mit ein.

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Damit baut Stark, der am Freitag seinen Rücktritt angekündigt hat, eine Gegenposition zur Bundesregierung auf. Die geht inzwischen offenbar davon aus, dass der Euro-Rettungsschim EFSF stark genug ist, um bei einer möglichen Insolvenz Griechenlands andere hochverschuldete Krisenstaaten vor der Infektion schützen zu können. Daher wächst die Bereitschaft, Athen den Geldhahn abzudrehen, wenn es die harten Bedingungen für die nächste Kredit-Tranche nicht erfüllt.

Allerdings zeigt auch die aktuelle Marktentwicklung, dass sich diese Position möglicherweise auf einer zu optimistischen Einschätzung der Schlagkraft des EFSF ausgeht: Die Risikoaufschläge für Staatsanleihen aus Italien und Spanien an den europäischen Anleihemärkten steigen weiter. Die Rendite für die richtungsweisende italienische Anleihe mit einer Laufzeit von zehn Jahren stieg am Montag im Vormittagshandel um 0,06 Prozentpunkte auf 5,437 Prozent. Die Papiere mit gleicher Laufzeit aus Spanien legten ebenfalls 0,06 Prozentpunkte auf 5,179 Prozent zu.

Zum Vergleich: Die Rendite der als besonders sicher geltenden deutschen Staatsanleihen rutschte zuletzt auf ein Rekordtief bei 1,708 Prozent. Im frühen Handel lagen die Renditen für die Festverzinslichen allerdings zeitweise deutlich höher. Die Anleihe aus Italien mit einer Laufzeit von zehn Jahren erreichte ein Tageshoch bei 5,510 Prozent, während die Papiere aus Spanien ein Hoch bei 5,363 Prozent markierten.

Kommentare (31)

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Pendler

12.09.2011, 12:10 Uhr

Auch hierzu kann man nur sagen:

Es ist vollbracht, ## Der Nord-€ kommt ###

- Dolce-Vita wird nicht dabei sein. Sie haben das ganze Chaos initiiert
- Der Tsunami nach dem Rausschmiss von GR wird zeigen, ob Irland dabei sein wird.
- F, als Gründungsmitglied wird sicher dabei sein

Ich wünsche den tangierenden Marktteilnehmern (China, Indien und die USA), dass sie durch das Dolce-Vita Staaten nicht zu stark beeinträchtigt werden.

Account gelöscht!

12.09.2011, 12:20 Uhr

Wie so in die Parade fahren? Herr Strack sagt doch nur das was jeder weiss aber nicht offen ausspricht. Und den berufsmäsigen Lügnern aus der Politik glaubt doch schon seit langen keiner mehr.

Pendler

12.09.2011, 12:33 Uhr

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